Weitere Brücken müssen saniert werden

Von: Jürgen Lange
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Die Widerlager der Brücke über den Vichtbach von der L 238 in den Steinbruch Mückenloch sind marode; sie sollen saniert werden. Foto: J. Lange
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Die Sperrung der unteren Eschweilerstraße soll 2017 enden. Die Koalition will die Heinrich-Heimes-Brücke neu bauen. Foto: J. Lange

Stolberg. Mit Venedig kann man die Kupferstadt kaum vergleichen, aber Brücken bereiten auch der kleineren, touristisch aufstrebenden Metropole zunehmend Sorgen. Die meisten der weit mehr als 80 Bauwerke über Vicht- und Münsterbach sowie ihrer vielen kleineren Zuflüsse und Siefe stammen aus alten Zeiten und sind dementsprechend marode.

Gut eineinhalb Millionen Euro investierte Stolberg im vergangenen Jahr in zwei große Sanierungsmaßnahmen: Die Brücke über die Vicht in der Enkereistraße wurde grundlegend saniert, und der über den Münsterbach in die Hammmühle führende Brückenschlag komplett neu gebaut.

Doch angesichts mehrerer Dutzend Bauwerke ist nach der Sanierung in Stolberg immer auch vor der Sanierung. Auf rund 250.000 Euro werden alleine die Kosten für die Sanierung der nächsten beiden Brücken geschätzt, die derzeit für den Verkehr komplett gesperrt oder stark eingeschränkt sind.

Seit Mai 2011 dürfen aufgrund eines Schadens am Widerlager keine Kraftfahrzeuge mit mehr als 2,8 Tonnen Gesamtgewicht die Brücke über die Vicht in den Steinbruch Mückenloch passieren. Die Zufahrt zur Copper-City-Pioneer-Ranch im früheren ATG-Heim ist somit nicht einmal mehr passierbar für Rettungstransportwagen, geschweige denn für Löschfahrzeuge oder Holztransporter. Entsprechend notwendig ist eine Sanierung. Die erheblich beschädigten und teilweise stark ausgespülten Widerlager sollen nun mit einem Injektionsverfahren stabilisiert und das Bruchsteinmauerwerk ebenso wie die seitlichen Flügelwände und die Anfahrtsbereiche ausgebessert werden. Darüber hinaus ist ein neues Geländer erforderlich, da das bestehende nicht ausreichend stabil ist. Während der Arbeiten soll die Brücke weiterhin mit maximal 2,8 Tonnen befahren werden können.

Komplett gesperrt für Fahrzeuge ist seit November 2012 die marode Brücke über den Omerbach in der Gressenicher Brühlstraße. Ein Neubau des eher überschaubaren Bauwerks ist aber aufgrund einer Eingabe der Stolberger Feuerwehrerforderlich, damit diese die ihr vorgeschriebenen Einsatzzeiten einhalten kann. Dazu muss die neue Brückenplatte auf Bohrpfähle gesetzt werden, denn ein im Bachbett verlegter Mischwasserkanal verhindert die Verwendung eines Kastenprofils als Brückenbauwerk. Allerdings wird dieses auch aus anderen Gründen sein Aussehen verändern: Untere Wasserbehörde und Wasserverband Eifel-Rur weisen darauf hin, dass auf die aktuellen Erkenntnisse des Hochwasserschutzes geachtet werden müssen. Somit muss die Brücke höher als derzeit ausgelegt und die Anschlüsse an die Fahrbahnen von Brühl- und Rottstraße angepasst werden. Baubeginn soll im November sein.

Weniger gut sichtbar, aber nicht minder bedeutend sind zwei marode Durchlässe für das Lamersief in Schevenhütte. Auf rund 85.000 Euro werden alleine die Baukosten für eine Erneuerung geschätzt. Der Durchlass „Lamersiefen“ ist von der hydraulischen Dimensionierung nicht ausreichend, so dass bei Starkregenereignissen die angrenzenden Grundstücke nebst Gebäuden überschwemmt werden, und der Durchlass „Bend“ ist zum Teil eingestürzt und aufgrund seines maroden Zustandes zwingend erneuerungsbedürftig. Anderenfalls besteht die Gefahr, dass der Durchlass einstürzt, der Bach aufgestaut wird und Teile der Straße unpassierbar werden. Am Mittwoch soll der Bauausschuss die Planung beauftragen.

Am kommenden Dienstag wird sich der Hauptausschuss mit einem Antrag von CDU und SPD beschäftigen, die Heinrich-Heimes-Brücke auf der Mühle wieder für den Verkehr passierbar zu machen. Die Planung dazu soll im kommenden Jahr, die Arbeiten in 2017 anlaufen. Die teilweise Abbindung der unteren Eschweilerstraße sei als Dauerlösung nicht akzeptabel und konterkariere die Bemühungen zur Wiederbelebung der Innenstadt, befindet die große Koalition. Die Sperrung seit November 2012 sie lediglich angesichts der Finanzsituation erfolgt.

Nach jahrelangen Planungen und Verhandlungen mit der Unteren Wasserbehörde, wie der Hochwasserschutz zu berücksichtigen sei, lag vor drei Jahren die Kostenschätzung für einen Neubau bei 520.000 Euro. Heute rechnen Fachleute mit nahezu dem doppelten Aufwand.

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