Vortrag und Dialog zum Thema „Wozu Priester?”

Von: Johannes Mohren
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Der Büsbacher Pfarrer Jürgen Urth (l.) und Father Norbert Glasmacher (r.) freuten sich über seinen Besuch: Der katholische Theologe Peter C. Düren war mit seinem Vortrag im Hubertushaus zu Gast. Foto: J. Mohren

Stolberg-Büsbach. Der katholische Theologe Dr. Peter Düren referiert im Büsbacher Hubertushaus. „Tag für Tag werden wir Zeugen des Priestermangels in unseren Gemeinden, es zeichnet sich eine dramatische Entwicklung ab”, betonte Pfarrer Jürgen Urth in seinen Begrüßungsworten an den Referenten sowie die Besucher.

Gläubige in vielen deutschen Bistümern spüren diese Entwicklung und auch in Stolberg ist das Thema allzeit präsent: Die Großpfarre St. Lucia im Norden sowie die Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) im Süden sind Folgeerscheinungen eines Priestermangels, mit denen sich die Gläubigen nicht immer leicht abfinden können.

„Heute ist es noch möglich, den Gläubigen der Stolberger Gemeinden jeden Sonntag eine Messe anzubieten, auch das wird sich in Zukunft sicherlich ändern”, verdeutlichte der Büsbacher Pfarrer, dass sich in naher Zukunft keine Verbesserung anbahnt.
Deshalb war es wenig verwunderlich, dass trotz der tropischen Temperaturen und der Fußballweltmeisterschaft zahlreiche interessierte und besorgte Besucher ins Büsbacher Hubertushaus strömten. „Das ist ein deutliches Indiz für die Aktualität und die Brisanz der Thematik”, hob Urth hervor, der jedoch den Anwesenden auch Hoffnung gab: „Ich war im letzten Jahr in Rom und habe mit tausenden - auch jungen - Priestern Messe gefeiert.”

Eine Hoffnung, die der Referent des Abends, der promovierte Theologe und Familienvater Peter C. Düren, teilen konnte. „Weltweit gesehen - und wir sind eine weltweite katholische Kirche, keinesfalls eine Nationalkirche - ist die Zahl der Priester über Jahre hinweg konstant oder gar ansteigend”, zeigte er auf. Priestermangel, wenn man denn davon sprechen könne, sei vielmehr ein mitteleuropäisches Phänomen, insgesamt hätte es nie mehr Seminaristen als heute gegeben.

Um dem hiesigen Priestermangel entgegenzuwirken, machte sich der katholische Theologe für einen Priesteraustausch stark. „In Nigeria gibt es Menschen, die Priester werden wollen, aber aufgrund zu weniger Seminarplätze keine Chance bekommen. Dort könnte man ansetzen und diese Menschen nach Deutschland holen”, erklärte er.

Auch eine Verschiebung der Ruhestandsgrenze, eine Schärfung des Priesterprofils, ein verstärktes Zugehen auf Jugendliche sowie den Schutz der Priester vor Überlastung nannte Düren als Möglichkeiten, dem Phänomen des Priesterrückgangs und der Veralterung der Priester entgegenzuwirken.

Denn die Gläubigen bräuchten Priester, unterstrich der Theologe auf Grundlage kirchlicher Dogmatik: „Der Priester ist unersetzbar, seine Aufgaben können Laien nicht übernehmen. Der Priester ist der größte Schatz der Gemeinde, wir brauchen ihn, damit wir den Weg zu Gott gehen und finden können, ohne ihn wären wir ziemlich hilflos.” Daran ändere sich auch durch das moderne Bild eines Priesters nichts. Vielmehr als früher sei der Priester heute auch als Gemeindeleiter tätig und werde durch Gemeindereferenten und therapeutische Berufe zurückgedrängt: „Der Priester handelt in Person Christi.

Er hat die Vollmacht. Er ist Hirte, feiert mit den Gläubigen die heilige Kommunion und verkündigt die frohe Botschaft, nach Gott ist der Priester alles.” Gerade deshalb müsse die Zukunft des Priesterberufs gesichert werden. „Die Lage ist dramatisch. Aber Prognosen für das Jahr 2030 lassen sich noch beeinflussen. Wir müssen auf die Jugend zugehen, sie motivieren, anleiten und ihnen den Priesterberuf vorstellen”, sagte Düren.

Nach dem Vortrag kamen die Besucher mit dem Referenten ins Gespräch. Besonders im Vordergrund stand die Frage, wie man den Priesterberuf wieder attraktiver gestalten und neue Priester gewinnen könne. Themen wie das umstrittene Zölibat wurden konträr diskutiert, ehe Pastor Jürgen Urth die Besucher nach dieser „fundamentalen Information über den Priester” in die schöne Abendsonne entließ.
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