Wechsel an der Spitze des Bethlehem-Gesundheitszentrums

Von: Jürgen Lange
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Wechsel an der Spitze des Bethlehem-Gesundheitszentrums (v. l.): Helmut Drummen, Thomas Schellhoff und Hans Mulders begrüßen die neuen Geschäftsführer Bernd Koch und Gábor Szük von der Caritas Trägergesellschaft West mit Sitz in Düren. Foto: J. Lange

Stolberg. Man kennt sich schon länger, man versteht sich, man folgt katholischen Grundsätzen: Das Stolberger Bethlehem Gesundheitszentrum und die Caritas Trägergesellschaft West gGmbH (CTW) mit Sitz in Düren nehmen konkrete Gespräche über eine strategische Zusammenarbeit, um das „Spital der Kupferstadt“ für die Herausforderungen der Zukunft in einem von zunehmenden Wettbewerb geprägten Umfeld zu stärken.

Das erklärte am Donnerstag Hans Mülders, der Vorsitzende des Bethlehem-Aufsichtsrates, gegenüber unserer Zeitung. Bereits beim Neujahrsempfang hatte Geschäftsführer Thomas Schellhoff von den schwierigsten Jahren im Gesundheitswesen und roten Wirtschaftsplänen berichtet.

Krankheitsbedingt muss sich der 56-Jährige nach fast 22 prägenden Jahren an der Spitze des „Bethlehem“ von der Geschäftsführung zurückziehen. Mit Wirkung vom 1. April hat die CTW mittels Geschäftsbesorgungsvertrag die Leitung des Hauses im 150. Jahr seines Bestehens übernommen. Als CTW-Geschäftsführer haben der diplomierte Kaufmann Bernd Koch und der Jurist Gábor Szük nun auch die Verwaltung des erst einmal weiterhin eigenständig geführten Krankenhauses übernommen, das mit rund 950 Beschäftigten Stolbergs größter Arbeitgeber ist. Am Donnerstag stellten sie sich den Mitarbeitern an der Steinfeldstraße vor.

Deren Dank galt vor allem dem scheidenden Chef – „mit Tränen in den Augen und lang anhaltendem Beifall“. Auf diese Feststellung legt Gábor Szük ausdrücklich Wert. Und auch Thomas Schellhoff bezeichnet es als Highlight seines Arbeitslebens, dass die Mitarbeiter immer auch in besonders schwierigen Situationen ihm den Rücken gestärkt haben. „Das brachte einen Motivationsschub“, dankt Schellhoff für die vielen persönlichen Gespräche; sie sind ihm wichtig.

Vieles hinterfragen, Gespräche führen und das Bethlehem kennenlernen, das ist auch ein Anliegen der beiden neuen Geschäftsführer. „Wir wollen die Ziele des Hauses weiter verfolgen, aber auch vorhandene Strukturen optimieren und sich neu ergebende Optionen nutzen“, sagen Gàbor Szük und Bernd Koch. Mit St. Elisabeth Jülich, St. Josef Linnich, St. Augustinus und St. Marien in Düren, St. Antonius Schleiden, St. Joseph Prüm, St. Elisabeth Köln und St. Nikolaus Andernach ist die CTW ganz bzw. teilweise Träger von acht Krankenhäusern sowie drei Senioreneinrichtungen. Zumindest mit den Häusern in der Region soll die Zusammenarbeit mit Stolberg zukünftig intensiviert werden.

Während in den ctw-eigenen Krankenhäuser sich Direktoren um die Verwaltung kümmern, wollen sich Koch und Szük persönlich um das Stolberger Bethlehem kümmern und an mehreren Tagen der Woche vor Ort präsent sein. In Prokurist und Personalchef Helmut Drummen finden sie darüber hinaus einen kompetenten Ansprechpartner, der auch lange Jahre an der Spitze des Kuratoriums der Pfarrgemeinde St. Lucia als Träger stand. Seit 2009 wurde diese in die „Stiftung Katholische Kirchengemeinde St. Lucia“ überführt, die Gesellschafter der Bethlehem Gesundheitszentrum Stolberg gGmbH ist. „Als ich den Vorsitz des Aufsichtsrates übernahm, habe ich prophezeit, dass in zehn Jahren nur noch wenige Häuser solitär überleben können“, erinnert sich Hans Mulders. „Es wird dramatische Veränderungen in der Krankenhauslandschaft geben“.

Mit der CTW werde das Bethlehem nun „auf Augenhöhe und partnerschaftlich die Verhandlungen aufnehmen“, um über einen möglichen Zusammenschluss zu reden; und dabei gehe es keineswegs um eine Notübernahme, betont Mulders. Allein die Erkrankung von Thomas Schellhoff habe die Entwicklung beschleunigt, sich nach Partnern umzusehen.

„Und wir hätten selbstverständlich auch ohne eine Option auf weitere Gespräche bereitgestanden, um den Stolbergern bei der Übernahme der Geschäftsführung zu helfen“, ergänzt Szük. Dass man in der Caritas Trägergesellschaft innerhalb kurzer Zeit einen fundierten Partner zur Geschäftsführung gefunden habe, hätten die Mitarbeiter „mit Erleichterung aufgenommen“, berichtet Helmut Drummen. „Wir liegen auf der gleichen Wellenlänge.“

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