Weltparlament der Clowns ehrt Stolberger

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Auch akrobatische Einlagen gehören zu ihrem Programm: Antoschka begeisterte das Publikum im Kulturzentrum Frankental. Foto: M. Sous

Stolberg. Das World Parliament of Clowns (WPoC) hat der Gruppe des Stolberger Clowntreffens den „Planet of Smiles“-Award verliehen. Damit gehören die Kupferstädter in einen illustren Kreis, schließlich ging die Auszeichnung zuvor an den Künstler Oleg Popov und den Cirque Bouglione. Bei der offiziellen Preisverleihung war das wohl bunteste Publikum dabei, das das Kulturzentrum Frankental je gesehen hat.

Passend zum Thema und zur Jahreszeit waren viele der Zuschauer stilecht als Clown verkleidet erschienen.„Jeder, der sich wie ein Clown fühlt, kann bei ihnen mitmachen, und das ist wirklich etwas Besonders“, meinte Laudator Uwe Jungen, der für Bürgermeister Ferdi Gatzweiler eingesprungen war. „Sie zeigen, wie man mit kleinen Details ein Lächeln in die Gesichter der Menschen zaubern kann. Und das ist ja auch das, worauf es in der heutigen Zeit ankommt“, lobte Jungen die Stolberger Clown-Gruppe.

Angefangen hat alles vor mehr als 30 Jahren mit kleinen, privaten Auftritten im Freundeskreis von Helmut Jußen und Dieter Schumacher. Ab 2000 reiften die Pläne, das Ganze „auf größere Füße zu stellen“. Und so kam es vor zehn Jahren zum ersten Clowntreffen und der Premierenteilnahme am Stolberger Rosenmontagszug. Im vergangenen Jahr sind rund hundert Clowns an der Spitze des Zugs mitgegangen. „Wenn aus dem Flügelschlag eines Schmetterlings ein Orkan werden kann, können wir mit unserem Lächeln eine Welle entfachen, die unsere Welt verändern wird“, zitierte Jungen die Gründerin des WPoCs, Antoschka. „Man kann sagen: Diesem Motto haben sich die Stolberger angeschlossen“.

Zur Preisverleihung trat neben Antoschka auch der Stolberger Karnevalsprinz Daniel I. auf die Bühne, um den Preisträgern Jußen und Schumacher nach Erhalt der Urkunde des WPoCs auch noch einen Orden zu überreichen. Eine Oscar-reife Dankesrede folgte, bei der mit Sicherheit auch ein paar Clownstränen geflossen wären, hätte Antoschka die Preisträger nicht mit dem Satz „Clowns reden nicht viel, sondern machen viel“ zum Weitermachen aufgefordert.

Nach clownesker Machart brach auch noch der Champagnerkorken ab, aber der Hofstaat konnte mit dem originalen „Stolberger Champagner“, dem Ketschenburg-Pils, aushelfen. Textsicherheit war beim gemeinsamen Singen des Prinzenlieds garantiert, wonach Antoschka die Bühne mit ihrem Programm „Ansichten eines Clowns“ übernahm. Sie begann mit Balance-Akrobatik, eine Nummer, die mit ihren Bildern Antoine de Saint-Exupéry sicherlich beeindruckt hätte. „Ich fühle mich fantastisch, weil ich bei meiner Familie, den Clowns, bin“, erklärt Antoschka.

Im Vorfeld hatte sie schon angedeutet, dass die Menschen im Publikum an diesem Abend ihre „Mitarbeiter“ sein würden. Das verwirklichte sie dann zunächst mit einem Einblick in das „Lachyoga“, wobei sie mit verschiedenen Übungen das Publikum zum Mitmachen animierte. „Dass wir über uns selbst lachen können, ist das, was uns von den Affen unterscheidet“, meint Antoschka. Weiter ging es mit Hutakrobatik, Jonglage, Musik und sogar einer Steppeinlage. Und alles mit einem sehr intelligenten, faszinierenden Unterton, dem sich das Publikum nicht entziehen konnte.

„Wer will nicht auch mal ein Clown sein?“, fragte die Protagonistin und verteilte dabei rote Aufsteck-Pappnasen. Am Ende wurden Luftballons in den Zuschauerraum geschmissen, und Antoschkas Programm endete mit dem Lied: „Stell Dir vor, jeder Mensch wäre ein Clown“. Das fiel den zahlreichen Besuchern an diesem gelungenen Abend sicherlich nicht schwer.

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