„Weihnachtskiste 2015“ : Bedürftige sollen schönes Fest feiern

Von: Ottmar Hansen
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Die Kinder einer Gruppe aus dem Kindergarten in Gressenich brachten ebenfalls Geschenkpakete vorbei. Foto: F.J. Loch

Stolberg. Karre um Karre wird in den großen Saal des Museums Zinkhütter Hof geschoben. Voll beladen mit bunten Weihnachtskisten, die von den Helfern der Stolberger Tafel hoch gewuchtet und auf den bereit stehenden Tischen verteilt werden.

Die Stolberger zeigen sich am Mittwoch wieder einmal von ihrer spendablen Seite. An der Weihnachtspaketaktion von Tafel und Zeitungsverlag Aachen haben sie sich fleißig beteiligt. Die mit Lebensmitteln und Spielzeug voll gepackten Kisten sollen heute an die weniger betuchten Familien und Senioren aus der Stadt verteilt werden.

Franz-Josef Loch, Vize-Vorsitzender der Stolberger Tafel, ist die Erleichterung deutlich anzumerken. Jedes abgegebene Paket wird registriert, und gegen 15.30 Uhr sind schon rund 750 Kartons abgegeben worden. Und minütlich werden neue Anlieferungen in den Saal gerollt. „Am späten Nachmittag wird wohl noch einmal ein großer Schwung an Menschen mit Paketen herein kommen“, ist sich Loch sicher. Im vergangenen Jahr standen 1175 Pakete abholbereit auf den Tischen, als die Helfer der Tafel den Raum nach 18 Uhr abgeschlossen haben. Der „Rekord“ liegt bei 1200 Kisten, die im ersten Jahr der Aktion vor mehr als zehn Jahren vorbei gebracht worden waren. Einen absoluten Tiefpunkt erlebte die Aktion im Jahr 2013. Da waren es nur 650 Weihnachtspakete, und die Helfer der Tafel mussten Bedürftige mit leeren Händen nach Hause schicken. Kein schönes Gefühl. Im vergangenen Jahr gab es dann wieder für jeden Bedürftigen, der zum Zinkhütter Hof gekommen war, ein Weihnachtsgeschenk.

Wer wird mit den Geschenkekisten bedacht? Zunächst einmal die Familien der rund 750 Tafelkunden. Sie werden von den fleißigen Helfern heute ab 9.45 Uhr an einen Tisch geführt und können sich dann unter sechs Paketen vor ihren Augen eines für sich aussuchen. Die restlichen Pakete werden ab 15 Uhr an Bedürftige mit Jobcenter-Ausweis oder ältere Menschen mit geringer Rente verteilt.

Was ist in den Paketen? Die Spender haben in der Regel leckere Sachen für die Empfänger eingepackt. Nudeln, Kaffee, Süßigkeiten oder eine gute Flasche Wein gehören oft dazu. Für die Kinder haben viele Spender außerdem noch separat Spielzeug abgeliefert, das auf einem Extra-Tisch aufgebaut wird. „Vom kleinen Rädchen bis zum Teddybär ist alles dabei“, freut sich Franz-Josef Loch. Manche Spender haben auch muslimische Empfänger im Blick. Ihre Kisten sind ohne Schweinefleisch und Alkohol befüllt worden. Eigentlich sollten die Türen zum Zinkhütter Hof erst um 8 Uhr morgens geöffnet werden. Loch: „Da standen die ersten Spender, die ihre Kisten abgeben wollten, aber schon längst vor der Türe.“

Zwei Klassen des Goethe-Gymnasiums brachten ebenfalls Pakete vorbei, die sie gemeinsam gepackt hatten. Außerdem eine Gruppe des Kindergartens aus Gressenich. Am frühen Nachmittag sind alle Tische voll beladen mit Geschenkekartons. Ein beeindruckender Anblick. Die nächsten Kartons werden unter den Tischen auf dem Boden aufgereiht. „Wenn der Platz hier unter nicht mehr reicht, haben wir ja immer noch die Empore“, beruhigt Loch.

Rund 30 Helfer der Tafel sind damit beschäftigt, die Weihnachtspakete in Empfang zu nehmen und unterzubringen. Auch Nachwuchspolitiker und Schüler haben sich angeboten, bei der Annahme zu helfen. Alle Pakete sind offen, so kann man meistens auf den ersten Blick sehen, womit sie befüllt sind. Und auch bei der Verteilung am Donnerstag werden viele Stolberger mit anpacken. Loch: „Etliche Freiwillige haben sich angeboten, mit ihrem Auto die Empfänger und deren Kartons nach Hause zu fahren. Denn die voll mit Geschenken beladenen Kartons sind für einen Fußgänger dann doch etwas schwer.“ Ein Mann habe angerufen und berichtet, dass seine Frau im Krankenhaus liege. Statt alleine daheim zu sitzen, wolle er doch lieber die Empfänger von den Weihnachtskisten nach Hause fahren.

Es geht auch leichter, zumindest, was das Gewicht angeht. Die Tafel hat auch Gutscheine von Spendern angenommen. Damit können die bedürftigen Menschen in Lebensmittelgeschäften oder beim Metzger um die Ecke einkaufen. Ausnahmsweise nahm die Tafel auch Geldspenden entgegen. Loch: „Eigentlich ist das Prinzip von Tafeln, dass sie Lebensmittel zur Verfügung gestellt bekommen und nicht kaufen.“ Wenn ein Spender dann doch lieber Geld gibt, das an den Zweck „Lebensmittelkauf“ gebunden ist, kann die Tafel das Geschenk annehmen. Und eben selbst Lebensmittel kaufen, um damit weitere Pakete zu füllen. „Die Hilfsbereitschaft in der Stolberger Bevölkerung ist schon bemerkenswert“, zeigt sich Franz-Josef Loch tief beeindruckt.

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