Wasserschutzzone an Nachtigällchen wird ausgeweitet

Von: oha
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Rund um Nachtigällchen und Arthur Schleicher-Stollen wird Trinkwasser gewonnen. Hier gelten künftig strenge Auflagen. Foto: O. Hansen

Stolberg. Die 40 Jahre alte Wasserschutzgebietsverordnung für die Grundwassergewinnungsanlage Nachtigällchen Mariaschacht läuft am 31. August aus. Die Bezirksregierung will das Schutzgebiet ausweiten. Doch bis Ende des Monats schafft es die Behörde nicht, das dafür notwendige Verfahren abzuschließen.

Stattdessen soll eine „vorläufigen Anordnung“ erlassen werden. Sehr zum Ärger der Stadt. Bürgermeister Dr. Tim Grüttemeier: „Die Anwohner müssen unter Umständen mit schärferen Auflagen rechnen. Sie haben ein Recht darauf, dass dafür längere Übergangsfristen zugestanden werden.“ Auch der Stadtverwaltung ist klar, dass die momentan gültige Verordnung aus dem Jahr 1975 nicht mehr den aktuellen Umweltschutzrichtlinien entspricht. Es muss neue Regelungen geben. „Wasserschutzgebiete werden zum vorsorgenden Schutz des Trinkwassers festgesetzt, um auch langfristig unsere Trinkwasserversorgung zu sichern!“ betonte Dirk Schneemann von der Pressestelle der Bezirksregierung auf Nachfrage unserer Zeitung.

Das Einzugsgebiet der Wassergewinnungsanlage Nachtigällchen Mariaschacht wird künftig in Abhängigkeit von den Entfernungen zu den Grundwasserentnahmebrunnen und den Fließgeschwindigkeiten des Grundwassers in drei verschiedene Wasserschutzzonen aufgeteilt: Die Zone I sichert den Fassungsbereich der Brunnenanlagen, die Zone II hat den Schutz vor Verunreinigungen durch Krankheitserregern, Keimen, Bakterien oder Viren sicherzustellen.

Die Begrenzung erfolgt entsprechend der so genannten 50-Tage-Linie. Bei einer Fließzeit von 50 Tagen eines Wassertropfens bis zum Brunnen kann davon ausgegangen werden, dass eingetragene Krankheitserreger abgebaut werden Innerhalb dieser Zone werden daher Nutzungen oder Maßnahmen verboten, bei denen dieser Schutz nicht sichergestellt ist.

Die Zone III erfasst das restliche Einzugsgebiet. Auch hier wird durch Verbote, Maßnahmen und Genehmigungsvorbehalte der Schutz des Trinkwassers sichergestellt. Deshalb wird es für das Wasserschutzgebiet Nachtigällchen Mariaschacht folgende Änderungen geben. Die Schutzzonen II und III werden ausgedehnt. Das bedeutet zum Beispiel: In Wasserschutzzone II wird die Errichtung von Windkraftanlagen verboten. Ebenso das Anlegen von Weihnachtbaumkulturen. In der Zone II wird es eine Genehmigungspflicht für die Bewirtschaftung von Wald geben.

Das Einleiten von schwach oder stark belastetem Niederschlagswasser in oberirdische Gewässer wird verboten. In der Schutzzone II und III wird der Einsatz von bestimmten gesundheitsgefährdenden Pflanzenschutzmitteln verboten. Im Verfahren für die neue Wasserschutzgebietsverordnung Nachtigällchen Mariaschacht werde der Kommune, der Land und Forstwirtschaft sowie allen betroffenen Bürgen Gelegenheit gegeben, Stellungnahmen abzugeben, so Schneemann.

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