Vorschriften für den Bau werden gelockert

Von: Jürgen Lange
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Weitere 36.000 Quadratmeter Bauland werden derzeit am Gallier- und Eburonenweg erschlossen. Für zukünftige Bauleute sollen die hier starren Festsetzungen gelockert werden. Foto: J. Lange

Stolberg-Büsbach. Die Bagger sind schon angerollt, um dem Eburonenweg seinen zukünftigen Verlauf zu verleihen. Denn der zweite Bauabschnitt des Büsbacher Neubaugebiets auf dem Brockenberg wird jetzt erschlossen, nachdem das langwierige Umlegungsverfahren abgeschlossen wurde.

Neben den Zufahrten von „Auf der Höhe” und dem „Brockenberg” aus entsteht eine weitere Erschließungsstraße von der Straße „Am Dolomitbruch”, wo diese gleich hinter der Siedlung Kelmesberg mündet. Im Inneren des insgesamt 57.000 Quadratmeter großen Neubaugebiets werden die bisherigen Sackgassen Eburonen- und Gallierweg zu einem Straßenring verknüpft.

Während die ersten Bauherren bei der Planung ihrer Häuser noch an sehr strenge Vorschriften gebunden waren, will die Stadt in einem beschleunigten Verfahren die Anforderungen an die Bauweise lockern. Denn der Bebauungsplan wurde 1994 in einer Zeit mit großer Nachfrage nach Wohnraum und einem anderen Geschmack von Häuslebauern erarbeitet. „Rechtsgrundlage, Nachfrage, Wohnungsmarktsituation und Wohnraumbedürfnisse der Bevölkerung haben sich seitdem deutlich geändert”, erklärt Fachbereichsleiter Andreas Pickhardt.

Angesichts dessen erscheine eine weitere Entwicklung des Wohngebietes nach den bisherigen recht starren Festsetzungen in absehbarer Zeit nicht realistisch. Dabei weisen die Stadtplaner dem Neubaugebiet „eine große Bedeutung für die gesamtstädtische Entwicklung”, aber auch als Impulsgeber für das Nahversorgungszentrum Büsbach zu, das mit einem zu erwartenden Bevölkerungszuwachs gestärkt werde.

Bereits am Dienstag mit einer Sondersitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung vor der entscheidenden Ratssitzung soll der Offenlage-Beschluss für die novellierte Planung gefasst werden. Damit sollen beispielsweise bislang zwingende Festsetzungen zu Geschossigkeit, Trauf- und Firsthöhen als Maximalgrenzen abgemildert werden, offene statt geschlossene Bauweise, Einzel- statt Doppelhäuser, breitere und tiefere Gauben sowie Zwerchgiebel ermöglicht, die Dachneigung angepasst sowie auch seitliche Garagen zugelassen werden.

Zusätzliche Bauflächen sollen jedoch nicht geschaffen werden, so dass die Auflagen zur Landschaftspflege übernommen werden können. Allerdings soll eine Pflanzliste für Hausgärten den Bebauungsplan ergänzen. Aufnahme finden sollen dort auch Hinweise auf Erdbebengefahr sowie Anbau- und Verzehrsempfehlungen. Und im Rahmen der Beteiligung von Trägern öffentlicher Belange wird auch das Bergamt um eine Stellungnahme gebeten; nach den bisherigen Erkenntnissen im Rathaus sind Beeinträchtigungen durch Bergbau nicht zu erwarten.

Pläne werden nur ausgelegt

Formal gesehen soll mit einem Ratsbeschluss zu einer Änderung im vereinfachten Verfahren auf ein zweistufiges Beteiligungsverfahren verzichtet werden, rät die Verwaltung, „weil die Änderungen keine Auswirkungen auf die Anwohner haben”. Sie werden bei der öffentlichen Auslegung der Planung im Rathaus zwei Wochen Zeit haben, sich eingehend zu informieren sowie Bedenken und Anregungen zu äußern.

Erst im Herbst 2005 war mit der Erschließung des ersten Abschnittes begonnen worden, weil sich nach dem Satzungsbeschluss 1994 das Umlegungsverfahren als so schwierig gestaltete, dass auch Gerichte damit befasst wurden. Um Fortschritte zu erzielen hatte die Stadt die Baureifmachung geteilt und vor fünf Jahren mit dem dann unstrittigen Bereich begonnen.
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