Weihnachtsmarkt am Zippchen ist Geschichte

Von: -jül-
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Auch die Kinder werden ihn bestimmt vermissen: Den Weihnachtsmarkt mit Nikolaus-Bescherung am Zippchen wird es nicht mehr geben. Foto: J. Lange

Stolberg-Büsbach. Es war 1982, als die „Jungs” aus der Hostetstraße um Hubert Latz erstmals den Weihnachtsmarkt organisierten. Doch schon damals hatte die Idee einen Vorläufer im Stammtisch „de Nölle” aus der Gaststätte „Zum Zippchen”, die eines Tages auf den Gedanken gekommen waren, etwas für die Leute am Zippchen zu tun - zunächst das Aufstellen eines Weihnachtsbaums.

1964 wurde der erste errichtet.

Das Baumsetzen wurde natürlich gefeiert, und immer mehr Nachbarn fanden die Idee gut. Als sich der Stammtisch auflöste, blieb der harte Kern zusammen und machte weiter. 1982 nennt Hubert Latz als Datum für den ersten richtigen Weihnachtsmarkt, der aus dem gemeinsamen Trinken der ein oder anderen Tasse Glühwein erwachsen ist.

Weitere Ära geht zu Ende

1985 konnte eine Bude angeschafft werden und der Büsbacher Weihnachtsmarkt am ersten, später zweiten Adventssamstag ist seitdem weit über seine Anfänge hinaus gewachsen und fand viele Freunde auch weit über die Grenzen der Hostetstraße und des Dorfes hinaus. Er wuchs stetig, die Zahl der Besucher nahm ebenso zu wie die der Kinder, die der Nikolaus mit einem Präsent bescheren konnte.

Der Zuspruch wurde so groß, dass die freiwillige Spende als Gegenleistung für den angebotenen Glühwein, Reibekuchen, Würstchen und Grillspeck in den letzten Jahren schon dem Verkauf von Verzehrbons weichen musste und der organisatorische Aufwand immer größere Dimensionen annahm.

Eine Dimension, denen sich die Interessengemenschaft Zippchen nicht mehr richtig gewachsen sieht. Denn der 27. offizielle Weihnachtsmarkt im vergangenen Jahr war der letzte. „Der Abschied einer Ära, die wir alle gut in Erinnerung behalten werden”, bedauert Hubert Latz im Aushang am Zippchen mitteilen zu müssen.

Das Ende dieses Brauchtums gründet in vielen Ursachen. Eine davon ist, dass die „Jungs” während der letzten Jahrzehnte auch selbst in die Jahre gekommen sind. „Und neue, junge Mitstreiter sind leider auch nicht in Sicht”, bedauert Erwin Tings. Das Ende des Weihnachtsmarktes hängt aber auch zusammen mit dem Ende einer weiteren Ära:

Trudi und Hans Schlepütz tauschen den Zapfhahn im „Zippchen” mit der Rentnerbank. 36 Jahre lang waren sie der Inbegriff der Gastlichkeit hier im historischen Kern Büsbachs, wo so viele tolle Ideen geboren wurden. Wann genau die traditionsreiche Gaststätte Nachfolgern übergeben wird, steht noch nicht ganz fest. Aber diese Ungewissheit wirkte sich auch aus auf die Absage des Weihnachtsmarktes, denn ohne Trudi und Hans wäre das Projekt kaum zu bewältigen.

Breiniger Erfahrungen

Doch es gibt noch einen weiteren Grund: „Was wird, wenn einmal etwas passieren sollte?” fragte sich die IG Zippchen. Zwar sind Weihnachtsbaum und Buden versichert, aber die jüngste Erfahrung des Breiniger Hahnenvereins mahnte die Büsbacher zur Vorsicht.

Denn sollte einem Besucher des Weihnachtsmarktes etwas passieren, dann könnten die Mitglieder der Interessengemeinschaft schnell persönlich und finanziell zur Verantwortung gezogen werden. Ein Risiko, das sie sich einfach nicht leisten können. So endete eine Ära, die sich alle Besucher des Weihnachtsmarktes gerne in Erinnerung behalten werden.
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