Volle Hütte bei „Rockin Halloween”

Von: Heike Eisenmenger
Letzte Aktualisierung:
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Im Museum Zinkhütter Hof in Stolberg ging am Samstagabend die Post ab: Flammen schossen in die Höhe, die Bässe dröhnten und der Saal verwandelte sich in einen Hexenkessel - wie hier beim Auftritt der Kiss-Coverband „Kissed”.

Stolberg. Blaues und rotes Licht badet die Zuschauer, Feuerfontänen schießen in die Höhe, dann wird gerockt, dass die Wände des Industriemuseums wackeln. Es ist die Nacht zu Halloween, und im Zinkhütter Hof ist der Teufel los. „Rockin Halloween” ist das Motto des Live-Konzertes, das Carlos Cachafeiro organisiert hat. Hunderte Zuschauer sind gekommen.

Der Stolberger mit spanischen Wurzeln hat das Event seit einem halben Jahr geplant. Und er ist der Hauptprotagonist. Carlos geht als Eisbrecher auf die Bühne. Als Solokünstler hat er unzählige Male bekannte Rock- und Popsongs gecovert, aber an diesem Abend steht er bei allen drei Gigs mit auf der Bühne. Nach seinem Solo präsentiert er als Bassist der Band „Batlord” mit Gothic eine ganz andere Art der Musik, und im Finale mit „Kissed” lässt er die US-Formation „Kiss” aufleben.

Es ist rappelvoll im Saal. Die Show beginnt. Carlos legt los, bringt die Menge in Stimmung. Instrumental unterstützt von Son Pham (Leadgitarre) und Max Friedrich (Percussion) greift Carlos zu den Klassikern, covert Rocksongs, Ohrwümer von „Metallica”, oder auch zu Hits neueren Datums, wie von „Linkin Park”. Der 38-Jährige hat eine exzellente, melodische Stimme; sie ist sanft, aber auch kraftvoll. Was er auch als Bassist und Gitarrist drauf hat, stellt er an diesem Abend unter Beweis. Seine große Fangemeinde ist hingerissen. „Setz Carlos auf einen Barhocker, gebe ihm eine Klampfe und lass ihn singen - dann geht die Party los”, sagt Besucher Emil Blechmidt.

Mystisch ist dagegen der Auftritt von „Batlord”. Aushängeschild der Band ist der charismatisch wirkende Sänger Scorpio. Der Amerikaner fällt auf: Er trägt Schwarz, sein Schädel ist kahl rasiert, das hebt die dunkel geschminkten Augen hervor. Aber das Leben sei spannender als Übersinnliches, sagt „Scorpio”. Er ist von Los Angeles in die Region gekommen: „Ich habe hier einen kleinen Sohn, ich will bei ihm sein und lebe diesen Neuanfang auch musikalisch.”

Das hört man. Sein Gothic handelt vom Auf und Ab des Lebens. Scorpios Texte sind lebendiger, erinnern an eine Explosion. In Songs wie „Our Bed Is A Grave” („Unser Bett ist ein Grab”) verarbeitet er schmerzvolle Zeiten aus seiner früheren Beziehung. Mit Christoph Jansen (Keyboard), Nils Plum (Schlagzeug) und Carlos (Bassist) startet er mit „Batlord” nun durch, trifft den Nerv des Publikums.

Das muss sich gedulden, bis Carlos zum dritten Mal ins Scheinwerferlicht tritt. Er muss in die Maske. Denn „Kissed” trägt das typische Outfit der US-Rocker. Ganz in Weiß und Schwarz sind die Gesichter geschminkt, die Kostüme glänzen in Silber. Ganz individuell trägt jeder ein fast schon dämonisches Kostüm. „Normalerweise dauert es drei Stunden, bis man für den Auftritt hergerichtet ist.”

Die Stolberger haben Glück. Binnen einer Stunde verwandelt ein Team aus Helfern Carlos in einen Dämon, der auf den hohen Monsterplateauschuhen sicher über die Bühne stakst und dabei den Bass zupft - wie bei den legendären „Kiss” wird gerockt, was das Zeug hält. Da darf der Ohrwurm „I was made for lovin you” ebenso wenig fehlen wie „I love it loud”, und „Firehouse” ist Programm: Carlos speit Feuer wie ein Drache.

Das Publikum ist begeistert, die pyrotechnische Show grandios. Als Andy Paul Diegel alias „The Starchild” mit Schmackes seine Gitarre zerdeppert, ist der Höhepunkt des Finales erreicht. „Der Saal brodelt richtig, das gefällt mir”, kommentiert die Stolbergerin Belinda Claßen (44). „Wir feiern richtig schön Halloween - mit viel Rauch und dunkler Musik”, resümiert Renate Dappen aus Aachen.

Besonders gut findet die 46-Jährige, dass das Konzert von Zuschauern aller Altersgruppen besucht wird. Kinder können sich in einem abgegrenzten Bereich in der oberen Etage zurückziehen, wenn es ihnen zu laut wird. Die als Pausenfüller gedachte Strippshow wird dagegen sehr kontrovers diskutiert.
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