Werther in ständiger Angst vor Rasern

Von: Ottmar Hansen
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Da kommt wieder ein Pkw mit hohem Tempo die Mausbacher hinauf gefahren. Die Messungen der Polizei haben offenbar nicht allzu viele Autofahrer in Werth beeindruckt. Foto: O. Hansen

Stolberg-Werth. Die Bewohner des Neubaugebietes am Ortseingang von Werth brauchen nicht lange zu warten: „Da kommt wieder einer!“ Mit geschätzten 70 km/h rauscht der dunkle Pkw die Dorfstraße hinunter. Erlaubt ist hier Tempo 30, wie übrigens im ganzen Ort. Doch an die Tempobegrenzung hält sich fast niemand.

„Vor kurzem hat ein Raser hier unsere Katze überfahren. Ist demnächst ein Kind das Opfer?“, fragt Anwohner Marcel Foré.

Das neue Baugebiet Luiseweg am Ortseingang von Werth ist fast voll. Rund 20 Häuser sind entstanden, Familien mit Kindern haben sich hier niedergelassen. Mit der Vorstellung von einer ruhigen Wohngegend mit Blick in die Eifel. Dass hier Pkw-Fahrer verbotener Weise aufs Gas drücken und Menschenleben gefährden, damit hatte niemand gerechnet.

In ihrer Not wandten sich die Leute an die Polizei und das Ordnungsamt der Städteregion. Die stellten zuletzt hier ihre Tempomessgeräte auf. „Geblitzt“ wurden etliche Pkw-Fahrer, doch abgeschreckt hat diese Maßnahme offenbar niemanden. Kaum sind die Laser weg, wird wieder gefahren wie vorher. Übrigens nicht nur von Ortsfremden, sondern auch von Bürgern aus Werth.

Die gleiche Gefahr herrscht in der Mausbacher Straße, keine 100 Meter entfernt. Die Straße ist eine „indirekte“ Einbahnstraße. Das heißt: Sie darf von der Ortsmitte Richtung Mausbach befahren werden (natürlich auch mit maximal Tempo 30). Die Straße ist eigentlich nur für Anlieger gedacht. Lkw dürfen sie überhaupt nicht befahren. Und, besonders wichtig: Gegen die Einbahnstraße dürfen nur die Linienbusse fahren.

Der CDU-Ratspolitiker Adolf Konrads aus Mausbach hat das Verkehrsaufkommen in der Mausbacher Straße gemeinsam mit den Anwohnern bereits mehrfach beobachtet. „Hier wird gefahren wie Sau!“, spricht Konrads aus, was die Werther denken und formulieren. Zum Beispiel Josef Krüttgen. Der Rentner sitzt abends immer mit einem mulmigen Gefühl im Wohnzimmer vor dem Fernseher: „Ich befürchte immer, dass wir irgendwann einen Bus im Haus haben. Auch die Busse kommen hier nämlich mit 70 Stundenkilometern den Berg runter.“

Während er diesen Satz ausspricht, rast ein Motorradfahrer an der Gruppe vorbei, zwar in die richtige Richtung, aber mit geschätzten 90 Sachen. Als er bemerkt, dass er die Aufmerksamkeit auf sich zieht, gibt der junge Mann noch einmal richtig Gas. Mit lautem Geknatter zieht er Richtung Mausbach davon. Und lässt eine Gruppe fassungsloser Anwohner zurück. Doch nicht nur zu schnell, auch gegen die Einbahnstraße wird gefahren, das Durchfahrtverbotsschild kümmert offenbar niemanden.

Kaum ist der Motorradfahrer weg, kommt ein Pkw die Straße von Mausbach hinunter. Als ob es keine Straßenverkehrsordnung mit entsprechender Beschilderung in Deutschland gäbe. Fast zwei Dutzend Falschfahrer in einer halben Stunde zählten Konrads und Anwohner bei einem Kontrolltermin. Mitte der Woche legten sich die Behördenvertreter auch in der Mausbacher Straße auf die Lauer. Erwischt wurden etliche Falschfahrer und Raser.

Wie kann man die Werther wirksam vor Temposündern und Falschfahrern schützen? Mike Tittel weiß nur eine Lösung: „Hier muss eine Blitze auf Dauer fest installiert werden!“

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