Wegen Haftstrafe: CDU braucht neue Kandidaten für Donnerberg

Von: -jül-
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Stolberg. Kurzfristig abhanden gekommen ist der Stolberger CDU ein Kandidat für den Stadtrat: Ein noch nicht lange im Stadtgebiet lebender Parteifreund ist aufgrund eines Wohnortwechsels verhindert, im Donnerberger Wahlbezirk 07 bei der Kommunalwahl im Mai anzutreten.

Der 35-Jährige hat statt dessen eine Haftstrafe antreten müssen, bestätigte Oberstaatsanwalt Dr. Christian Kuhnert, Sprecher der Bochumer Staatsanwaltschaft, auf Anfrage unserer Zeitung. Wegen Betrugs und Fahren ohne Fahrerlaubnis hatte das Landgericht Bochum einen Urteilsspruch des Schöffengerichtes bestätigt. Ein Jahr und acht Monate Haft, die nicht zur Bewährung ausgesetzt wurden, hatte die Justiz in dem Verfahren verhängt, das im Jahr 2010 aufgenommen worden war. Der Richterspruch wurde erst im Dezember 2013 rechtskräftig. Ermittlungen liefen nach Informationen unserer Zeitung in vergangenen Jahren auch in Aachen.

Im Ruhrgebiet gehörte der verhinderte Kandidat dem CDU-Kreisverband Herne an, der meldete dessen Umzug nach Stolberg. Hier bekundete er Mitte vergangenen Jahres sein Interesse an einem politischen Engagement. Im September wählte ihn der Stadtrat als stellvertretenden sachkundigen Bürger für den Beschwerdeausschuss.

Im November  nominierte ihn der CDU-Ortsverband Mitte den Newcomer einstimmig als Ratskandidaten. Im Januar erhielt dieser beim Wahlparteitag 83 von 88 möglichen Stimmen als Direktkandidat im Wahlbezirk 07 sowie für Platz 21 der Reserveliste.

Bei der Wahl abwesend

Allerdings war der hoffnungsvolle Kandidat bereits bei dieser Veranstaltung – angeblich aufgrund dringender privater Verpflichtungen – nicht anwesend, und unterschrieb auch nicht sein Verpflichtungserklärung als Kandidat im Nachhinein.
Aus allen Wolken fiel ob dieser aktuellen Nachrichten Parteivorsitzender Jochen Emonds. Besagter Parteifreund habe die Partei über seinen Konflikt mit der Justiz völlig im Unklaren gelassen, erklärte ein entsetzter Emonds auf Nachfrage: „Wir wurden getäuscht“.

Unverzüglich bei Bekanntwerden der Situation handelte der CDU-Vorstand und sorgt für saubere Verhältnisse. „Aufgrund dieser für uns neuen Informationen ist es, unabhängig von rechtlichen Gründen, nicht zu vertreten, diesen Herrn als Kandidaten aufzustellen“, erläuterte Jochen Emonds gegenüber unserer Zeitung. Sofort terminiert wurde eine neue Mitgliederversammlung der CDU für Mittwoch, 26. Februar, im Hotel Stadthalle. Ab 18.00 Uhr soll dort ganz formal eine neue Direktkandidatur für den Donnerberger Wahlbezirk 07 gewählt sowie der vakante Reservelistenplatz ergänzt werden.


Es gilt als wahrscheinlich, dass die bisherige Koppelkandidatin, Carolin Sieven, nun als Direktkandidatin in dem Bezirk antreten wird. Die JU-Politikerin rangiert bis dato auf Platz 31 der Reserveliste. Entsprechend wird die Partei auch einen neuen Koppelkandidaten für Sieven wählen.


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