Welt-Alzheimer-Tag: Es gibt vielfältige Hilfsangebote

Von: kt
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Ein Dozent markiert ein Spielbrett mit Pfeilen für an Demenz erkrankte Personen. Bewegung und auch Gesellschaftsspiele fördern die Merkfähigkeit und das Gedächtnis. Foto: dpa/Friso Gentsch

Stolberg. Am Donnerstag ist Welt-Alzheimertag. Die Selbsthilfegruppe Stolberg weist aus diesem Anlass auf vielfältige Hilfsangebote hin, die den Betroffenen bietet. Der Welt-Alzheimertag soll auf die Situation dementer Menschen aufmerksam machen.

Im Rahmen der Alzheimertage bietet die Städteregion Aachen noch bis zum 30. September viele Veranstaltungen für Betroffene, Angehörige und Interessierte an. Wir haben Monika Böttger von der von der Selbsthilfegruppe Demenz für Stolberg und Eschweiler Fragen zur Alzheimer-Demenz gestellt.

Was sind erste Anzeichen für eine Alzheimer-Erkrankung?

Böttger: Eine Alzheimer-Demenz zeichnet sich nicht allein durch zunehmende Vergesslichkeit aus. Den Betroffenen geht oft auch das Zeitgefühl verloren. Dann werden beispielsweise Tageszeiten verwechselt. Vielen geht auch auch das Gefühl für die Wertigkeit von Geldscheinen verloren. Viele Münzen erscheinen dann wertiger als ein Fünfeuroschein.

Wo ist die Schwelle von „normaler“ Vergesslichkeit zur Demenz?

Böttger: Für Laien ist das sehr schwer festzustellen. Wenn man den Verdacht hat, dass ein Angehöriger betroffen sein könnte, solle man mit demjenigen einen Arzt aufsuchen und abklären lassen, was los ist. In den meisten Fällen ist es an den Angehörigen, aktiv zu werden: In gut fünf Jahren Arbeit mit der Selbsthilfegruppe habe ich nur zwei Betroffene kennengelernt, die sich selbst in Behandlung begeben haben: Diese Menschen haben festgestellt, dass sie ihren Tag nicht mehr so strukturieren konnten wie zuvor, oder dass es ihnen schwer fiel, zusammenhängende Sätze zu sprechen.“

Kann der Verlauf einer Alzheimer-Demenz verzögert werden?

Böttger: Medikamente spielen eine wichtige Rolle bei der Behandlung von Patienten mit Demenzerkrankung, informiert die Deutsche Alzheimer Gesellschaft. Sie können den Alltag durch die Stabilisierung der geistigen Leistungsfähigkeit erleichtern und verhindern in einigen Fällen die weitere Schädigung des Gehirns.

Wichtige Therapiemethoden sind außerdem Gedächtnistraining, zum Beispiel mit dem klassischen Memory-Spiel und Bewegung. Letztere fördert unter anderem auch die Zellerneuerung. Sportliche Übungen werden meist mit geistigen Übungen kombiniert. Auch Musik kann helfen. Sie erreicht demente Menschen noch in vielen Stadien der Erkrankung. Das Gedächtnis kann außerdem oft gut mit Sprichworten oder Redewendungen angeregt werden.

Gibt es Maßnahmen, wie man im Verlauf des Lebens einer Demenz-Erkrankung vorbeugen kann?

Böttger: Es ist wichtig, sich immer wieder auf Neues einzulassen, wenn man versucht, den Geist zu trainieren. Kreuzworträtsel zu machen, ist zwar schon eine gute Maßnahme. Wer aber immer nur Kreuzworträtsel macht, hat aber auch eine gewisse Routine. Der gelegentlich Umstieg auf ein Sudoku kann da aber zum Beispiel schon Abhilfe schaffen.

Gibt es Angebote für Betroffene und Angehörige in Stolberg.

Böttger: Die Selbsthilfegruppe für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen beziehungsweise Freunde trifft sich jeden zweiten Samstag im Monat an der „Bohler Heide“ im Eschweiler Stadtwald. Nach einem gemeinsamen Spaziergang wird eingekehrt zum Kaffeetrinken.

Unregelmäßig gibt es im Helene-Weber-Haus, Oststraße 66 in Stolberg, verschiedene Aktivitäten, wie Plätzchen backen, Tanz und Musik, die helfen sollen, auch einmal Ablenkung und Abwechslung zu erfahren. Auch wenn jeder Erkrankte anders ist und die Erkrankung sehr unterschiedlich verläuft, hilft es den Angehörigen sehr, sich über alltägliche Probleme mit anderen auszutauschen.

Beratungsgespräche bietet die Selbsthilfegruppe nach Voranmeldung bei Monika Böttger unter Telefon 9058720 oder unter boettger.monika@web.de. Informationen zu allen Angeboten gibt es unter: www.alzheimergesellschaft-aachen.de.

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