VSW strebt zusätzliche Lagerflächen am Hauptbahnhof an

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
Euregio-Railport
Die bestehende Recyclinganlage der VSW für Schüttgüter (blau schraffiert) hinter dem Hauptbahnhof soll durch zwei Lagerflächen (rot, die obere der Fläche) in direkter Nachbarschaft erweitert werden. Foto: J. Lange / Grafik: H. Thomas

Stolberg. Es ist weniger das Projekt als solches, das der SPD Kopfschmerzen bereitet, denn die steigende Anzahl einzelner Antragsverfahren im Umfeld des Hauptbahnhofes: Aktuell behandelte der Ausschuss für Stadtentwicklung eine Stellungnahme zu dem bei der Bezirksregierung Köln eingereichten Antrag, zusätzliche Lagerflächen für Neu-, Recyclingbaustoffe und Bodenmaterialien zu genehmigen.

Zudem strebt die Vereinigte Schotterwerke GmbH & Co. KG (VSW) den Betrieb einer mobilen Dosieranlage zur Herstellung von Korngemischen an.

„Das ist jetzt der dritte Antrag für den Bereich des Hauptbahnhofes, für den wir doch eigentlich ein Gesamtkonzept anstreben“, wunderte sich Rolf Engels (SPD). Zuletzt im März beschäftigte sich der Ausschuss mit der angestrebten Umwandlung einer früheren Autohandlung an der Probsteistraße in eine Autoverwertungsanlage mit Werkstatt, Lager und Büro. Nunmehr sollen benachbarte Grundstücke für das Schotter-Recycling ausgewiesen werden.

Urban.NRW plant beide Projekte

„Aber eigentlich streben wir doch im Umfeld des Hauptbahnhofes eines Euregio-Railport an“, befürchtete Engels, dass scheibchenweise das Potenzial für einen solchen Logistikstandort unterminiert werde. „Wir wollen die Entwicklung doch nicht nur passiv verfolgen, sondern sie aktiv steuern“, so Engels weiter.

Tobias Röhm versuchte die Politik zu beruhigen: „Auch dieses Projekt stört nicht bei einer möglichen Nutzung des Gesamtstandortes als Logistikstandort“, betonte der Technische Beigeordnete im Ausschuss. Zudem seien die Gesellschafter des Antragstellers über zwei weitere Unternehmen auch beim Euregio-Railport mit im Boot, so Röhm weiter. Die VSW gehört ebenso wie die Euregio Verkehrsschienennetz GmbH (EVS) und die BSR Schotterwerk GmbH sowie die AMS Asphaltmischwerk Stolberg GmbH zum Firmenverbund der Breiniger Familien Conrads bzw. Schmitz.

Zudem sei das Umfeld des Hauptbahnhofes bei zwei Projekten, die von landeseigenen Gesellschaften gesteuert werden, in der Entwicklung. In den Flächenpool NRW aufgenommen sind alleine im Bereich des Hauptbahnhofes 18,6 Hektar: Das Gebiet umfasst die Erweiterungsflächen von Saint-Gobain, das Gelände der Feuerfeste Peters sowie das teilweise gewerblich genutzte verbleibende Stadtgebiet bis hin zur Kläranlage.

Die NRW.Urban (die Nachfolgerin der früheren LEG Landesentwicklungsgesellschaft) sondiert in Kooperation mit den vor allem privaten Eigentümern eine wirtschaftliche Entwicklung der Flächen. Die NRW.Urban ist es auch, die das Land namens der Innovationsregion Rheinisches Revier beauftragt hat, die Machbarkeitsstudie zum Euregio-Railport und Industriedrehkreuz Weisweiler zu erarbeiten. „Ende dieses Jahres sollen die Ergebnisse präsentiert werden“, sagte Röhm: „Dann können wir weiter sehen.“

Für den Euregio-Railport sind in erster Linie die rund 500.000 Quadratmeter Flächen rund um den Hauptbahnhof inklusive seiner Gleisfächer, insbesondere das fünf Hektar große Filetstück des Gewerbegebietes Camp Astrid an der Bahnlinie sowie die verbliebenen Restflächen im oberen Teil und das Gewerbegebiet Merzbrück benannt. „

Einstimmige Zustimmung

Das aktuelle Projekt der VSW an der Probsteistraße umfasst eine Erweiterung der bestehenden Recyclinganlage, die über vier Entladegleise verfügt. Dort können täglich bis zu 10.000 Tonnen Schüttgüter umgeschlagen werden, die in einer stationären Anlage aufbereitet werden.

Damit entspricht der Betrieb durchaus bereits den Anforderungen an Unternehmen einer Mehrwert schaffenden Logistikbranche, die der Euregio-Railport ansprechen soll. Der bestehende Betrieb, zuletzt 2010 auf Basis des Bundesimmissionsschutzgesetzes (BImSchG) genehmigt, weist einen maximalen Jahresdurchsatz von 680 000 Tonnen auf, von denen 200.000 Tonnen zwischengelagert und umgeschlagen werden.

Im Rahmen des laufenden BImSchG -Verfahrens sollen zwei zusätzliche Lagerflächen abfallrechtlich genehmigt werden. Dabei handelt es sich einerseits um den Geländestreifen zwischen dem Gleisanschluss und dem Indewald, wo auch eine mobile Dosieranlage betrieben werden soll, zum anderen um die derzeit als Ersatzparkplatz während des Parkhausbaus genutzten Streifen neben der Feuerfeste Peters. Der Ausschuss stimmte der positiven Stellungnahme an die Bezirksregierung einstimmig zu.

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