Werkstatt „Mancherlei“: Wertvolle Modellbahn hinter Glas

Von: Ottmar Hansen
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Wolfgang Schildheuer und Günter Groteklaes (von links) produzieren in Stolberg Schaukästen für Ausstellungsstücke. Foto: O. Hansen

Stolberg. Die lieb gewonnene Modelleisenbahn soll nicht im Keller oder auf dem Dachboden verstauben. Lokomotive und Waggons sind oft seltene Ausstellungsstücke, die man in einer Vitrine präsentieren möchte. In einer Vitrine - made in Stolberg.

Günter Groteklaes und Wolfgang Schildheuer betreiben seit 1980 eine Werkstatt an der Haumühle, in der sie Glasvitrinen für viele Zwecke herstellen. In Handarbeit. Aus wertvollem Holz als Rahmen und aus Glas. Momentan arbeiten die Stolberger mit Hochdruck an neuen Ausstellungskästen. Die werden vom 20. bis zum 23. November bei der Internationalen Modellbahn-Ausstellung auf dem Kölner Messegelände präsentiert.

„Heute kann man alles Liebgewonnene in einer Glasvitrine ausstellen“, sagt Günter Groteklaes. Von kleinen Eisenbahnmodellen der Spur Z bis zu Bahnen der Spur HO oder auch ganz großen Modellen, die mit echtem Dampf betrieben werden. Ein begeisterter Golfspieler hat seine Golfbälle, mit denen er irgendwann einmal Sieg errungen hat, aufgehoben und in einer Vitrine aus Stolberg ausgestellt. Als ganz besonderes Erinnerungsstück. „Manche Kunden stellen auch ihre Karnevalsorden in Vitrinen aus“, weiß Groteklaes. Auch für Zinnfiguren oder Figuren aus Überraschungseiern haben die beiden Spezialisten aus Stolberg schon Glasvitrinen gefertigt. Neben Privatpersonen regelmäßig auch Geschäftsleute zu den Kunden, die zum Beispiel Ausstellungskästen für Schmuckstücke benötigen.

Das Stolberger Unternehmen beliefert Kunden aus ganz Deutschland, aus Österreich, der Schweiz und den Niederlanden. Viele Mitbewerber, die Handarbeit anbieten, gibt es in der Branche nicht. Handarbeit und wertvolle Materialien werden von der Stammkundschaft geschätzt. Der Korpus der Vitrinen wird mit Echtholz furniert, die Verglasung erfolgt staubdicht mit Kristallglas. Auf Wunsch sind die Vitrinen mit LED-Lampen beleuchtet. Die Vitrinen werden in der Regel fix und fertig montiert ausgeliefert, der Empfänger muss nur noch die Tür einhängen.

Die Verwendung von entspiegeltem Glas sei nicht nur teuer, sondern auch problematisch, sagt Günter Groteklaes. Ab einer gewissen Entfernung sei die Durchsicht nicht mehr klar möglich. Das entspiegelte Glas sei zudem sehr empfindlich. „Fingerabdrücke fallen sofort auf.“ Bestellungen mit diesem Glas erfolgten meist von Museen, allerdings eher selten, so Groteklaes.

Die größte Vitrine, die die beiden Produzenten in ihrer Stolberger Werkstatt vorführen können, ist 3,60 Meter lang. Die Vorzeigekästen können an die Wand gehängt werden, oder zum Aufstellen geordert werden. Mit den Modelleisenbahn- oder Legofans (Die „Legowelt“ ist ein Bestandteil der Messe) trifft man sich kommendes Wochenende in Köln. „Von dort kommen viele Kunden mal eben bis Stolberg, um sich hier ihre Vitrine abzuholen“, sagt Günter Groteklaes.

Die beiden Stolberger Handwerker bedauern, dass es immer weniger Fans von Modelleisenbahnen gibt. Groteklaes: „Früher war es das Größte, eine Modelleisenbahn zu Weihnachten geschenkt zu bekommen.“ Im Computerzeitalter sei die Nachfrage nach Zug- oder Automodellen zurück gegangen. Doch wer eine seltene Modell-Lokomotive sein eigen nennt, will sie immer noch stolz Freunden und Bekannten zeigen: in einer Vitrine, gefertigt in Stolberg.

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