Stolberg-Schevenhütte - Wassermassen in Schevenhütte gebändigt

Wassermassen in Schevenhütte gebändigt

Von: Dirk Müller
Letzte Aktualisierung:
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Auch die dritte Problemstelle im Kanal konnte lokalisiert werden: Um 21.45 Uhr entfernt Björn Siemons von der Bauunternehmung Kutsch den letzten Baumstumpf, der das Wasser hinderte zu fließen. Foto: D. Müller
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Ein alter gemauerter Kanal war eingestürzt – einer von drei Gründen für die Wassermassen, unter denen die Anwohner gelitten haben.
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Die Erleichterung, dass der Baumstumpf aus dem Rohr entfernt werden konnte, währte nur Kurz, dann trat das dritte Problem auf.
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Wie ein Korken verstopfte dieses Stück Baumstamm ein PVC-Rohr.

Stolberg-Schevenhütte. Wirkliche Gewissheit hat es für die Anwohner der Straße Im Hammer erst am Montag gegeben. Aus zunächst ungeklärter Ursache waren dort Keller, Garagen und Gärten von Wassermassen regelrecht überflutet worden. Jetzt sind Probleme beseitigt, nachdem sich herausstellte, dass gleich drei kritische Stellen im Kanal vorhanden waren.

„Wir haben am Montag eine Druckspülung vorgenommen und den Kanal mit der Kamera befahren, auch um dem Wasserverband dabei zu helfen, Sanierungsstrategien zu entwickeln“, erläuterte Fachbereichsleiter Bernd Kistermann. Das Ergebnis sei gewesen: Der Kanal ist frei.

Gemauerter Kanal eingestürzt

Bereits am Samstag und Sonntag konnten die Anwohner ein wenig aufatmen, denn trotz Regenfällen blieben Keller und Garagen trocken, das Wasser lief im Kanal ab, wie es soll. Der Freitag gestaltete sich aber vor allem am Abend dramatisch für die Anwohner. Durch die erste Befahrung mit Kanal-TV sind zwei kritische Stellen im Kanal ermittelt worden. Im Vorgarten des Hauses Nummer 15 war ein alter gemauerter Kanal eingestürzt. „Ein Grund dafür, dass es weiter oben zu Wasserrückstau kam“, beschreibt Thomas Meurer vom Wasserverband Eifel-Rur (WVER). Mit einem großen Bagger wurde der Kanal freigelegt, ein Minibagger kam im Garten des Nachbarhauses zum Einsatz, wo zudem ein PVC-Rohr verstopft war.

„Stopfen“ unter Garagenmauer

Das Rohr wurde ausgebaggert und geöffnet, der „Stopfen“ befand sich aber ausgerechnet genau unter einer Garagenmauer, was die Bergung erschwerte. Erst nach 20 Uhr konnte ein Stück eines Baumstammes aus dem Kanal entfernt werden. In einer beispielhaften Zusammenarbeit. Während die Ortsgruppe Stolberg des Technischen Hilfswerks (THW) Pumpen zum Einsatz brachte, die 1000 Liter in der Minute abpumpen können, und mit Schläuchen das Wasser umleitete, waren Stadtverwaltung, WVER und die Bauunternehmung Kutsch gemeinsam tätig, um die Probleme zu lokalisieren und zu beseitigen. Später kam die Stolberger Feuerwehr hinzu, lieferte Sandsäcke, mit denen das geöffnete Rohr im Garten gesichert wurde.

Angesichts des zu erwartenden Regens am Wochenende erfolgte ein Testlauf – mit ernüchterndem Ergebnis. An vier neuralgischen Punkten waren Männer mit Funkgeräten stationiert, die Pumpen wurden abgeschaltet und die Wasserumleitung aufgehoben. Über Funk kam die erste schlechte Nachricht vom höchst gelegenen Haus Im Hammer: In einem offenen Becken staute sich das Wasser, statt abzulaufen. Die noch schlechtere Nachricht kam aus dem Haus Nummer 19 – Wasser lief in den Keller. Sofort nahm das THW die Wasserumleitung wieder in Funktion. „Es muss noch eine weitere kritische Stelle im Kanal geben. Da es aber bald dunkel wird, müssen wir für heute abbrechen“, sagte Meurer.

Dritte Stelle lokalisiert

Während er organisierte, dass THW, Kutsch, Feuerwehr und WVER, abwechselnd die Wasserumleitung übers Wochenende sicherstellen, ging sein Kollege Franz-Josef Hoffmann den vermeintlich kritischen Bereich des Kanals noch einmal ab. Als er die Mitarbeiter der Bauunternehmung um einen Spiegel am Stiel bat, wurden die Beteiligten hellhörig. Hoffmann blickte in einen betonierten Schacht und meinte, ein weiteres Problem lokalisiert zu haben. „Ich sehe Grashalme, Laub und kleine Äste. Dieses leichte Material hätte eigentlich weggespült werden müssen. Wahrscheinlich gibt es eine Verstopfung in unmittelbarer Nähe“, analysierte der WVER-Fachmann. Mit seiner Einschätzung sollte er recht behalten.

Der Plan wurde geändert und weiter gearbeitet, ein Angestellter der Baufirma wurde mit wasserdichtem Anzug und Gurten versehen, und stieg am Seil gesichert in den engen Schacht.

Er förderte erneut einen massiven Baumstumpf zu Tage, der in den Kanal gespült worden war, und diesen wie ein Korken verstopft hatte. Erst nach 22 Uhr die Erleichterung: Ein erneuter Testlauf brachte dann die erhofften positiven Rückmeldungen über Funk. Nirgendwo staute sich Wasser, die Keller blieben trocken, der Großeinsatz konnte um 22.30 Uhr erfolgreich beendet werden, die Anwohner verabschiedeten sich mit herzlichen Dankesworten.

„Nun werden wir den Kanal ertüchtigen und dabei besonderes Augenmerk auf den Eingangsbereich richten, damit künftig auch bei Starkregen keine größeren Objekte mehr hinein gespült werden können“, sagt WVER-Gewässeringenieur Thomas Meurer, der betont, dass anschließend die Gärten der Anwohner vom Wasserverband Eifel-Rur wieder in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden.

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