Weißer Rauch steigt auf am Brockenberg

Von: Michael Grobusch
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Der juristische Funkenflug zwi
Der juristische Funkenflug zwischen Teilen der Belegschaft des Hydraulik-Spezialisten Hoven und der Geschäftsleitung ist beendet. Nun soll weiter auf einen Haustarifvertrag verhandelt werden. Foto: M. Grobusch

Stolberg. Die Hinweise der Richter müssen wohl deutlich gewesen sein. Nach zwei Kammerterminen vor dem Aachener Arbeitsgericht gingen die Streitparteien mit dem Auftrag aus dem Saal, im Sinne aller Beteiligten doch eine gütliche Einigung zu erzielen.

Und was über Monate als nahezu undenkbar galt, war auf einmal tatsächlich möglich. So haben sich die 14 Mitarbeiter der Maschinenfabrik Hoven, die im vergangenen Herbst rückwirkend zum 1. Juli 2011 eine zusätzliche Bezahlung von vier Arbeitsstunden geltend gemacht hatten, in Einzelgesprächen und am Ende doch kollektiv mit der Geschäftsführung verständigt.

„Natürlich weichen die Ergebnisse von dem ab, was die Kollegen ursprünglich gefordert haben. Aber das liegt nun mal in der Natur eines Kompromisses”, betonte der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Willi Wetzig, der zu den klagenden Mitarbeitern gehörte, auf Anfrage unserer Zeitung. Über Details der Einigung konnte Wetzig keine Aussage machen.

Alle Beteiligten haben sich auf „absolutes Stillschweigen” verständigt, was nicht nur das Auftreten in der Öffentlichkeit, sondern auch den Informationsfluss innerhalb des Kollegiums angeht. „Das halte ich für sinnvoll, weil damit auch der Gruppenzwang raus ist. Jeder hat mit sich und dem Arbeitgeber eine Lösung erzielt, mit der er leben kann. Das ist ein Ergebnis, das ich sehr positiv bewerte”, erklärte Willi Wetzig.

Kern des Streits war aus Sicht der Klagenden eine 2008 ausgelaufene Betriebsvereinbarung gewesen, in der eine Anhebung der Wochenarbeitszeit von 35 auf 39 Stunden festgeschrieben worden war - ohne Lohnausgleich. Angesichts der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise habe man an dieser Regelung zunächst stillschweigend festgehalten, wenn sie auch ohne Nachwirkung gewesen sei, so Wetzig. „In der Zwischenzeit hatten sich die Rahmenbedingungen aber deutlich zum Vorteil verändert. Und darauf haben wir frühzeitig hingewiesen.”

Die lange Zeit verhärteten Fronten haben sich nun doch noch aufgelöst. Und damit tun sich neue - oder besser gesagt alte - Perspektiven auf. Denn die Geschäftsleitung hatte die Verhandlungen mit IG Metall und Betriebsrat über einen Haustarifvertrag und den Abschluss eines Entgeltrahmenabkommens angesichts des Streitfalls mit Teilen der Belegschaft im Herbst abgebrochen. Nun werden die Gespräche wieder aufgenommen, wie Rolf Hoven gegenüber unserer Zeitung ankündigt. „Wir haben eine für beide Seiten positive Lösung gefunden. Jetzt blicken wir nach vorne und werden uns wieder an einen Tisch setzen”, so der Geschäftsführer.

Einen verbindlichen Zeitplan für die Verhandlungen gebe es nicht, wohl aber sei es das erklärte Ziel, „schnellstmöglich” zu einem Abschluss zu kommen.

„Schnellstmöglicher Abschluss”

„Wir fangen ja nicht bei Null an, sondern können an das im vergangenen Jahr erreichte Zwischenergebnis anknüpfen.” Das sieht Georg Moik genauso. Der Gewerkschaftssekretär der IG Metall erwartet eine baldige Fortsetzung der Gespräche, an deren Ende ein für die Geschichte des Büsbacher Hydraulik-Spezialisten und die derzeit knapp 100 Mitarbeiter einmaliges Abkommen stehen soll.

In das verbesserte Betriebsklima passt auch die gute wirtschaftliche Situation. Die beschreibt Rolf Hoven so: „Wir sind zufrieden. Die Märkte für uns gibt es, auch wenn sie hart umkämpft sind.”
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