Stolberg - Weitere Teile von „Burg Bleibtreu“ unter Schutz

Weitere Teile von „Burg Bleibtreu“ unter Schutz

Von: dö
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Der nördliche Flügel der Kupferhofanlage „Burg Bleibtreu“ an der Eisenbahnstraße soll nun auch unter Denkmalschutz gestellt werden. Foto: J. Lange

Stolberg. Schon 1984 wurde der an der Eisenbahnstraße gelegene Unterste Hof - auch Burg Bleibtreu genannt - unter Schutz gestellt und in die Denkmalliste der Kupferstadt Stolberg eingetragen. Jetzt hat der Ausschuss für Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, weitere Teile des alten Kupferhofes unter Schutz zu stellen.

Das heißt konkret, dass jetzt der Gebäudeflügel im Norden der historischen Anlage, eine Turbine aus den 1960er Jahren und der Ellermühlenteich genannte Wassergraben ebenfalls Bestandteil des Denkmals mit der Bezeichnung Unterster Hof sind.

Um die Ausschussmitglieder mit Hintergrundinformationen zur Geschichte und Entwicklung des Kupferhofes zu versorgen, ist dem Beschlussvorschlag eine ausführliche Beschreibung des Amtes für Denkmalpflege im Rheinland (LVR) beigefügt. Demnach besteht der Unterste Hof aus einer zweigeschossigen, vierflügeligen Bruchsteinanlage, die an der Eisenbahnstraße inmitten eines parkähnlichen Terrains liegt. Gründer des Ensembles waren im 17. Jahrhundert die Kupfermeister Franz Östlinger und Servas von der Weiden. Im 18. Jahrhundert ging das Objekt in den Besitz der Familie Schleicher über.

Die Familie erweiterte in der Folgezeit die historischen Bauten und ergänzte sie durch eine neben dem Untersten Hof angesiedelte große Werksanlage. Ihren Antrag an die Stadt Stolberg, den Denkmalbereich auszudehnen, begründen die Denkmalschützer vom Landschaftsverband Rheinland damit, dass der Unterste Hof zu den wenigen Stolberger Kupferhöfen gehört, die ihr ursprüngliches Gesicht bewahrt haben.

Das heißt, der bauliche Bestand ist einschließlich der früheren Produktionsanlagen und der wassertechnischen Einrichtungen - sprich Ellermühlenteich - noch vorhanden und kann so auch für heutige Generationen nachvollzogen werden.

Der Flügel im Norden, der jetzt unter Schutz gestellt wurde, ist das alte Hammergebäude mit seinen technischen Einrichtungen. Dazu gehört auch die 1965 in der Maschinenfabrik „Dress & Co“ in Werl hergestellte Turbine. Die Turbine diente nach den erhaltenen Schaltskizzen einst zum Antrieb eines Generators.

Im Nachbarraum ist das gusseiserne Lager einer Wasserradwelle vorhanden. Welle und zugehörige Teile wurden durch das Museum Zinkhütter Hof ausgebaut und dort gelagert.

Erhalten blieb im Hammergebäude auch ein Kegelrad mit einer Transmissionswelle. Diese aufgezählten Teile einschließlich des Hammergebäudes gehören nun ebenfalls zum denkmalgeschützten Bereich des Untersten Hofes. Hinter dem Hammergebäude liegt als offener Wassergraben der Ellermühlenteich.

Das Wasser des Ellermühlenteiches hatte einst dem Antrieb der Hammerwerke und Mühlräder gedient. Diese wassertechnische Einrichtung gehört nun gleichermaßen zum Denkmalschutz.

Somit bleibt als Fazit: Der Unterste Hof ist eine bedeutende kulturelle und industriegeschichtliche Einrichtung, deren Bestand immer wieder überprüft und wenn nötig, den veränderten Bedingungen des Denkmalschutzes angepasst werden muss.

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