Von Frau zu Frau: Angebot für traumatisierte Flüchtlinge

Von: lbe
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Sie haben immer ein offenes Ohr: Familienhebamme Anka Dallmeier, Sozialpädagogin Yvonne Rößner, die Leiterin des SkF, Nora Kaußen-Jensen, und Geschäftsführerin Margit Schmitt (v.l.). Foto: L. Beemelmanns

Stolberg. Die Betreuung von Flüchtlingen ist beim Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) in Stolberg schon immer ein wichtiges Thema gewesen. Daher haben sie mit und mit verschiedene Angebote auf den Weg gebracht. Das neueste Angebot gilt vor allem den geflüchteten Frauen, die Gewalt erfahren mussten und traumatisiert sind. Frauen, die Opfer von Gewalt in der Partnerschaft geworden sind, die vergewaltigt oder verfolgt wurden.

Mitte Mai haben die Familienhebamme und Traumapädagogin, Anka Dallmeier, und die Sozialpädagogin, Yvonne Rößner, das erste Mal ihre Türen für das neue Angebot geöffnet. Und das werde schon jetzt rege genutzt, sagt Nora Kaußen-Jensen, Leiterin des SkF. „Die Frauen sind über den Kontakt zum Sozialamt der Stadt Stolberg oder auch über Mund-zu-Mund-Propaganda auf uns aufmerksam geworden“, fügt sie hinzu. Es sei ein niedrigschwelliges Angebot, bei dem ein sicherer Raum geboten werde, eine ruhige Atmosphäre und ein Gespräch von Frau zu Frau. Das komme gut an.

Bei den Gesprächen gehe es vor allem um Alltagsprobleme oder auch erst mal eine Schwangerschaftsberatung. „Viele Frauen kommen schon schwanger in Deutschland an oder werden schnell schwanger“, sagt Rößner. Dann wüssten sie beispielsweise nicht, zu welchem Arzt sie gehen oder wo sie ihr Kind zur Welt bringen können. „Oft steckt da aber noch viel mehr dahinter. Die Frauen haben großen Druck und viel erlebt“, sagt Kaußen-Jensen.

Bei der Beratung gehe es nicht zwangläufig darum, die traumatischen Erlebnisse aufzuarbeiten, sondern zunächst wolle der SkF dabei helfen, dass die Frauen hier Fuß fassen und besser mit dem Leben in Deutschland klarkommen. Für sie sei das auch ein Kulturschock und „teilweise mussten die Frauen früher nicht alles für sich selbst organisieren. Jetzt müssen sie das und wir helfen ihnen dabei“, sagt Rößner. „Das Wichtigste ist, dass sie wissen, dass jemand zuhört“, sagt Dallmeier.

Sollte es dabei sprachliche Probleme geben, wird eine Dolmetscherin organisiert. Wichtig sei, dass die Frauen unter sich blieben. Daher komme ein männlicher Übersetzer nicht in Frage. Denn das offene Gruppenangebot, das an zwei Vormittagen pro Woche angeboten wird (siehe Infobox), soll ein offener Treffpunkt sein, bei dem sich die Frauen austauschen, Kontakte knüpfen und die Isolation im Alltag überwinden können. Sollte dabei Bedarf bestehen, über bestimmte Themen im Einzelgespräch zu sprechen, dann sei auch das möglich.

Der SkF freue sich vor allem darüber, dass das Angebot über das Gesundheitsministerium des Landes NRW gefördert wird.

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