„Von uns wird keine Eskalation ausgehen”

Von: Michael Grobusch
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Den Neonazis soll in Stolberg kein Platz geboten werden. Während das Stolberger „Bündnis gegen Radikalismus” den Protest in der Innenstadt (unser Archivfoto) mit Kundgebungen, Aktionen und einem Demonstrationszug organisiert, will das „Bündnis gegen den Naziaufmarsch 2011” mit Sitzblockaden verhindern, dass die Rechtsradikalen in die Stadt kommen können.

Stolberg. Der Schauplatz wird in Stolberg liegen, die Fäden aber laufen in Aachen zusammen. Von dort aus koordiniert das „Bündnis gegen den Nazi-Aufmarsch 2011” die Vorbereitungen auf den Protest, der sich am kommenden Samstag auf den angekündigten „Trauermarsch” von Rechtsradikalen in der Kupferstadt richten wird.

Während das Stolberger „Bündnis gegen Radikalismus” mit verschiedenen Kundgebungen und einem Protestzug den Schwerpunkt in der Innenstadt legen und auf diesem Wege verhindern will, dass die Neonazis dort marschieren dürfen, wird sich das „neue” Bündnis nach eigenen Angaben auf die Außenbezirke konzentrieren.

„Ziviler Ungehorsam”

Erwartet wird, dass den einschlägig bekannten Anmeldern Ingo Haller und Axel Reitz von der Polizei wie im Vorjahr ein Zugweg vom Euregiobahn-Haltepunkt Schneidmühle bis zum Birkengang zugebilligt wird. Das Aachener Bündnis aber will nicht zulassen, dass die Neonazis auf dieser Strecke ungehindert marschieren und ihre Parolen brüllen können.

„Unser Ziel ist es, alle wichtigen Zufahrtswege zu blockieren”, erklärte Jens Wegener gegenüber unserer Zeitung. „Im Vergleich zu Städten wie Köln oder Dresden, wo es ebenfalls Sitzblockaden gegeben hat, ist Stolberg ja recht klein. Damit steigen natürlich die Chancen, die Nazis aufzuhalten”, so der Bündnis-Sprecher. Wegener sieht in Blockaden „das einzige probate Mittel, solche Aufmärsche zu verhindern”. Und Frank Taufenbach von der Eschweiler Bürgerinitiative „Gemeinsam gegen Neonazis”, die das Bündnis unterstützt, erklärt: „Wir sehen in dem zivilen Ungehorsam durch Menschenblockaden eine legitime Protestform.”

Und eine friedliche, wie Taufenbach und Wegener unisono betonen: „Von uns wird keine Eskalation ausgehen.” In der Konsequenz dürfte dies bedeuten, dass es nicht den Versuch geben wird, die Rechtsradikalen auf der genehmigten Zugstrecke zu stoppen, sondern sie bereits auf dem Weg dorthin aufzuhalten.

Zentraler Anlaufpunkt für die Blockierer soll eine Bühne auf der Birkengangstraße/Ecke Ritzefeldstraße sein. Dort haben die Naturfreunde Bezirk Nordrhein eine Kundgebung angemeldet. Darüber hinaus soll es einen Info-Punkt auf dem Jordansplatz geben. Fortlaufend aktualisiert wird zudem ein WAP-Ticker fürs Handy (wap.blockieren.mobi/m.blockieren.mobi).

„Die Unterstützer des breiten zivilgesellschaftlichen Bündnisses werden mit Kultur- und Redebeiträgen den Protesttag verkürzen”, kündigt Frank Taufenbach ein Rahmenprogramm an. Auftakt soll um 10 Uhr vor der Bühne an der Birkengangstraße sein. Die Organisatoren des „Bündnisses gegen den Naziaufmarsch 2011” empfehlen zur eigenen Sicherheit eine Anreise in Gruppen. Für Bahnreisende werden Treffpunkte am Aachener Hauptbahnhof, am Talbahnhof und am Hauptbahnhof in Eschweiler sowie im Kölner Hauptbahnhof angeboten. Nähere Infos sind im Internet unter www.blockieren.mobi abrufbar.

Keine Blockaden am Freitag

Am Freitag soll es derweil keine Blockaden geben. „Wir werden uns auf den Samstag konzentrieren, rufen gleichwohl aber zur Teilnahme an den beiden angemeldeten Kundgebungen an der Stadthalle und auf dem Mühlener Markt auf”, so Frank Taufenbach mit Blick auf den von den Neonazis angemeldeten „Fackelmarsch”, der am Abend vom Mühlener Bahnhof bis zur Birkengangstraße und zurück führen soll. „Wir wollen lautstark gegen den Rassismus der Neonazis protestieren.”

Als weitere Protestaktion wird es einen ökumenischen Kreuzweg geben, zu dem die katholische Pfarre St. Lucia und die Evangelische Kirchengemeinde Stolberg aufrufen.
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