Stolberg/Kevelaer - Wallfahrt: Darum lohnt sich der Weg nach Kevelaer

Wallfahrt: Darum lohnt sich der Weg nach Kevelaer

Von: Christoph Hahn
Letzte Aktualisierung:
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Ein Lohn für die Wahlfahrt nach Kevelaer: Die majestätische Basilika im niederrheinischen Pilgerort. Vor Ort nahmen die Stolberger einer heiligen Messe teil. Junge Pilger aus Stolberg setzten ein Zeichen: Gemeinsam trugen diese Junioren die Wallfahrtskerze von der Kirche St. Antonius zum Kapellenplatz in Kevelaer. Foto: Hahn

Stolberg/Kevelaer. Maria ist und bleibt für sie ein Magnet: Rund 200 Stolberger aus Gemeinden der Kernstadt und der umliegenden Orte machten sich jetzt mit vier Bussen auf zur Muttergottes „Trösterin der Betrübten“ in Kevelaer am Niederrhein. Organisiert von Küster Hans-Dieter Jansen (St. Lucia) und seinem Kollegen Winfried Klüttgens (Herz-Jesu Münsterbusch und Liester), fand die volkstümliche Wallfahrt in diesem Jahr zum 28. Mal statt.

Von Münsterbusch und aus Mausbach, vom Donnerberg, aus, Vicht, Werth und anderen Orten: Menschen sind am frühen Morgen zusammengeströmt. Treffpunkt: der Edeka-Parkplatz in Münsterbusch. Kurz darauf das erste Hindernis: Auf der Brücke über die Bahn in Verlautenheide hat sich ein Unfall ereignet. Die Durchfahrt wurde gesperrt. Also muss der letzte Bus im Konvoi einen Umweg über Eilendorf und den Berliner Ring zur Auffahrt in Aachen-Rothe Erde fahren. Maria macht es den Pilgern bei ihrer Wallfahrt wahrlich nicht leicht.

Vor allem Frauen über 60 und ein paar Männer sind es, die aus der Kupferstadt nach Kevelaer aufgebrochen sind. Die Generation zwischen Schul- und Rentenalter fehlt fast völlig. Auffällig ist nur: Neben ihrer Oma haben eine ganze Reihe von Kindern und ein paar Jugendliche Platz genommen. Die Zeichen dafür, dass sich Pilgerfahrten wie die aus Stolberg auch in paar Jahren noch einer gewissen Beliebtheit erfreuen, stehen also noch nicht mal schlecht.

Die Jugend ist es, die auch nach der Ankunft die Zeichen setzt. Bei Messe, die die Gruppe fast direkt nach dem Eintreffen am Rathaus mit dem Mausbacher Pfarrer Norbert Bolz (sein Mitbruder Hans-Rolf Funken macht derzeit Urlaub) in der Kevelaerer Kirche St. Antonius unweit dieses Parkplatzes feiert, versehen sie den Dienst am Altar. Mehr noch: Während sich nach dem Gottesdienst hinter dem Pilgerkreuz der Zug der Wallfahrer zum Kapellenplatz mit dem Heiligtum der Muttergottes in der Gnadenkapelle formiert, ergreifen sie das Tragegestell mit der schweren, geschmackvoll weil schlicht dekorierten Kerze und tragen sie bis zum Ziel. Eine solche Kerze gehört hier einfach dazu, denn mit ihr hinterlassen die Pilger ein Symbol nicht nur ihrer Anwesenheit, sondern auch ihrer Verehrung.

Viele Arten des Glaubens

Wie in jedem anderen Bus, so hat auch in dem aus Mausbach jemand (in diesem Fall wieder Norbert Bolz) die Schar auf den Sitzreihen dahinter für den Besuch präpariert – mit Gebeten und Liedern, versteht sich. Dabei zeigt sich: Die Pilger verstehen sich wie selbstverständlich auf die Texte und Antworten. Der Grundton wird von einer gewissen Innigkeit getragen. Da verbinden sich Tradition, Moderne (Pfarrer Bolz sagte bei seiner Predigt in St. Antonius, dass es bei der Verehrung der Muttergottes nicht so sehr um Wunder als um Maria als Mitleidende an der Seite Jesu und der Menschen gehe. Von traditionell bis hin zu ziemlich modern – in Kevelaer ist Platz für viele Arten des Glaubens – und für die ungebrochene Sehnsucht nach dem Heiligen, nach einer Instanz, die nicht vergeht.

In der Tat sind viele Menschen mit den Stolbergern in Kevelaer. Zwar ist das Gnadenbild in der Kapelle nicht so umlagert wie in der Hochsaison. Aber immerhin machen nicht nur Pfarrer Bolz sowie die beiden Organisatoren Jansen und Klüttgens, sondern auch Tamilen, Afrikaner und die Mitglieder der Fußpilgergruppe aus Meckenheim bei Bonn der Muttergottes ihre Aufwartung – übrigens im 375. Jahr des Bestehens der Wallfahrt in die niederrheinische Kleinstadt mit etwas mehr als 28.000 Einwohnern.

Abgesehen von der Messe zu Beginn, dem Kreuzweg am frühen Nachmittag und der Abschlussandacht in der majestätischen Basilika lassen die Veranstalter die Teilnehmer programmatisch eher an der langen Leine. Viele, ja fast alle nutzen die Gelegenheit zum stillen Verweilen vor dem Gnadenbild. Trotzdem und sowieso nutzen viele Stolberger die Gelegenheit zum Verweilen in den Cafés, mit denen der Pilgerort in nachgerade verschwenderischer Fülle gesegnet ist. Denn auch das ist Tradition bei Wallfahrten: Wer betet, der will auch beköstigt werden. Da werden Torten und Honigkuchen (für Kevelaer das, was für Aachen die Printen sind) glatt zum modernen Manna.

Übrigens steht das Datum der nächsten Stadtwallfahrt aus Stolberg nach Kevelaer auch schon fest. Wenn nichts Ungewöhnliches dazwischenkommt, macht sich der nächste Buskonvoi am 18. Juli 2018 erneut mit einer großen Gruppe auf den Weg an den Niederrhein.

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