Weiterhin keine Lösung für das Kloster Zweifall in Sicht

Von: Michael Grobusch
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Stolberg-Zweifall. Es ist viel gesprochen worden an diesem Mittwochabend hinter verschlossenen Türen im Kloster Zweifall. Vor allem über die Vergangenheit, in der es seit 2004 immer wieder um den Kampf für den Erhalt der Einrichtung ging.

Der ist nach wie vor das Ziel der beiden verbliebenen Karmelitinnen-Schwestern Maria Regina und Katharina. Und auch der „Freundeskreis des Karmel”, der mit zwei Vertretern an der Unterredung teilgenommen hat, bleibt dabei, dass die 1955 gegründete Ordensgemeinschaft eine Zukunft haben muss.

Wie die aussehen könnte, ist allerdings weiterhin ungewiss. Denn wenngleich das erstmalige Treffen mit den beiden vom Amtsgericht Aachen eingesetzten Notvorstandsmitgliedern des Klostervereins - in seinem Besitz sind Klosterimmobilie und Grundstücke - nach Aussage von Johann Ehlen in einer angenehmen Atmosphäre stattgefunden hat, beklagt der Sprecher des Freundeskreises, dass es keinerlei konstruktive Hinweise auf eine Lösung des immer wieder eskalierenden Konflikts gegeben habe.

„Der Notvorstand war weder mit Aufträgen noch mit einer Botschaft ausgestattet”, erklärte Ehlen am Donnerstag auf Anfrage unserer Zeitung. „Auf dieser Basis war es natürlich unmöglich, einen konstruktiven und verbindlichen Beitrag zur Beilegung des Streits zu erarbeiten.”

Einmal mehr drängt der Freundeskreis auf einen direkten Kontakt zum Bistum, der ihm bis dato stets verweigert worden sei. „Vernünftige Gespräche würden sicherlich auch zu einer vernünftigen Lösung führen”, zeigt sich Johann Ehlen überzeugt. Wobei er deutlich macht, was der Freundeskreis unter „vernünftig” versteht: „Warum lässt der Bischof nicht alles so, wie es derzeit ist? Aus unserer Sicht gibt es keinen Grund, an der aktuellen Situation etwas zu ändern.”

Für die Katholiken sei das Kloster mit seiner Kirche und den dort gefeierten Gottesdiensten enorm wichtig, stellt Ehlen mit Blick auf Pastor Hans Doncks fest. Er hatte 25 Jahre in der Pfarre St. Rochus gewirkt, ehe er im Sommer 2007 nach Heimbach wechselte, ohne dass seitdem ein Nachfolger benannt worden ist. Zudem genieße das Kloster als Kunstzentrum einen inzwischen auch überregional anerkannten Ruf.

Der Sprecher stellt sich nach eigenem Bekunden immer wieder folgende Fragen: „Warum drängt der Bischof auf die Einsetzung eines Notvorstandes für den Klosterverein und versucht, auf diesem Weg die Auflösung zu erzwingen? Und warum müssen wir fürchten, dass das Kloster, wenn es nach der Auflösung an das Bistum gefallen ist, verkauft wird?”

Den Kampf für das Kloster und die Ordensgemeinschaft will der Freundeskreis fortführen. Gegen die Einsetzung des Notvorstandes hat er Einspruch eingelegt. Und auch einer möglichen Vereinsauflösung will er mit juristischen Mitteln entgegenwirken. „Der Verein kann nicht vom Vorstand allein aufgelöst werden. Dazu bedarf es der Zustimmung seiner Mitglieder. Und die werden Schwester Maria Regina und Schwester Katharina sicherlich nicht erteilen”, stellt Johann Ehlen klar.

Bis auf weiteres werden die Karmelitinnen somit in Ungewissheit leben - und zudem nahezu mittellos und auf Spenden angewiesen, weil der Notvorstand das Konto des Klostervereins seit September gesperrt hat. Anfang kommenden Jahres soll es ein weiteres Gespräch mit dem Notvorstand geben. Der Freundeskreis wird sich daran nicht beteiligen - weil er von Seiten der Vorstandsmitglieder darum gebeten worden ist. Und, daraus macht Johann Ehlen keinen Hehl, weil er an dieses Gespräch keinerlei Erwartungen und Hoffnungen knüpft.
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