Weltgebetstag: Ägyptische Christen und Muslime im Mittelpunkt

Von: oha
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Junge Ägypterinnen: Ihr Land steht im Mittelpunkt des Weltgebetstags, an dem in diesem Jahr Frauen aus 170 Ländern teilnehmen. Foto: Gudrun Strobel

Stolberg. Zum Weltgebetstag lädt die Evangelische Kirchengemein­de Stolberg am Freitag, 7. März, zu einem ökumenischen Gottesdienst in die Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt ein. Beginn ist um 15 Uhr. Um 14.30 Uhr werden die Lieder eingesungen. Auch muslimische Frauen werden sich an dem Gottesdienst beteiligen. Im Anschluss ist ein Kaffeetrinken im ökumenischen Gemeindezentrum Frankental vorgesehen.

Der Weltgebetstag wird inzwischen in mehr als 170 Ländern organisiert. Er bringt die Frauen verschiedener Hautfarben, Kulturen und Traditionen näher zueinander. In Zeiten politischer und gesellschaftlicher Umbrüche sei in diesem Jahr das Land Ägypten in den Mittelpunkt des Weltgebetstages gestellt worden, sagt Pfarrerin Elke Gericke. Nach dem Sturz seines damaligen Präsidenten Mubarak vor rund drei Jahren komme Ägypten nicht zur Ruhe.

Vor allem die heutige Situation der Frauen im Land am Nil steht im Mittelpunkt des Weltgebetstags 2014. Ihre Bitten sind hochaktuell: Für alle Menschen in Ägypten – ob christlich oder muslimisch – „sollen sich Frieden und Gerechtigkeit Bahn brechen, wie Wasserströme in der Wüste“ (Bibelstelle: Jes 41,18ff.). Rund ums Wasser kreist der diesjährige Weltgebetstag mit dem Titel „Wasserströme in der Wüste“: Wasser ist eine gefährdete Ressource in Ägypten, einem der wasserärmsten Länder überhaupt.

Wasser als Symbol der Hoffnung

Es ist auch ein Symbol der Hoffnung für Ägyptens rund zehn Prozent christliche Bevölkerung. Immer wieder sind sie Ziel gewaltvoller Übergriffe radikaler islamistischer Kräfte, vor allem seit dem Sturz des Präsidenten Mursi und der Muslimbruderschaft im Sommer 2013.

Doch nicht nur die Hoffnungen der christlichen Minderheit sind der Ernüchterung gewichen. Auch die junge Generation, die 2011 mutig für Freiheit und soziale Gerechtigkeit auf die Straße ging, sieht sich mit unverändert hoher Arbeitslosigkeit konfrontiert. Frauen und Mädchen erleben verstärkt Gewalt und sexuelle Übergriffe.

Mit Blick auf die damalige Aufbruchsstimmung fragt der Weltgebetstag 2014 nach der heutigen Situation im Land und nimmt vor allem die Situation der ägyptischen Frauen in den Blick. Mit den Kollekten der Gottesdienste werden unter anderem zwei ägyptischen Partnerorganisationen unterstützt, die sich für Mädchenbildung und die Mitbestimmung von Frauen einsetzen. Auch ihre Arbeit setzt Hoffnungszeichen für Ägyptens Zukunft.

Zur heutigen Situation in Ägypten bietet die Evangelische Gemeinde auch einen Vortrag an. Am Donnerstag, 20. Februar, wird Islam-Wissenschaftlerin und Ägypten-Expertin Dr. Rita Breuer den Alltag ägyptischer Frauen beleuchten. Beginn ist um 19 Uhr im Gemeindezentrum Frankental.

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