Was so schwerelos anmutet, ist jahrelanges Training

Von: ds
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Vor dem großen Auftritt „schießt“ sie noch schnell ein Foto von sich mit dem Smartphone: Jacqueline Sieven. Foto: von sich mit dem Smartphone: Jacqueline Sieven.
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Im Kampf Gut gegen Böse gewinnt am Ende natürlich das Gute: Und das Einhorn (Giovanna Lopopole) ist wieder frei.
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„Das kleine Einhorn“: Alle zwei Jahre wird auf der Bühne der Stolberger Stadthalle ein großes Stück aufgeführt. Auch dieses Mal waren fast 300 Akteure beteiligt. Foto: D. Kinkel-Schlachter
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„Das kleine Einhorn“: Alle zwei Jahre wird auf der Bühne der Stolberger Stadthalle ein großes Stück aufgeführt. Auch dieses Mal waren fast 300 Akteure beteiligt. Foto: D. Kinkel-Schlachter

Stolberg. „Danger“ – Gefahr: Der große Aufkleber, der auf dem Laptop von Marion Delonge in Gelb und Schwarz aufleuchtet, lässt den Besucher unweigerlich lächeln. Denn die Frau, die ihre Finger über die Tastatur fliegen lässt, sieht kein bisschen gefährlich aus. Sie ist zwar hoch konzentriert, dennoch umspielt ein Lächeln ihre Lippen.

Szenenwechsel: Die gleiche Frau steht auf der Bühne der Stadthalle in Stolberg, nicht im Rampenlicht, sondern im Schein einer kleinen Tischlampe. „Manis Regiepult“ steht mit Edding auf der selbst zusammengebastelten Konstruktion aus Karton geschrieben. Auf dem kleinen Bildschirm, der auf selbiger angebracht ist, kann Marion Delonge das Bühnengeschehen genau verfolgen.

Während sich im Publikum An- und Entspannung abwechseln, weil das auf der Bühne Gebotene so mitreißend ist, gibt die Regisseurin Anweisungen – mal an den Licht-, mal an den Tontechniker, und natürlich auch an die Tänzer, die in Gestalt von Matrosen, Nordlichtern, Skeletten, Sternchen, Ratten, Cyber-Spielzeug, Fledermäusen, Wölkchen und Eisprinzessinnen auf die Bühne eilen, dort eine in jeglicher Hinsicht faszinierende Performance darbieten, und wieder davoneilen, um Platz zu machen für die nächsten.

300 Akteure

Der Verein „Kids On Stage“ präsentiert an zwei aufeinanderfolgenden Tagen das Ballett „Das kleine Einhorn“. Bei jeder Aufführung wirken wieder rund 300 Akteure mit. Und die sind sekundenweise in synchronen Einsätzen auf der Bühne zu koordinieren. Marion Delonge ist verantwortlich für die Produktion. In Zusammenarbeit mit einem fünfköpfigen internationalen Dozenten-Team – allesamt ausgebildete Tanzpädagogen –, vielen ehrenamtlichen Helfern und mit Köpfen voller Ideen ist ein spannendes Theaterstück – aus eigener Feder – entstanden.

Und: Der Verein greift mittlerweile auf ein gut ausgebildetes Ensemble aus Tänzerinnen und Tänzern zurück.

Staunende Zuschauer

Die sorgsam ausgewählten Stücke von klassischer Ballettmusik zu modernen Hip-Hop-Rhythmen und die Bühnenprojektion mit den wechselnden Bühnenbildern versetzen die Zuschauer immer wieder in Erstaunen. Die Leistungen der kleinen und großen Tänzer bieten eine gehobene Unterhaltung für die ganze Familie. Seit 2006 ermöglicht „Kids On Stage“ immer wieder Kindern und Erwachsenen aller Altersstufen, auf einer Theaterbühne vor großem Publikum zu zeigen, was sie bewegt.

„Das Medium Tanz hat schon so viele Augen, Herzen und Seelen berührt und zieht auch dieses Mal alle in seinen Bann. Mein hochmotiviertes Team, der respektvolle Umgang unter den Helfern, den großen und kleinen Akteuren sowie diese ganz besondere Theater-Atmosphäre, nicht zuletzt die große Energie, die von den Tänzern ausgeht, berührt mich sehr und macht diese Aufführungen immer wieder zu einem ganz besonderen Erlebnis, von dem noch lange erzählt wird“, ist sich die Tanzpädagogin sicher.

Über acht Wochen ist es her, dass über 1000 Zuschauer das Stück gesehen haben, und erzählt wird davon tatsächlich noch. Besonders bei den Schülern des Stolberger Ballett-Ateliers ist es noch immer in aller Munde. Aber sie sind es auch, die schon längst wieder im Training sind. „Unser neues Stück steht in den Startlöchern“, verrät die Diplom-Bühnentänzerin.

Noch vor den Herbstferien gehen Einladungen an alle Kindergärten raus, um die neue Produktion von „Kids On Stage“ vorzustellen. „Dieses Mal ist es ein Mitmach-Stück. Es heißt ‚Über die Schulter geschaut – der Wolf kommt in den Kindergarten‘.“

Kraftvolle, hohe Sprünge, schnelle Drehungen, anmutige Bewegungen zu schöner Musik, Spitzenschuhe, Tutus:All das und noch vieles mehr ist Ballett. Eben eine besondere, künstlerische Form des Tanzes. Was dem Zuschauer so leicht und schwerelos erscheint, haben sich die Tänzer jahrelang durch eine ganz besondere Art des Trainings angeeignet. In jeder Probe werden Körpersprache, Ausdrucksfähigkeit und auch ein hohes Maß an Konzentration trainiert.

„Viele Kinder waren zwar schon einmal in einem Theater, haben aber noch nie eine Ballett-Aufführung gesehen. Dann kommt die Ballett-Aufführung eben zu den Kindern.“ Diese Worte einer jungen Tänzerin inspirierten den gemeinnützigen Verein zu seiner Idee.

Eine Choreographie entsteht

Marion Delonge: „Wir zeigen einen kleinen Ausschnitt aus unserem Aufwärmtraining und lassen die Kinder miterleben, wie aus einzelnen Schritten eine Choreographie zu Peter und der Wolf entsteht. Dabei dürfen die Kleinen, aber auch gerne die Erwachsenen, mitmachen.

Ebenso erfahren die Zuschauer, wie eine Ballett-Maske geschminkt wird.“ Das Angebot – es handelt sich hierbei um ein ehrenamtliches Engagement – richtet sich an Kindergarten-, Vorschul- und Grundschulkinder. Die Spieldauer beträgt circa 45 Minuten.

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