Stolberg - Werbung für die Klassik auf ganz hohem Niveau

Werbung für die Klassik auf ganz hohem Niveau

Von: Hans-Leo Recker
Letzte Aktualisierung:
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Marianna Stass und Ruslan Aliyev trugen mit ihren Stimmen zu einem herausragenden Konzertereignis in Stolberg bei. Foto: H.-L. Recker

Stolberg. „Prima Voce” - „zuerst kommt die Stimme” war der bestimmende Impuls und das beherrschende Moment des Konzertabends im Zinkhütter Hof, wo das Gesang-Ensemble gleichen Namens den Stolberger Liebhabern klassischer Musik eine begeisternde „Große Nacht der Oper” bescherte.

Dafür hatten Delyara Schroeder (Koloratursopran), Marianna Stass (Sopran), Rauf Berman (Tenor) und Ruslan Aliyev (Bariton), eingeführt und am Klavier begleitet von Hans-Günter Leuchter, aus ihrem umfangreichen Repertoire ein wunderschönes, überaus unterhaltsames Programm mit bekannten, gern gehörten Melodien aus Opern von Mozart bis Puccini und Operetten von Johann Strauß bis Robert Stolz zusammengestellt.

Dies präsentierten sie in glanzvollen Auftritten singend und spielend als ein faszinierendes Feuerwerk großer Stimmen und schöner Weisen. Dabei setzten sie ihr Potenzial an stimmlicher Substanz und Ausdruck stilsicher und variabel ein, wurden ihre unterschiedlichen Rollen, die sie jeweils darstellten, äußerst glaubwürdig und akzeptabel.

„Il Bacio” zum Auftakt

Bereits der Auftakt mit dem koloraturreichen „Kuss-Walzer” „Il Bacio” von Luigi Arditi war durch die starke gesangliche Präsenz der Sopranistin Delyara Schroeder ein musikalischer Genuss, der von Bariton Ruslan Aliyev als Papageno aus Mozarts „Zauberflöte” und zusammen mit Marianna als Verführer „Don Giovanni” aus der gleichnamigen Mozart-Oper zusammen mit Marianna Stass im Duett „La cidarem la mano” sowie vom strahlenden Tenor Rauf Berman in dem neapolitanischen Lied „Dicitencello vuie” weiter verstärkt wurde.

Marianna Stass zeigte in der bekannten Aria „O mio babbino caro” aus Puccinis „Gianni Schicchi” und zusammen mit Rauf Berman im Duett „Violetta und Alfredo” aus dem dritten Akt von Verdis „La Traviata” großes Belcanto. Und Delyara Schroeder und Ruslan Aliyev erfreuten mit dem Duett „Bei Männern welche Liebe fühlen” aus der „Zauberflöte” das Publikum ebenso aufs Höchste wie die beiden Sopranistinnen im Briefduett aus Mozarts „Die Hochzeit des Figaro”.

In großer Robe

Mit dem Trinklied aus „La Traviata” gestaltete das gesamte Ensemble in großer Robe und mit Champagnerglas einen großartigen Beginn in den zweiten Konzertteil, der in der Folge ausschließlich von Operettenmelodien geprägt war und in dem sich das Quintett noch steigern konnte. Da verteilte Bariton Aliyev „Dunkelrote Rosen” an die Zuhörerinnen, entzückte Delyara Schroeder als Adele mit „Mein Herr Marquis”, schmachtete Rauf Berman in „Dein ist mein ganzes Herz”, der sich zuvor als exzellenter Geiger erwies, als er in dem Robert-Stolz-Lied „Spiel auf deiner Geige” eine betörende Marianna Stass bravourös begleitete.

Und vollends begeistern konnten die Aufführungen des Liebeswalzers „Lippen schweigen” aus der „Lustigen Witwe” und des Finales des zweiten Aktes der „Fledermaus”. Alles äußerst gelungene Auftritte von „Prima Voce”, die damit eindrucksvoll ihr Anliegen dokumentierten, mit „anspruchsvollen lebendigen Gesangsdarbietungen” für die klassische Musik zu werben.

Das Publikum dankte den Interpreten mit Standing Ovations, die diesen Dank widerum mit zwei mitreißenden Zugaben erwiderten.
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