„Was bewegt Sie in Stolberg“: Mehr als 15.000 Fragebögen

Von: oha
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Was wird aus der Fußgängerzone, dem Steinweg? In unserer Umfrage haben sich die Teilnehmer so ihre eigenen Gedanken gemacht.
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Für die Jugend in Mausbach müsse es einen anderen Treffpunkt geben, der nicht so heruntergekommen ist, fordern zahlreiche Leser.
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Eine ganze Runde von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern war damit beschäftigt, die Zuschriften von mehr als 15 000 Lesern auszuwerten. Auch viele Menschen aus Stolberg beantworteten nicht nur die vorgegebenen Fragen auf dem Bogen, sondern machten zudem persönliche Vorschläge, wie das Leben in der Stadt verbessert werden könnte. Foto: M. Jaspers
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Stolberg sollte mehr Flächen für Windräder ausweisen? Da waren sich die Leser einig, so lange es nicht sie selbst betrifft. Foto: O. Hansen

Stolberg. „Was bewegt Sie in Stolberg“ war die große Umfrage Ihrer Tageszeitung überschrieben. Mehr als 15.000 Leser beteiligten sich mit ihren Vorschlägen und ihrer Kritik an der Aktion. Auch die Anregungen, konkret auf Stolberg bezogen, greift die Redaktion gerne auf.

Schon bei der ersten Frage, die wir unseren Lesern auf dem der Tageszeitung beigelegten Fragebogen gestellt hatten, offenbarte den Unmut vieler Stolberger: Was den öffentlichen Personennahverkehr angeht, waren sich fast alle einig: „Die Busanbindung an das Stadtzentrum und das Umfeld ist schlecht!“

Die Antwort: „Es ist genau so wie es sein sollte“, kam eher selten. Immerhin wollen die meisten Stolberger durchaus schon einmal per Bus in ihr Stadtzentrum fahren. Das Kreuz bei „Ob die Außenbezirke ans Stadtzentrum angebunden sind, ist mir ohnehin egal, da fahre ich eh nicht hin“, setzte deshalb wohl fast niemand.

„Sollte Stolberg mehr auf Windkraft setzen?“, hatten wir unsere Leser ebenfalls gefragt. Hier hing die Antwort wohl davon ab, ob man selbst von einem möglichen Standort betroffen wäre. Viele kreuzten nämlich an, dass sie durchaus für die Nutzung von Windkraft votierten. Aber, für sie war es genau so klar: : „Die Standortfrage muss neu geklärt werden.“ Einige sehen inzwischen wohl auch genügend Windräder in Stolberg: „Das können andere Städte machen“, war ihr Vorschlag.

Seit noch nicht so langer Zeit verfügt die Stadt Stolberg über eine Gesamtschule. Kaum hat die Schule ihren Betrieb aufgenommen, erfreut sie sich einer derart großen Beliebtheit, dass sie viele Aufnahmeanträge von neuen Schülern ablehnen musste. Platz und Personal sind einfach zu knapp. „Braucht Stolberg eine zweite Gesamtschule?“, hatten wir unsere Leser deshalb gefragt. Interessanterweise wurden hier die drei vorgegebenen Antwortmöglichkeit fast gleich oft angekreuzt.

Etliche Leser befanden: „Ja, die bestehende Schule ist viel zu klein.“ Andere wieder antworteten: „Warum, die Sekundarschule ist doch eine gute Alternative.“ Ein weiteres Drittel der Befragten befürchtete, dass durch eine weitere Gesamtschule für Stolberg die beiden bestehenden Gymnasien geschwächt würden. Die Gymnasien, die ihren Schülern das Abitur im Gegensatz zur Gesamtschule schon nach zwölf Jahren anbieten, würden ihre Eingangsklassen dann nicht mehr voll bekommen.

Wie kann die Stolberger Innenstadt wieder attraktiver gemacht werden? Auch da waren sich die Mehrzahl der Befragten einig: Es muss mehr Gastronomie ins Zentrum, gemütliche Kneipen und Cafés in der Fußgängerzone, in denen man nach dem Einkauf ein Päuschen einlegen kann. Außerdem müsse es mehr Veranstaltungen geben, die die Besucher in die City locken.

Und natürlich attraktive Geschäfte, die man gerne besucht und dafür eben auch in die Innenstadt fährt. Einige Leser merkten an, dass auch das Wohnen im Zentrum von Stolberg attraktiver gestaltet werden müsse. Nur wenige Leser haben ihre Stadt hingegen bereits aufgegeben. Sie kreuzten an, dass Stolberg beim besten Willen nicht mehr aufzuwerten sei. Quasi Hopfen und Malz verloren!

„Sie haben Ihren Schulabschluss in der Tasche. Bleiben Sie in Stolberg?“, wollten wir in unserer fünften Frage wissen. Enttäuschend und vielleicht auch etwas alarmierend für die Stadt war die Antwort der meisten Leser: „Nein, hier gibt keinen Job für mich“, hieß es im größten Teil der Fälle. Verliert Stolberg deshalb immer mehr Einwohner? „Ich werde erst studieren, komme dann vielleicht zurück“, antwortete nur eine kleine Minderheit. „Ja, ich finde schon etwas Passendes für mich“, fast niemand.

Immerhin, die meisten Einwohner der Stadt Stolberg wollen an der Entwicklung ihres Heimatortes mitwirken. Die Innenstadt soll ja bekanntlich völlig umgekrempelt werden. Steinweg, Rathausstraße, Bastinsweiher, den Bezirk wird man in wenigen Jahren nicht mehr wiedererkennen. Mit Hilfe von Fördermitteln in Millionenhöhe will die Stadtverwaltung das komplette Areal neu gestalten.

Und die Bürger werden aufgerufen, sich bei Versammlungen vor Ort an den Planungen zu beteiligen. Löblich! Und auch bei unserer Umfrage hatten sie Dutzende Vorschläge, wie Stolberg auf Dauer attraktiver gestaltet werden kann. Und nicht nur die City. So sollten etwa Hundehalter im gesamten Stadtgebiet dazu angehalten werden, die Hinterlassenschaften ihrer Tiere ordnungsgemäß zu entsorgen.

Der Wochenmarkt auf dem Kaiserplatz müsse ansprechender gestaltet werden, schlugen etliche Leser vor. Ein Auftakt ist ja hier schon gemacht, jetzt muss man die Sache allerdings noch im Auge behalten, damit es an dieser Stelle demnächst möglichst mehr als weniger Marktstände gibt.

Kritisiert wurde die mangelnde ärztliche Versorgung in den ländlichen Stadtteilen. Gefordert eine höhere Polizeipräsenz in der Stadt. Die Kluft zwischen armen und reichen Stadtteilen müsse überbrückt werden, forderten Leser. Andere fragten: „Was wird aus den Kirchengebäuden in Stolberg, wenn immer mehr Pfarren zusammengelegt werden?“ Oder auch: „Welche beruflichen Perspektiven kann man Flüchtlingen in Stolberg bieten?“

Die Auflistung der Fragen und Anregungen ließe sich beliebig fortsetzen. Wie gesagt: Wer in Stolberg lebt, macht sich Gedanken um seine Stadt. Die Tageszeitung wird die „Liste“ der Themenvorschläge ihrer Leser in den nächsten Wochen „abarbeiten“. Wir werden hinsehen, wo in Stolberg alles bestens läuft und vielleicht einmal ein Lob angebracht wäre. Aber auch die im Fragebogen geäußerte Kritik an den Zuständen in der Stadt werden wir aufgreifen und an kompetenter Stelle nachfragen. Versprochen!

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