Welttoilettentag: 125 Liter Wasser pro Haushalt

Von: Israa Hamadache
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Schüler versuchen, aus gegebenen Materialien ein Waschbecken zu bauen. Auf welche Gefahren bei Hygienemaßnahmen zu achten ist, war eine der zentralen Fragen beim Workshop im Goethe-Gymnasium. Foto: I. Hamadache

Stolberg. Welttoilettentag. Die Existenz eines solchen Gedenktages ist bestimmt den wenigsten Menschen bekannt. Schuld daran ist wohl der Umstand, dass man über Hygieneangelegenheiten nicht gerne spricht. Dass dies aber durchaus notwendig und wichtig ist, wollte die UN mit der Festlegung des 19. November als Welt­toilettentag verdeutlichen.

Wenngleich die Hygienestandards in Deutschland nicht mit solchen in ärmeren Regionen der Welt, etwa Teilen Afrikas oder Asiens, vergleichbar sind, kann die Situation auch hier verbessert werden. Um dafür zu sensibilisieren und näher über das The­ma zu informieren, wurden fünf Mitwirkende der Hilfsorganisation „Ingenieure ohne Grenzen“ für einen Workshop ins Goethe-Gymnasium eingeladen.

„Viele von den Schülern werden nächstes Jahr anfangen zu studieren. Deshalb ist es wichtig für sie, zu erkennen, dass es Möglichkeiten gibt, sich parallel dazu zu engagieren und Menschen zu helfen, denen es nicht so gut geht wie uns“, erklärt Politiklehrer Philipp Pletsch, der den Besuch in die We­ge geleitet hat. „Vor allem dadurch, dass die Referenten nicht sehr viel älter sind als die Schüler, reagieren sie anders darauf, als wenn ein Lehrer vorne stehen würde.“

Die Ingenieure vermitteln die Inhalte sowohl mittels eines Vortrages als auch in kleinen Gruppenarbeiten, wobei die Schüler beispielsweise bei der Herstellung eines Waschbeckens auch mal selbst Hand anlegen konnten.

Was für verschiedene Toilettenarten gibt es, und was braucht eine Toilette eigentlich? Auf was für Gefahren gilt es bei den Hygienemaßnahmen zu beachten? Solche Fragen standen hierbei im Vordergrund. Und die zentrale Frage: Wie kann man ingenieurtechnisch bei der Verbesserung der Sanitäranlagen helfen?

Die Verfahren müssen gar nicht so kompliziert sein, es gibt durchaus einfache, praktische Wege, um schmutziges Wasser aufzubereiten, lernten die Abiturienten. Dazu muss jedoch Initiative ergriffen werden, und genau das ist die wesentliche Idee, die der Organisation zugrunde liegt.

Erstaunte Gesichter folgen auf die Aussage, dass jeder deutsche Haushalt durchschnittlich 125 Liter Wasser pro Tag etwa für Duschen, Toilettengänge, Geschirrspülen und weitere Alltagshandlungen verbraucht, während die Nutzung in Ländern wie Ägypten bei etwa einem Fünftel davon liegt. Schnell wird deutlich, dass die Probleme in anderen Ländern nicht ignoriert werden können, nur weil man hier nicht damit konfrontiert ist. „Ich finde die Art hilfreich, wie sie die Themen erklären, und dass wir diese in den Grup­penarbeiten vertiefen können“, meint Zwölfklässlerin Isabelle.

„Ingenieure ohne Grenzen“ arbeitet weltweit an der Verbesserung der Sanitär- und Wasserversorgung. So werden beispielsweise Zisternen in Tansania gebaut, um das Wasser in der Regenzeit gefiltert auffangen zu können und den Bewohnern dadurch das ganze Jahr über Zugang zu sauberem Wasser zu ermöglichen.

Die Schüler sollten verstehen, was es mit Trenntrockentoiletten auf sich hat, die in Kenia installiert werden. Mit Schaubildern wurde verdeutlicht, wie die Verschmutzung des Grundwassers dadurch verhindert wird und die Hygienesituation auf diese Weise grundlegend verbessert wird.

Hanna, die sich seit einem halben Jahr für „Ingenieure ohne Grenzen“ engagiert, studiert in Aachen Umweltingenieurwissenschaften. „In der Uni findet man schnell andere Studenten, die ebenfalls aktiv werden wollen. Die Universität stellt uns Räume zur Verfügung, die wir für Projektarbeiten nutzen können. Das Goethe-Gymnasium ist die erste Schule, an der ich einen Workshop leite, wir setzen uns aber dafür ein, dass es in Zukunft mehr davon geben soll, so dass unsere Arbeit für die Schüler greifbarer und verständlicher wird.“

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