Werther Feuerwehr feiert 100-jähriges Bestehen

Von: Toni Dörflinger
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Unzureichende Ausrüstung: Die Bereifung der in den 30er Jahren angeschafften Motorspritze gab nach, wenn die gesamte Mannschaft darauf Platz nahm. Links ist der damalige Wehrleiter Peter Herzog zu sehen.

Stolberg-Werth. Die Pumpe war auf einem Handkarren montiert. Muskelkraft erforderte auch die mit einer Ansaug- und Abgabevorrichtung ausgerüstete Spritze. Das Löschwasser wurde anfänglich Brunnen und Teichen, später der öffentlichen Wasserversorgung entnommen. Technisch unzureichend ausgerüstet, stellte sich im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts die Situation für die Werther Feuerwehr als sehr schwierig dar.

1910 war sie gegründet worden, am zweiten Juli-Wochenende feiert sie ihr 100-jähriges Bestehen.

Die veralterte Ausrüstung war aber für die anfänglich von Jakob Pastor und später von Peter Herzog geleitete Gruppe kein Hindernis, um innerhalb des zur Gemeinde Gressenich gehörenden Ortes für eine wirkungsvolle Brandbekämpfung zu sorgen.

Denn die Bekämpfung von Gebäudebränden stand im Mittelpunkt des freiwillig geleisteten Dienstes, dessen Protagonisten vorwiegend der Handwerkerschaft des kleinen Ortes entstammten. Untergebracht waren die der Brandbekämpfung dienenden Materialien in einem als Spritzenhaus bezeichneten kleinen Gebäude, das einen Anbau darstellte und hinter der Schule an der Dorfstraße lag.

Verbesserung im Jahr 1938

Wesentliche Verbesserungen für die technische Ausrüstung brachte das Jahr 1938. Die erste Motorspritze wurde in Betrieb genommen. Gefahrvolle Einsätze standen für die örtliche Wehr im Zweiten Weltkrieg an.

Nach Bombardierungen mussten Anfang der 40er Jahre in Aachen zahlreiche Großbrände gelöscht werden. Trotz Einberufung etlicher Männer zum Militärdienst blieb die Löschgruppe eine wirkungsvolle Truppe: Jugendliche ersetzten die zum Kriegsdienst Verpflichteten.

Nach dem Krieg mussten amerikanische Kampfanzüge und umgefärbte Polizeiuniformen als Einsatzkleidung dienen. Als Fahrzeug stand ein Lkw zur Verfügung, dessen Ladefläche in Eigenleistung mit Holzbänken und Plane versehen wurde.

Später ersetzten das ausrangierte Fahrzeug der Mausbacher Löschgruppe und der rot lackierte Transporter eines Bäckers das altersschwache Gefährt. Ein separater Tankwagen diente dazu, einen begrenzten Wasservorrat mitzuführen.

Eine Fortentwicklung erfuhr Ende der 50er Jahre die Unterbringung von Mannschaft und Material. Denn 1959 konnte Pfarrer Hubert Creutz an der Wehrstraße ein neues Gerätehaus einweihen. Weitere Veränderungen wurden an der Ausrüstung vorgenommen. Das in den 60er Jahren angeschaffte Fahrzeug wurde durch ein leistungsfähiges Löschgruppenfahrzeug ersetzt.

Erneut verbessert wurde das technische Material im Jahr 2000. Die Werther Löschgruppe, die seit 1972 zur Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Stolberg gehört, erhielt dann ein neues Löschgruppenfahrzeug.

Wichtige Einsätze und Aktionen

Neben dem Material und den beteiligten Menschen spielten in der langen Geschichte der Werther Feuerwehr auch die zahlreichen Einsätze und Aktionen eine große Rolle.

1966 Hochwasserschutz in Vicht; 1998 Brand an der Schillerstraße; 1999 Beseitigung eines Gefahrguttransporters in Weisweiler; 2000 Brand eines Bauernhofes in Schevenhütte und einer Firma in Gressenich; 2002 Einsatz in Eschweiler; 2004 wird das Feuerwehrgerätehaus erstmals zum Adventskalender, zudem ist im Burgholzer Hof ein Großbrand zu löschen.

Die Gruppenleiter: Jakob Pastor (1910 - 1918), Josef Vahsen (1918 - 1924), Peter Herzog (1924 - 1952), Mathias Wenzler (1952 - 1968), Ludwig Morschel (1968 - 1992), Peter Nießen (seit 1992).

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