Wenn die „De Karamba Männcher spielen, läuft‘s auch mal aus dem Ruder

Von: Dirk Müller
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BU-2: „De Karamba Männcher“ Dirk Lüdtke, Hardy Pauls (oben v. l.), Manni Kern und Bernie Pauls (unten v. l.) freuen sich auf viele Gäste bei ihrer Feier zum 30-Jährigen. Foto: Karamba Männcher

Stolberg. Sie sind aus der Kupferstädter Musikszene nicht mehr wegzudenken – und das seit drei Jahrzehnten. „De Karamba Männcher“ möchten daher nicht nur ihr 30-jähriges Bestehen „en de Kess“ kräftig feiern, sondern sich am Samstag, 31. Oktober, herzlich bei ihren Fans, Freunden und Unterstützern bedanken.

 Mit einer Party mit viel Livemusik von Carlos Cachafeiro, von den Gressenicher Blasmusikanten und natürlich von den „Karambas“ selbst. Dass 1985 der erste Auftritt der Band bei einem karnevalistischen Abend des Spielmannszugs der Freiwilligen Feuerwehr Stolberg erfolgte, verwundert nicht, denn die Erstbesetzung der „Karamba Männcher“ rekrutierte sich komplett aus den Reihen des Spielmannszugs.

„Den zweiten Auftritt hatten wir bei den Lustigen Atschinesen, und insgesamt haben wir im ersten Band-Jahr nur drei Konzerte gegeben“, erinnert sich Gründungsmitglied Manni Kern, der heute noch die Trömmelche in der Band spielt. Nur wenige Jahre später stieg die Zahl bis auf 120 Gastspiele im Jahr. „Das war aber auch noch eine Hochzeit des Karnevals“, beschreibt Kern, dass sich heutzutage die Engagements auf rund 80 jährlich einpendeln würden.

Obwohl tief in Stolberg verwurzelt, sind die „Karamba Männcher“ weit über die Region hinaus bekannt – auch weil sie keine Berührungsängste mit fremden Kulturen haben. Selbst in der hessischen Fastnacht hat die Kupferstädter Band gespielt, in Köln, Bonn und Leverkusen, Belgien und den Niederlanden gastiert. Oder etwa 2008 beim „Almrosenfest“ im österreichischen St. Jakob. „Da waren wir eine Woche und haben neben den aus dem Fernsehen bekannten Größen der volkstümlichen Musik gespielt. Bei unseren drei Auftritten konnten wir gut mithalten, denn wir hatten einen Fanclub aus fast 100 Leuten mit, Karamba-Männcher‘-Shirts dabei. Das war Wahnsinn“, erzählt Bassist Hardy Pauls.

Auch wenn ein unumstrittenes Highlight in der Bandgeschichte der TV-Auftritt bei der damals von Lotti Krekel moderierten Närrischen Hitparade in der Kölner Rheinhalle war, so seien viele besondere Erlebnisse der „Karambas“ untrennbar mit Stolberg verbunden. Zum Beispiel mit den Stadtfesten.

„Anfang der 90er Jahre haben wir auf kleinen Bühnen an der Klatterstraße gespielt. Da hieß es bald: Nichts geht mehr. Die enge Gasse war völlig mit Menschen verstopft, und dann fiel der Strom aus. Aber die Leute waren richtig gut drauf, ich habe den Stromausfall mit der Quetsch überbrückt, und alle haben mitgesungen“, sagt Bernie Pauls. Abenteuerlich sei so mancher Winter der „Karamba Männcher“ gewesen, etwa als die Band fast drei Stunden Zwangspause auf einem Rastplatz machen musste, da sie im Siegerland in einen Schneesturm geraten war. Aber auch die Entfernung von Walheim nach Stolberg kann bisweilen schier unüberbrückbar sein.

„Es hatte lange geregnet, und unser Transporter war am Walheimer Zelt im Schlamm steckengeblieben. Nur durch Anschieben mit Hilfe einiger Fans kamen wir weg. Aber dementsprechend sahen wir auch aus und haben beim Folgeauftritt im Rolandshaus quasi als, Schlammramba Männcher‘ gespielt“, berichtet Gitarrist Dirk Lüdkte. In sauberer Kleidung hat die Band schon im Vorprogramm von Größen wie „Brings“, „De Höhner“, „Die Paveier“ oder den „Klüngelköpp“ gespielt. Bei Veranstaltungen vor gut 3000 Menschen sind die „Karamba Männcher“ aufgetreten – und auch von zehn Zuhörern. „Das war in Büsbach bei einer Privatfeier, als ein Partykeller eingeweiht wurde. Vor wie viel Leuten wir spielen, ist zweitrangig. Die Hauptsache ist, das es den Menschen gefällt, sie mitgehen und die Stimmung gut ist“, betont Manni Kern.

So wie bei einem Auftritt, der im positiven Sinne ein wenig „aus dem Ruder gelaufen“ sei, erklärt Bernie Pauls und meint ein Privatkonzert bei René Weber, dem Gastgeber der „Karamba“-Party am 31. Oktober. „René wohnt in Rurberg, und als Rursee in Flammen zu Ende ging, wurde unser Publikum immer größer.“ Viele Besucher seien auf dem Weg zu ihren Autos vorbeigekommen – und geblieben, beschreibt Dirk Lüdkte, dass „das Konzert spontan öffentlich wurde, und alle mit uns gefeiert haben, bis René Webers Biervorrat leer und sein Vorgarten verwüstet war“.

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