Weihnachtsmarkt-Händler: Durchwachsenes Zwischenfazit

Von: slg
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Die Händler auf dem Alten Markt sind ganz zufrieden mit dem Weihnachtsmarkt. Doch vor 15 Uhr ist kaum etwas los. Foto: S.-L. Gombert

Stolberg. Das vierte Wochenende haben die Standbetreiber des Stolberger Weihnachtsmarkts nun hinter sich, am kommenden Wochenende steht für viele von ihnen der Endspurt bevor. Denn während der Weihnachtstreff auf dem Kaiserplatz noch nach den Feiertagen geöffnet sein wird, ist das Treiben auf dem Alten Markt und rund um die Burg dann vorbei.

Das Zwischenfazit fällt für die Händler durchwachsen aus: Während einige mit den bisherigen Wochenenden durchaus zufrieden sind, sehen andere dringenden Verbesserungsbedarf.

„Bei uns gehen pro Tag mit Sicherheit 30 Kilogramm Printen über die Ladentheke“, erklärt Ulrike Inchingolo, die auf dem Alten Markt am Stand der Büsbacher Bäckerei Tempelmann arbeitet. Sie und ihre Kollegen könnten sich über mangelnden Zulauf von Kunden nicht beklagen, erklärt sie. Besucher aus Kanada, England, Holland, Belgien und Frankreich habe sie schon beobachtet.

Während die Stolberger Weihnachtsmarktbesucher gerne mal ein Brot kaufen, seien es vor allem die auswärtigen Gäste, die klassisches Weihnachtsgebäck einkaufen: Neben Printen sind das vor allem auch Christstollen. „Ganz gut geht natürlich auch unsere Weihnachtscurrywurst“, verrät Inchingolo. Es gebe Stammkunden, die kämen jedes Jahr, um mit der Familie an ihrem Stand eine Currywurst essen zu können. „Und so etwas ist für uns als Standbetreiber dann auch immer schön.“

Wenn Ulrike Inchingolo etwas zu kritisieren hätte, dann wären es wohl die Öffnungszeiten des Markts, die nicht ganz zu den Besucherströmen passen: Die Stände auf dem Markt seien samstags und sonntags bereits ab 12 Uhr geöffnet, doch vor 15 Uhr sei kaum jemand auf dem Weihnachtsmarkt zu sehen.

Das ist eine Beobachtung, die auch Vera Semrau aus Breinigerberg macht: Vor allem der Anfang der Weihnachtsmarktwochenenden läuft aus ihrer Sicht etwas schleppend. „Viele scheinen gar nicht zu wissen, dass wir freitags ab 17 Uhr geöffnet haben“, sagt sie. Sie verkauft auf dem Alter Markt Essige, Öle, Liköre und andere Feinkostprodukte. „Wir können natürlich erst nach dem Ende des Markts ein richtiges Fazit ziehen“, sagt sie. Doch grundsätzlich laufe der Verkauf ganz gut – wobei auch sie von den vielen internationalen Marktbesuchern profitiere.

Nicht sonderlich zufrieden ist Agim Mehmeti. Er ist mit seinem orientalisch angehauchten Stand auf dem Weihnachtstreff am Kaiserplatz zum ersten Mal dabei. Im Angebot sind Falafel, Suppen oder Tees. „Die Stadt sollte überlegen, den Weihnachtsmarkt unter ein Motto zu stellen“, findet Mehmeti und erklärt: „Weihnachtsmärkte, die zum Beispiel durch und durch mittelalterlich gestaltet sind, finden großen Anklang.“ So können sich auch die Stolberger Burgritter, die an drei Adventssonntagen im Kräutergarten der Burg ihr Lager aufschlagen, nicht über mangelnden Zulauf beschweren. Mehmeti habe auf dem Kaiserplatz hingegen beobachtet, dass viele Besucher einfach durchlaufen, ohne stehenzubleiben. „Es gibt ja auch, abgesehen von den Essenständen, nicht viel zu sehen.“

In diese Kerbe haut auch ein weiterer Standbetreiber, der seinen Namen lieber nicht in der Zeitung lesen möchte. „Vor allem rund um die Burg verschenkt der Stolberger Weihnachtsmarkt Potential“, so seine Kritik. Viele Besucher seien enttäuscht, wenn sie zur Burg hinaufsteigen und dort kaum etwas anderes kaufen können als Getränke und ein paar Kleinigkeiten zu essen. „Hier sollten Handwerker ihre Waren anbieten. Die Leute wollen etwas zum Anschauen haben“, so der Standbetreiber.

Positive Rückmeldungen gibt es von Agim Mehmeti hingegen für den Weihnachtsexpress, der an den Wochenenden durch die Stadt pendelt und die Leute vom Kaiserplatz zum Alter Markt bringt. „So wird eine Verbindung zwischen den Märkten geschaffen.“ Er vermutet, dass viele Besucher sonst gar nicht wüssten, dass es auch am Kaiserplatz etwas zu sehen gebe.

Ob an der Burg oder auf dem Kaiserplatz: Voll des Lobes sind die Händler für das Engagement des Stolberger Kulturvereins City Starlights. „Was die Weihnachtselfen machen, ist enorm“, sagt ein Standbetreiber. Und Agim Mehmeti ergänzt: „Es ist schon schön, was hier los ist, wenn die Adventsfenster geöffnet werden.“ Darüber hinaus passiere am Kaiserplatz aber zu wenig.

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