„Wertvolle Zukunft”: Die Probleme an der Wurzel anpacken

Von: Heike Eisenmenger
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Generalvikar von Holtum (l.) b
Generalvikar von Holtum (l.) bei der Eröffnung der Wanderausstellung „Wertvolle Zukunft” mit Stiftungsmanager Hans-Josef Siebertz (2. v. r.), Thomas Braun (2. v. l.) und Jörg Jonas, VR Bank Stolberg. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg. Ex-Bürgermeister Hans-Josef Siebertz lässt die Eingangstür der Bank nicht aus den Augen. Jede Minute muss er eintreffen, Generalvikar Manfred von Holtum. Und da ist er: Gut gelaunt betritt von Holtum das Gebäude der VR-Bank an der Rathausstraße.

Als Generalvikar hat von Holtum in der Vergangenheit viele anstrengende Termine absolviert, deren Anlass wenig erfreulich war - die wirtschaftliche Schieflage des Bistums verlangte drastische Einsparungen. Den Besuch in Stolberg jedoch nimmt von Holtum ausgesprochen gern wahr, denn die Ausstellungseröffnung soll den Stiftungsgedanken in die Köpfe und Herzen der Menschen transportieren.

„Wertvolle Zukunft” ist der Titel der Wanderausstellung. So heißt die Stiftungsinitiative, die das Bistum Aachen vor drei Jahren auf den Weg brachte. Das „Stiftungsforum Kirche im Bistum” ist die Dachorganisation für die vier bischöflichen Stiftungen. Juristisch betrachtet ist aber auch das Forum eine Stiftung. „Das Forum ist eine Art Dienstleister für die kirchlichen Stiftungen. Es berät und unterstützt”, erklärt von Holtum.

Die Ausstellung, die mit Unterstützung der VR Bank in Stolberg startet, soll Transparenz schaffen. „Stiftungen sind keine neue Erfindung. Sie haben eine lange Tradition und sie setzen auf Nachhaltigkeit”, sagt von Holtum. Es gebe viele Menschen, die dazu beitragen möchten, das Dinge sich zum Besseren zu verändern. Eine Art Vermächtnis, das sich weiterentwickelt, weil viele andere den gleichen Gedanken verfolgen und so gemeinsam ein Grundstock für die Zukunft gelegt wird.

Die Hoffnungen und Wünsche der Menschen gehen jedoch in verschiedene Richtungen und darum hat auch jede der vier bischöflichen Stiftungen (die fünfte, also das Forum, hat ja eine unterstützende Funktion) eine andere Zielsetzung.

Zukunftsweisend sind für das Bistum vor allem die Bischof-Klaus-Hemmerle-Stiftung und die Bischof-Johannes-Pohlschneider-Stiftung. „Die Kernkompetenzen der Seelsorger zu stärken, steht im Fokus der Hemmerle-Stiftung”, erläutert von Holtum, denn fehlender Nachwuchs und Kirchenaustritte sind einer der größten Baustellen.

Auch mit der Bischof-Johannes-Pohlschneider-Stiftung packt das Bistum das Problem an der Wurzel an: Die Stiftung fördert die Bildung und auch den pädagogischen Gedanken. Diese Stiftung trifft einen neuralgischen Punkt, weil Bildung der Grundpfeiler für eine intakte Gesellschaft ist.

Die Bindung zur Kirche zu festigen, birgt viele Ansätze. Die Erich-Stephany-Stftung etwa hat den Erhalt von Kulturschätzen, Kirchen und vor allem den Erhalt der Tradition im Fokus. Nur über die Stiftung sei es möglich, die Kulturgüter der Kirche zu erhalten bzw. die nötigen Restaurationen zu finanzieren.

Als Sinnbild für die Nächstenliebe wählte das Bistum Aachen den Jesuiten Pedro Claver. Er wurde 1610 nach Kolumbien entsannt und setzte sich dort für die Sklaven ein. Ganz in dieser Ausrichtung werden auch die Gelder der Pedro-Claver-Stiftung für Projekte in Kolumbien eingesetzt.

Hauptamtlicher Stiftungsmanager und Geschäftsführer ist Hans-Josef Siebertz. Als ehemaliger Bürgermeister von Stolberg und als Fachmann für das Stiftungswesen verfügt Siebertz über die nötige Kompetenz, um das Gesamtprojekt zu begleiten. Eine Stiftung ist auch steuerlich betrachtet durchaus reizvoll. Für das Bankinstitut berät Udo Merzbach.

Gestartet wurde vor drei Jahren mit einem Gesamtvolumen in Höhe von 3,2 Millionen Euro, bilanziert Siebertz. Inklusive der Altstiftungen, deren Gelder in die neuen Stiftungen übergingen, beträgt der Kontostand derzeit rund 23 Millionen Euro. „Eine Stiftung arbeitet allein mit ihren Erträgen, der Grundstock jedoch ist unantastbar, er ist für die Ewigkeit anlegt, wenn man es so formulieren will”, sagt der Geschäftsführer.

Noch bis Anfang des kommenden Jahres ist die Ausstellung in Stolberg zu sehen. Welche Stadt dann an der Reihe ist, steht noch nicht fest.
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