Vom Reservoir für Wasser zur Parkanlage

Von: Toni Dörflinger
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Heute sieht es am Bastinsweiher ganz anders aus, als früher. Vor allem jetzt, da die Bäume fast alle gefällt sind. Foto: L. Beemelmanns
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Der Bastinsweiher um 1940: Im vorderen Bereich ist der damalige Bestand der Wehranlage mit dem Ellermühlengraben zu erkennen. Repro: T. Dörflinger

Stolberg. Seine frühere Nutzung und Verwendung ist dem Bastinsweiher, der demnächst eine grundlegende Veränderung erfahren soll, schon längst nicht mehr anzusehen. Nur die im Uferbereich angesiedelte wassertechnische Einrichtung, ein Dreifachwehr, macht auf den ursprünglichen Nutzen aufmerksam, den das Gewässer einst für die wirtschaftliche Entwicklung Stolbergs hatte.

Schließlich ist der Bastinsweiher im 16. Jahrhundert als Wasserreservoir eines benachbarten Kupferhofes entstanden. Die Anlage, die den Namen Ellermühle trug, hatte neben weiteren einst im heutigen Stadtzentrum ansässigen Kupferhöfen der Messingherstellung gedient und war einer der ersten Kupferhöfe.

Das künstlich angelegte Reservoir nutzte man, um die Mühlräder der Ellermühle mit der erforderlichen Wassermenge zu versorgen. Mühlräder brauchte man in vorindustrieller Zeit zum Antrieb der Hammerwerke und anderer mechanischer Anlagen.

Seinen Zulauf erhielt der Bastinsweiher, dessen ursprünglicher Name Ellermühlenteich ist, durch den heute noch im Seitenbereich vorhandenen, verdeckten Ellermühlengraben. Der Ellermühlengraben, der von der Vicht gespeist wird, hatte anfänglich nicht nur die Ellermühle, sondern auch viele andere früher in der Tallage liegende Kupferhöfe mit Wasser versorgt.

Seinen heutigen Namen erhielt der Ellermühlenteich im 19. Jahrhundert als die Stickgarnspinnerei, die man inzwischen in Teilen der alten Ellermühle und auf der gegenüberliegenden Straßenseite eingerichtet hatte, von der Direktorenfamilie Bastin geleitet wurde. Mitte der 1950er Jahre wurde die Ellermühle abgerissen, um der jetzigen Bebauung Platz zu machen.

Überlebt hat neben dem Weiher, der heute eine idyllische Wasserfläche inmitten der Stadt darstellt und derzeit umgestaltet wird, auch der Ellermühlengraben mit seinem Dreifachwehr. Die aus drei Teilen bestehende Wehranlage – die Aufbauten mit ihren Absperrvorrichtungen sind teilweise auch heute noch vorhanden – regelte die Wassermenge, die einerseits dem Bastinsweiher und andererseits der Vicht und dem Ellermühlengraben zugeleitet wurde.

Die Wehranlage hat für Stolbergs Technikgeschichte einen hohen Stellenwert. Sie ist das letzte Überbleibsel einer Entwicklung, in der von Wasserkraft dominierte mechanische Einrichtungen eine große Rolle spielten.

Im hinteren Bereich des Bastinsweiher liegt die so genannte „Flora“. Die Grünfläche, die einst zur Gartenanlage des Kupferhofes Ellermühle gehört hatte, soll ebenfalls ein anderes Gesicht erhalten. Dort soll neben der Brücke, die demnächst den Bastinsweiher überspannen wird, unter anderem auch eine kurze, fußläufige Verbindung zum benachbarten Ritzefeld-Gymnasium entstehen.

Außerdem werden derzeit einige Bäume gefällt und wieder neue gepflanzt, um den Gesamteindruck zu verändern. Gewählt wurden dafür verschiedene Baumarten, Sträucher und Gräser. „Hierbei handelt es sich um hochwertige und entsprechend dem Gestaltungsziel prägende Baum- und Staudenarten“, sagt Tobias Röhm, Technischer Beigeordneter der Stadt Stolberg.

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