Weihbischof redet mit Schülern der Oberstufe über Gott und die Welt

Von: Leona Otte
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Weihbischof Johannes Bündgens gibt Antworten auf die Fragen der Schülern des Ritzefeld-Gymnasiums. Foto: Leona Otte

Stolberg. Ulrich Boddenberg, der Schulleiter des Ritzefeld-Gymnasiums, sitzt in seinem Büro, kurz bevor er sich auf den Weg macht, um Weihbischof Johannes Bündgens aus einem der Klassenzimmer abzuholen. Nur zwei Etagen tiefer sitzt dieser gerade und plaudert mit Schülern aus der achten Klasse.

„Wenn sich ein hoher Würdenträger aufmacht und zu uns kommt, dann ist das schon etwas Besonders, denn das signalisiert, dass der Kirche an einer engen Kooperation mit den Schulen etwas gelegen ist“, sagt Boddenberg.

Der Besuch des Weihbischofs, der mit auf dem Stundenplan stand, war für alle Beteiligten alles andere als alltäglich. Bereits am frühen Morgen fanden sich zahlreiche Schüler wie Lehrer in der Kirche St. Mariä Himmelfahrt ein, um mit dem Weihbischof einen Gottesdienst zu feiern. Anschließend ging es zum Ritzefeld-Gymnasium. Ulrich Boddenberg steht auf, es wird Zeit. Er begrüßt Bündgens ein wenig später mit einem freundlichen Händedruck und geleitet ihn in die Aula.

Dort warten rund 50 Schüler und Schülerinnen der Oberstufe auf die beiden, die vor allem eines wollen: die Gelegenheit nutzen mit Johannes Bündgens ins Gespräch zu kommen.

„Gibt es spontan Themen, die euch interessieren?“, fragt der Weihbischof des Bistums Aachen ganz offen in die Runde. Eine der Schülerinnen zögert keine Sekunde: „Wie kommt man dazu Weihbischof zu werden?“ Bündgens erzählt ein bisschen von seinem Werdegang. Davon wie er vor zehn Jahren Weihbischof geworden ist, dass er allerdings schon 1980 zum Priester geweiht wurde. „Ob dies ein Kindheitstraum war?“ Fragt ein anderer Schüler.

Damals sei es eine andere Zeit gewesen, gibt Bündgens zu verstehen, eine heilere Welt. Sein Vater wollte eigentlich, dass er in seine Fußstapfen als Steuerberater trete. Er selbst zog es aber lieber vor mit Menschen zu arbeiten: „Aber ja, die Vorstellung war immer da.“ Waren es eingangs noch recht bescheidene Fragen, so steigerte sich der Grad des Interesses seitens der Schüler immer mehr.

Vor allem im Bezug auf heiklere Themen wie allgemeine Grundsatzfragen, die Verteilung der Kirchensteuer oder die Entwicklung der Kirche, in Anbetracht schwindender Mitgliederzahlen: „So schmerzlich es auch ist. Jeder kann austreten und wir bejahen das sogar, weil wir auf die Religionsfreiheit bauen. Eine solche Entscheidung muss die Kirche akzeptieren“, sagt Bündgens.

Er könne die Existenz des lieben Gottes nicht beweisen, aber er könne Argumente dafür bringen, warum es wichtig und wertvoll sei am Glauben festzuhalten: „Auch wenn die Kirche mit großen Sorgen in die Zukunft blickt, stützt sie sich auf Barmherzigkeit und möchte weiterhin glaubwürdig und einladend sein.“

In dem Zusammenhang interessiert es sie natürlich insbesondere, wie die Kirche es fortan schaffen möchte, die Jugend für sich und den Glauben zu begeistern. „In dem wir auf die Jugend eingehen und bereit sind sie zu unterstützen“, bringt der Weihbischof zum Ausdruck.

Es ginge darum, Angebote zu kreieren oder Themen innerhalb von Schulgottesdiensten aufzugreifen, damit die Jugend nicht verloren gehe. Locker, offen und immer mal wieder kurz reflektiert, um genau auf die Fragen der Schüler eingehen zu können, präsentierte sich der Amtsträger als vollkommener Normalo Mensch.

Selbst als ihn der 16-jährige Benedikt Beckers auf die Positionierung der Kirche in Bezug auf das Thema Abtreibung anspricht antwortet er; „Wir bleiben dabei, dass dem Leben vom ersten bis zum letzten Moment durch eigene oder fremde Hände kein Ende bereitet werden darf, denn es geht um die Würde des Menschen.“

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