Wenn aus einer Bruchbude ein richtiges kleines „Juwel” entsteht

Von: kin
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Stolberg/Heistern. Luise Morschel (53) aus dem Langerweher Ortsteil Heistern ist eine resolute Frau. Eine, die die Dinge nicht nur beim Namen nennt, sondern eine, die auch anpacken kann.

„Es war einfach so”, erzählt die Lehrerin, „dass es hier in Heistern keine Möglichkeit für Jugendliche gab, sich abends zu treffen. Die saßen immer an der Bushaltestelle rum.” Das war vor sechs Jahren, als Luise Morschel diese Beobachtung gemacht hat. Damals waren ihre eigenen Kinder in dem Alter und suchten einen Jugendtreff. Und Luise Morschel hat nicht lange gefackelt, sondern selbst die Initiative ergriffen.

Dringend Räume gesucht

„Ich habe viele Leute aus Heistern und Wenau angerufen. Leute, von denen ich dachte, dass sie mir helfen können.” Das waren Vereinsvertreter, aber auch Mitarbeiter der Gemeinde Langerwehe. Morschel: „Wir haben ziemlich schnell einen Verein gegründet, nämlich JuWel - Jugend im Wenauer Land. Aber was wir dringend brauchten, waren Räumlichkeiten.” Zunächst wollten die Verantwortlichen von „JuWel” einen Container aufstellen. Auch haben sie versucht, Räume in der Alten Schule in Heistern zu bekommen.

„Aber das wollten die anderen Vereine, die da untergebracht sind, nicht so gerne. Einen Jugendtreff finden alle toll, nur nicht vor der eigenen Haustür.”

Die Gemeinde Langerwehe war es schließlich, die „JuWel” das alte Heisterner Feuerwehrhaus zur Verfügung gestellt hat. Allerdings als ziemliche Bruchbude. Morschel: „Wir mussten hier richtig entrümpeln.” Im November 2005 war dann Eröffnung, entstanden sind ein Aufenthaltsraum und eine Küche sowie Sanitärräume. Vor zwei Jahren konnte das Außengelände in Stand gesetzt werden. Insgesamt wurden 34.000 Euro „verbaut”. Und der Jugendtreff wird von den Jugendlichen gut angenommen, vielleicht gerade deshalb, weil sie an der Hamicher Straße in Heistern weitestgehend unter sich sind.

Jeden Freitag gibt es zwischen 16 und 18 Uhr in dem schmucken Jugendhaus ein Angebot von Müttern für jüngere Kinder, die dann mit den Jungen und Mädchen basteln, Experimente machen, handarbeiten, kochen oder spielen.

Luise Morschel: „Ansonsten können die Jugendlichen sich bei mir oder anderen Leuten aus dem Verein den Schlüssel zum Jugendtreff abholen. Und die Abende allein dort verbringen. Selbstverantwortlich.”

In den meisten Fällen klappt das auch. „Aber natürlich”, so Luise Morschel, „müssen wir Erwachsenen immer wieder nachgucken. Es gilt ja, das Jugendschutzgesetz einzuhalten.”
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