Wettbewerb „freestyle-physics“: Schüler stellen Projekte vor

Von: Nina Junker
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Was ist das? Leon Wolff hat eine Apparatur mit Kettenreaktion gebaut, die auf dem Gelände der Uni Duisburg-Essen bestaunt wurde. Foto: N. Junker

Stolberg. Angespannt löst Leon Wolff seine Kettenreaktion aus. Die Augen seiner Mitschüler sind auf die selbst gebaute Konstruktion des Sechstklässlers gerichtet. Wird alles funktionieren?

Als der Schüler bemerkt, dass alles problemlos und wie geplant abläuft, huscht ein zufriedenes Lächeln über sein Gesicht. Die Mühen und die stundenlange Arbeit, die er in seiner Freizeit in die Erstellung einer Kettenreaktion investiert hat, haben sich ausgezahlt.

Schüler und Schülerinnen des Goethe-Gymnasiums präsentierten nun die Ergebnisse ihrer Projekte, die im Rahmen des deutschlandweiten Physik Wettbewerbs „freestyle-physics“ entstanden sind. Gleich 98 Schüler aller Jahrgangsstufen hatten sich dazu entschlossen an dem Wettbewerb teilzunehmen, der jährlich auf dem Universitätsgelände Duisburg-Essen ausgetragen wird.

In Anbetracht der Tatsache, dass Physik sich in der Regel eher minderer Beliebtheit erfreuen kann, ist das Interesse der Schüler jedes Jahr aufs Neue ungebrochen: „Ein Professor der Universität erzählte mir, dass er bis jetzt noch nie von einer Schule mit solch einer großen Teilnehmerzahl gehört hat“, berichtet Gudruwe Habel-Kleineberg, Physiklehrerin am Goethe-Gymnasium und Leiterin des Projektes.

Der an drei aufeinanderfolgenden Tagen stattfindende Wettbewerb gibt den Schülern zuvor drei Monate Zeit, anspruchsvolle Aufgaben mit physikalischem Hintergrund zu bearbeiten. Dabei haben sie immer die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Projekten auszuwählen. „Auch in diesem Jahr haben die Schüler an unterschiedlichen Projekten gearbeitet. Die einen haben eine Klappbrücke aus Papier gebaut, andere haben sich an einem ‚Freistoßautomaten‘ oder am ‚Crashtest‘ versucht“, so Habel-Kleineberg. Auch die stets beliebten Kettenreaktionen und Wasserraketen seien wieder vertreten gewesen.

Die Ergebnisse monatelanger Tüfteleien wurden schließlich am Präsentationstag auf dem Duisburger Unigelände von Professoren des Fachbereichs Physik bewertet. Für die besten Lösungen wurden sogar Preise vergeben, die einen Bezug zu Physik und Technik haben. Dass die Aussichten auf einen Preis bei mehreren tausend Teilnehmern – darunter auch bereits ältere Schüler – eher gering sind, scheint keinen der Schüler zu stören. „Dabei sein ist alles“, findet Leon Wolff. Umso überraschender ist es, wenn einer der Schüler tatsächlich eine Auszeichnung für seine Leistungen erhält.

So konnte sich Clara Minderjahn in diesem Jahr über einen Sonderpreis für Kreativität freuen. Die Schülerin hatte aus hunderten gefalteten Papierstreifen eine Klappbrücke erstellt und dabei ganz auf den üblicherweise verwendeten Klebstoff verzichtet. „Ursprünglich hatte ich gar nicht geplant teilzunehmen. Aber das Erstellen von Figuren aus Origamipapier bereitet mir sehr viel Spaß. In den Osterferien kam mir so die Idee eine Brücke zu bauen, die nur aus ineinandergesteckten Papieren besteht“, erzählt Minderjahn. Dabei musste auch sie schmerzlich feststellen, dass die Arbeit an einem Projekt viel Geduld und Durchhaltevermögen erfordern kann: „Einmal brach meine Brücke zusammen. Da war ich kurz davor aufzugeben. Doch letztendlich hatte ich dann doch den Willen, meine Arbeit zu beenden.“

Gearbeitet wurde übrigens nicht nur zu Hause. Ein Großteil der Konstruktion entstand zwar im elterlichen Garten, doch auch in der Schule wurde gewerkelt. Durch eine eigens eingerichtete AG wurde der Austausch mit anderen Schülern ermöglicht, so dass die Ausarbeitungen bis ins Detail perfektioniert werden konnten. Viele der Schüler planen bereits jetzt eine erneute Teilnahme im nächsten Jahr.

„Ich werde auf jeden Fall wieder teilnehmen. Mal sehen, welche Projekte im nächsten Jahr angeboten werden“, sagt Leon Wolff. Auch Schulleiter Bernd Decker zieht ein positives Fazit: „Physik ist ja nicht unbedingt ein beliebtes Fach. Hier kann es sich auf eine andere Weise präsentieren. Das freut mich als Physiklehrer natürlich besonders. Auch die großartige Unterstützung der Eltern muss hervorgehoben werden. Sie haben die Bauten nach Duisburg transportiert und sicherlich auch bei der Lösung des ein oder anderen kleinen Problems geholfen.“

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