Stolberg - „Von Eitelkeit und Sucht“: Künstlerin Elke Koch veröffentlicht ersten Roman

„Von Eitelkeit und Sucht“: Künstlerin Elke Koch veröffentlicht ersten Roman

Von: Dirk Müller
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Die Malerin Elke Koch hat jetzt als Schriftstellerin Elke Haut ihren ersten Roman veröffentlicht. Foto: D. Müller

Stolberg. Bildlich ausgedrückt hat sie viele Gesichter. Und jetzt hat sie auch zwei Namen, denn die Künstlerin Elke Koch hat unter dem Pseudonym Elke Haut ihren ersten großen Roman veröffentlicht. „Von Eitelkeit und Sucht“ ist das 422 Seiten starke Werk betitelt, das den Schönheitswahn unserer Zeit ebenso thematisiert wie verschiedene Abhängigkeiten und Triebe.

Eingebettet in vielfältige zwischenmenschliche Beziehungen greift Koch als Elke Haut „klassische Süchte“ nach Drogen und Alkohol auf, beschreibt aber auch die Sucht nach Schönheitsoperationen, nach Glücksspiel und nach Sex.

Dementsprechend hat die Malerin und Schriftstellerin erotische Komponenten in den Roman eingeflochten. In oft sehr offener Weise, denn: „Wenn ich schreibe, nehme ich kein Blatt vor den Mund. Ich möchte das Leben so darstellen, wie es wirklich ist“, betont Koch. Sowohl in die beruflichen und gesellschaftlichen Umfelder als auch in die Handlung habe sie hin und wieder ihre eigene Lebenserfahrung eingebracht. Was die 75-Jährige auch bei ihrem nächsten Projekt mache. „Ein neuer Roman ist bereits in Arbeit, und 260 Seiten sind schon geschrieben“, sagt die Frau mit einem interessanten Werdegang.

Koch wurde in Stettin geboren und wuchs in Berlin auf – in einer musikalischen Familie: Ihr aus dem Rheinland stammender Vater war Violinist, ihre Mutter Opernsängerin, und auch ihre Schwester wurde Konzertsängerin. „Für mich selbst war der Klavierunterricht eher eine Qual, weil ich schnell gemerkt habe, dass ich musikalisch nicht so talentiert bin wie der Rest der Familie“, erklärt Koch, warum aus ihr keine Musikerin geworden sei. Dennoch sei Musik für ihr kreatives Schaffen wichtig: „Ob ich male oder schreibe, Musik dient mir als Inspiration, Antrieb, Ausgleich und mehr.“

Nachdem ihre Familie nach Düsseldorf gezogen war, absolvierte Elke Koch in Krefeld ihr Grafik-Studium und kam dann 1962 nach Stolberg. Zunächst aus beruflichen Gründen, die dann auch privat wurden. Sie fing an, in der Grafik- und Werbeabteilung von Mäurer & Wirtz zu arbeiten, die seit 1957 von dem Stolberger Maler, Bildhauer und Grafiker Hermann Koch geleitet wurde – ihrem späteren Ehemann, der 1997 gestorben ist. Von ihm lernte Elke Koch die Aquarellmalerei, der sie bis heute treu geblieben ist. „Ein Schlüsselmoment für mich war, als Hermann sagte: ,So, jetzt kann ich dir nichts mehr beibringen‘“, erinnert sie sich.

Als ihr Mann in den Ruhestand ging, hörte auch Elke Koch auf, als Grafikerin zu arbeiten, eröffnete sich aber einen neuen Lebensabschnitt, indem sie im Alter von 45 Jahren die Ausbildung zur Heilpraktikerin begann. Fast drei Jahrzehnte war sie daraufhin als selbstständige Heilpraktikerin tätig, und „es hat mir viel Freude bereitet, Menschen zu helfen“, sagt sie. Zwischen Grafik, Heilpraktik und Malerei habe sie auch immer wieder geschrieben, aber die Kurzgeschichten und Episoden seien lediglich „in der Schublade gelandet“. Bis Koch den Inhalt dann doch noch einmal gesichtet hat.

Einige Texte habe sie ins Altpapier entsorgt, gibt sie zu, andere hingegen für gut befunden – zum Teil 30 Jahre nach der Entstehung. Koch fasste den Entschluss, die Texte zu veröffentlichen, und Anfang 2016 erschien „Skurrile Geschichten“ unter dem Pseudonym Elke Haut. Gleichzeitig war ihre literarische Leidenschaft neu entfacht, und sie begann ihren ersten Roman „Von Eitelkeit und Sucht“ zu schreiben. Für das an ihren Mädchennamen Hautermann angelehnte Pseudonym habe sie sich bewusst entschieden, um sich von der Malerin Elke Koch abzugrenzen.

Eine Schnittmenge gibt es allerdings, denn die beiden bisher erschienenen Bücher von Elke Haut sind auf den Umschlägen mit Aquarellen von Elke Koch versehen. So soll es auch beim nächsten Roman sein, an dem sie derzeit fleißig schreibt. Viel Zeit zum Malen bleibt momentan also nicht, was nicht weiter tragisch sei, meint Koch: „Mit dem Malen ist es wie mit dem Schreiben: Ich werde immer phasenweise kreativ, dann aber fast wie besessen, versinke in der Arbeit und schaffe dann auch sehr viel.“

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