Wehebach- und Dreilägerbachtalsperre mit Datenleitungen

Von: oha
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Der Graben

Stolberg/Roetgen. Die Trinkwasserversorgung von Stolberg soll noch sicherer werden. Deshalb werden wichtige Daten zwischen der Wehebachtalsperre und der Dreilägerbachtalsperre künftig in Bruchteilen von Sekunden übertragen.

Ein Leerrohr und eine Rohwasserleitung - nicht für den Wassertransport, wie man mutmaßen möchte - sondern für einen schnellen und sicheren Datentransport - sind Mittelpunkt einer aktuellen Baumaßnahme der Enwor – Energie und Wasser vor Ort GmbH (Enwor). Es geht um eine Glasfaserdatenleitung zwischen der Trinkwasseraufbereitungsanlage (TWA) an der Wehebachtalsperre in Stolberg Schevenhütte und der zentralen Leitwarte für die Trinkwasserversorgung in der TWA in Roetgen an der Dreilägerbachtalsperre. Von der Dreilägerbachtalsperre erhalten die Bewohner von Stolberg ihr Trinkwasser.

Um die aktuellen Daten von Wasserqualität oder Wasserstand der Wehebachtalsperre zur Zentrale nach Roetgen übertragen zu können, ist ein Glasfaserkabel erforderlich. Die Glasfaserverbindung wird in zwei Bauphasen hergestellt: in der Erde und in Wasser. Von Stolberg-Venwegen verlegte die Enwor zunächst ab Ende Oktober entlang eines Wanderweges ein Leerrohr (sechs Zentimeter Durchmesser) über eine Strecke von vier Kilometern bis nach Breinigerberg. Dort mündet das Leerrohr in eine Rohwasserleitung, die über eine Strecke von rund zehn Kilometern bis zur Trinkwasseraufbereitungsanlage an der Wehebachtalsperre führt.

Acht Öffnungen

In der zweiten Phase wird ein Glasfaserkabel in die Rohwasserleitung eingezogen. Über die zehn Kilometer gleichmäßig verteilt wird die Leitung zunächst an acht Stellen geöffnet, so dass nach jeweils einem Kilometer ein Zugang entsteht. Anschließend wird mit Hilfe eines mobilen Roboters dann Kilometer für Kilometer ein Stahlseil durch die Leitung gezogen. Mit Hilfe des Stahlseils wiederum wird das Glasfaserkabel dann über die gesamte Länge durch das Wasser eingezogen. Das Wasser störe die Datenübertragung nicht, versicherte Dirk Delsemmé, der bei Enwor die Baumaßnahme begleitet.

Zwischenzeitlich wird das Glasfaserteam der Enwor zwischen Venwegen und Breinigerberg ein Leerrohr über vier Kilometer Länge in der Erde verlegen. Vielen Wanderern ist der Graben inzwischen bereits aufgefallen. In die Erde wird ein Leerrohr eingegraben. Dann wird das Glasfaserkabel mittels „Einblasverfahren“ eingebracht. An der Spitze des Kabels wird ein „Fallschirm“ befestigt, der sich bei Druckluft aufbläht. Wird dann richtig Luft in das Leerrohr gepustet, saust das Kabel vorwärts. „In einer halben Stunde ist das Glasfaserkabel auf der Strecke der vier Kilometer in der Erde verlegt“, sagt Dirk Delsemmé.

Diese Baumaßnahme wird voraussichtlich im Februar 2015 beendet sein. Nach Anbindung der TWA Wehebachtalsperre werden auch noch die Grundwassergewinnungs- und -aufbereitungsanlagen in Stolberg-Binsfeldhammer und Eschweiler-Hastenrath über Glasfaserkabel mit der Leitstelle in der TWA Roetgen verbunden. Diese Maßnahme werde auf jeden Fall 2015 abgeschlossen, so Delsemmé. Der genaue Zeitpunkt sei allerdings noch offen.

Die Vernetzung macht die Trinkwasserversorgung sicherer. Schon in den Vorjahren wurden die Kalltalsperre und das Pumpwerk Rurberg über schnelle Glasfaserleitungen an die TWA Roetgen angeschlossen. Hierzu wurden 2000 Meter Seekabel und mehr als sechs Kilometer Leerrohr durch den Kallstollen bis zum Entnahmeturm Kalltalsperre verlegt und anschließend ein Lichtwellenleiterkabel eingeblasen. Die Strecke wurde daraufhin noch um 500 Meter Seekabel und 5,5 Kilometer Erdkabel bis Rurberg erweitert.

Durch die schnelle Datenübermittlung aus und zu den Trinkwassergewinnungsanlagen können in der rund um die Uhr von bis zu drei Kräften besetzten zentralen Leitstelle in der TWA Roetgen Zustandsänderungen sofort erkannt werden und notwendige Eingriffe in die Abläufe fast zeitgleich über Fernsteuersysteme erfolgen. Zudem bieten die unternehmenseigenen Datenleitungen eine höhere Betriebssicherheit gegenüber der Nutzung von Fremdnetzen.

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