Wenn die Feuerwehrfrau in den Unterricht kommt

Von: Sarah-Lena Gombert
Letzte Aktualisierung:
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So funktioniert es: Feuerwehrfrau Regina Erschfeld trainiert mit einem Schüler den sachgemäßen Gebrauch einer Schutznmaske.

Stolberg. Gebannt schauen die Mädchen und Jungen der Klasse 3 an der Grundschule Breinig auf das kleine Plexiglashäuschen. Darin wird gerade ein Brand simuliert. Die Rauchschwade füllt langsam das Miniatur-Wohnzimmer in dem Modellhaus, dann bahnt sich das Gas seinen Weg über den Flur ins Obergeschoss, bis es das Zimmer erreicht. „Die Tür zum Kinderzimmer muss zu bleiben, wenn es brennt! Man muss ans Fenster laufen und um Hilfe rufen!“, kommentieren die Kinder schnell – und richtig.

Die Schüler haben zu diesem Zeitpunkt den Großteil der Brandschutzerziehung hinter sich, die Regina Erschfeld von der Stolberger Feuerwehr knappe zwei Stunden lang mit ihnen durchgeführt hat. Bei der Feuerwehrfrau lernen die Kinder zum Beispiel, was die Aufgaben der Feuerwehr sind, wie man die Feuerwehr erreichen kann, warum Brandmelder wichtig sind und wie man sich in einer Notsituation verhält.

Schon im Vorfeld hat sich die Klasse auf den Besuch der sympathischen Feuerwehrfrau vorbereitet: Sie haben das Arbeitsmaterial durchgearbeitet, das sie von der Feuerwehr bereits Wochen vor dem Besuch der Feuerwehrfrau zur Verfügung gestellt bekommen haben. Mit Spielsachen, Büchern und diversen Feuerwehrausrüstungsgegenständen hat die Klasse eine richtige kleine Ausstellung zusammengestellt.

An der Tafel steht an diesem Morgen aufgeschrieben, welche Informationen man der Wehr mitteilen muss, wenn man einen Notruf absetzt. „Was passiert ist, und wo, und natürlich wer man ist. Das muss die Feuerwehr wissen, wenn man anruft“, erklärt eine Schülerin. Regina Erschfeld nickt und ergänzt: „Wenn es bei einem Notfall Verletzte gibt, müsst ihr natürlich nicht genau wissen, welche Verletzung der Einzelne hat.“ Jedoch sei es für die Einsatzkräfte von großer Bedeutung, ob ein Motorradfahrer verunglückt ist oder ein voll besetzter Schulbus.

Die Kinder nicken eifrig. Überhaupt hängen sie der sympathischen Frau, die das Thema Brandschutz kindgerecht, aber doch mit dem nötigen Ernst erklärt, an den Lippen.

Angebot wird gerne genutzt

„Wir als Feuerwehr bieten die Brandschutzerziehung für Kinder und die Brandschutzaufklärung für Erwachsene als kostenlose Dienstleistung an“, sagt Regina Erschfeld im Gespräch mit unserer Zeitung. Brandschutzerziehung gehört zu den Pflichtaufgaben einer Kommune – und viele Einrichtungen greifen gerne auf das Angebot der Feuerwehr zurück. Die jüngsten „ihrer“ Schüler besuchen die Vorschule im Kindergarten, aber auch ältere Jugendliche klärt sie in Chemie über Brände auf und wie diese vermieden oder gelöscht werden können. „Mit dem Alter steigt natürlich der Anspruch.“ Die Erwachsenengruppen werden direkt in der Hauptwache der Feuerwehr geschult.

Von den Breiniger Grundschülern will Regina Erschfeld an diesem Morgen wissen: „Was glaubt ihr, was gefährlicher ist: Das Feuer oder der Rauch?“ Die meisten wissen bereits: Vor dem Rauch muss man sich in Acht nehmen. Aber warum? „Der Brandrauch enthält sehr viele Giftstoffe, die möglichst nicht in eure Atemwege kommen sollten“, warnt die dreifache Mutter, die selbst auch Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr in der Atsch ist.

Schon wenige Atemzüge könnten reichen, um einen Menschen zu töten. „Darum trägt die Feuerwehr auch immer spezielle Atemschutzmasken, wenn sie Brandeinsätze hat“, sagt sie und zieht sich kurzerhand eine solche Maske über den Kopf. Auch für die Personen, die beispielsweise aus einem brennenden Haus gerettet werden müssen, hat die Feuerwehr Schutz dabei: sogenannte Brandfluchthauben.

Die darf sich an diesem Morgen einer der Schüler kurz überziehen. „Mit dem eingebauten Filter ist man für einen kurzen Zeitraum vor dem Brandrauch geschützt“, erklärt Regina Erschfeld, „und das eingebaute Sichtfeld aus Kunststoff verhindert, dass ihr den Rauch in die Augen bekommt.“ Das brenne nämlich schlimmer als beim Zwiebelschneiden.

Auf den Notfall vorbereitet

Für die Kinder vergeht der Unterricht bei Regina Erschfeld wie im Flug. Die Aufgaben der Feuerwehrkräfte bei einem Verkehrsunfall zu besprechen, das ist spannend! „Für uns geht es vor allem darum, dass die Kinder auf einen Notfall vorbereitet sind“, sagt Regina Erschfeld und berichtet von einem Fall, als ein kleines Mädchen sich bei der Feuerwehr gemeldet hat, als es mit seiner Oma alleine war und diese in eine Notsituation geriet. „Wenn wir solch ein Verhalten bei Kindern mit einer Brandschutzerziehung erreichen, dann sind wir zufrieden.“

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