„Werther‘s Echte“: Da fliegen die Kamelle

Von: Toni Dörflinger
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Zum Anbeißen süß sind „Werther‘s Echte“: In blauschwarzem Outfit und mit goldfarbenen Bonbon-Imitaten bestückt war diese Gruppe aus dem kleinen Stadtteil einer der besonders gut gelungenen Teilnehmer beim großen Umzug am Samstag. Foto: T. Dörflinger
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Sie hatten allen Grund Spaß zu haben und stolz zu sein auf „ihren“ Umzug: Die Mitglieder des Damen-Elferrats der KG Adler Werth mit Präsidentin Anita Heinemann-Nießen (r.), die den Narren Kekse reichten.

Stolberg-Werth. Mit den Zombies hatte die von Erich Herzog geleitete Gruppe ein Horrorkabinett auf die Beine gestellt. Getreu dem Motto „Mächte der Nacht“ hatten sich die 14 Männer und Frauen in Untote verwandelt, deren Aussehen von „blutverschmierten“ Hemden und Hosen sowie totenkopfähnlichen Masken dominiert wurde. Ihnen folgte eine Gruppe die das Motto nicht so streng ausgelegt hatte, sondern sich als Maler ausstaffiert hatten, die bauschige weiße Anzüge und hell leuchtende Perücken trugen.

Dieses bunte Bild war beispielhaft für den von der KG Adler Werth organisierten Umzug, der am Samstag den 1100-Einwohner-Ort zu einer Hochburg des Kupferstädter Karnevals machte.

Zur Tradition des örtlichen Umzugs gehört es, dass sich nicht nur die blau-weiße Karnevalsgesellschaft beteiligt, sondern auch zahlreiche Nachbarschaftsinitiativen tief in die Verkleidungskiste greifen und fantasievolle Gruppen stellen. So stellte auch die 25-köpfige Gruppe Ideenvielfalt unter Beweis, die den Werbeslogan einer bekannten Bonbonfabrik aufgegriffen hatte und als „Werther‘s Echte“ durch die Straßen des kleinen Ortes zog. Sie waren in blauschwarze Gewänder geschlüpft, deren Äußeres mit einer Vielzahl goldfarbener Bonbonimitate bestückt war. Dabei fielen die Frauen ins Auge, die riesige, bonbonähnliche Attrappen auf dem Kopf trugen.

Neben den dorfeigenen Gruppen sorgten auch Nachbarorte wie Schevenhütte, Mausbach, Gressenich und Langerwehe-Heistern mit farbenprächtigen Abordnungen dafür, dass der Werther Umzug mit 32 Zugnummern wiederum eine beachtliche Größe aufwies. Sogar aus dem etwas weiter entfernt liegenden Ort Atsch war eine große Gruppen nach Werth gekommen, die unter der Leitung von Atschinesen-Präsident Marco Cormann für eine Premiere sorgte.

Die Versorgung der Zuschauer und Zugteilnehmer mit fetziger Karnevalsmusik hatten diesmal das Mausbacher Trommler- und Pfeiferkorps sowie Gressenicher Blasmusikanten übernommen. Auch auf Tollitäten brauchten die Werther, die in diesem Jahr keinen eigenen Prinzen stellen, zu verzichten. So waren aus Inden-Lamersdorf Prinzessin Silke Bannat, Jungfrau Sandra Flatten und Bauer Gaby Schmittgal sowie aus Mausbach das Kinderprinzenpaar Marc und Celina Bertram sowie Prinzessin Simone Marcelli nach Werth geeilt. Sie alle – die Lamersdorfer waren bereits zum 14. Mal in Folge mit dabei – thronten standesgemäß auf rollenden Unterständen und schaufelten ohne Unterlass Süßigkeiten und andere Wurfartikel in das närrische Volk, das sich in großer Anzahl bunt kostümiert an den Straßenrändern versammelt hatte.

Dass die vielen Zuschauer nicht nur mit visuellen Eindrücken, sondern auch mit leiblichen Genüssen versorgt wurden, dafür hatten die Werther gesorgt, die ihre Garagen und Hauseingänge mit Biertheken und Büfetts bestückt hatten. Dabei fiel das Angebot von Bernd Fischer besonders ins Auge, der vor seinem Haus Dorfstraße 22 gleich 40 Personen mit frischen Berlinern und selbst gemachten Likören versorgte.

Für das dicke Ende des rund 600 Meter langen Umzuges hatte die Werther KG selbst gesorgt. Sie stellte allein vier rollende Gefährte, zu denen unter anderem auch der vom Elferrat genutzte Motivwagen mit dem Pferdebild gehört: Das Pferd ist das Markenzeichen des kleinen Ortes und wird mundartlich auch als „Wäter Päet“ bezeichnet. Damit insbesondere die zahlreichen auswärtigen Besucher mit Hintergrundinformationen versorgt wurden, hatte Vorstandsmitglied Peter Niessen an der Ecke Grenzweg/Dorfstand einen Stand aufgebaut. Er kommentierte das Zuggeschehen und bedachte die Teilnehmergruppen mit Alaaf-Rufen und Beifallsbekundungen. Dass danach noch lange nicht Schluss war, bewies der Andrang, der nach Zugende im Festzelt herrschte, das die Karnevalsgesellschaft auf dem kleinen Platz hinter der früheren Schule an der Dorfstraße aufgebaut hatte.

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