Stolberg - Volkshochschule informiert rund ums Thema Einbürgerung

Volkshochschule informiert rund ums Thema Einbürgerung

Von: Israa Hamadache
Letzte Aktualisierung:
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Eine Muslimin füllt einen Fragebogen zur Einbürgerung aus. Wichtige Informationen vorab gab es bei der Volkshochschule. Foto: imago/Udo Kröner

Stolberg. Hier zu Hause aber noch keine deutsche Staatsangehörigkeit? Für Menschen, auf die dieser Fall zutrifft, bot die Volkshochschule eine Informationsveranstaltung rund ums Thema Einbürgerung an. Welche Voraussetzungen müssen erfüllt werden, und welche Schritte müssen eingeleitet werden?

Steffen Bungarz und Diana Lorenz-Strauch erläuterten dazu die rechtlichen Vorgaben. Die Städteregion Aachen bürgert im Jahr etwa 1100 Menschen ein. Einbürgerung bedeutet, dass einer Ausländerin oder einem Ausländer die deutsche Staatsangehörigkeit verliehen wird und somit alle Rechte und Pflichten eines Staatsbürgers übertragen werden. Die Einbürgerung gewährt ein Heimatrecht und ist beispielsweise Voraussetzung für das Wahlrecht und die Wählbarkeit.

Die Beachtung der freiheitlich demokratischen Grundordnung, selbst verdienter Lebensunterhalt, Straffreiheit, ausreichende deutsche Sprachkenntnisse, ein deutscher Schulabschluss und die eventuelle Abgabe der alten Staatsbürgerschaft bilden hierbei die Grundlagen. Bungarz betont jedoch: „Alle Fälle sind unterschiedlich, man muss jeden einzeln betrachten.“ Der Referent ermutigte die etwa 20 Interessierten, bei Fragen diesbezüglich ins Ausländeramt zu gehen.

Dieses müsse man nicht nur aufsuchen, um Unterlagen abzuholen, man könne dort auch problemlos nach einer privaten Auskunft bitten. Dass ein Wissensdurst diesbezüglich durchaus besteht, wurde deutlich: Die Anwesenden stellten viele Fragen und waren oft erstaunt über die Antworten. So war beispielsweise nicht jedem klar, dass ein achtjähriger Aufenthalt eine Voraussetzung für die Einbürgerung darstellt.

Nicht nur auf Nachbarn verlassen

„Ich habe von meinem Nachbarn erfahren, dass ich während dieser acht Jahre nicht verreisen darf“, meldete sich ein Teilnehmer zu Wort. Darauf folgte das Erstaunen diesmal auf Seiten der Referenten, die das Missverständnis sofort behoben. Selbstverständlich dürfe man verreisen, nur in der kurzen Phase des unmittelbaren Verfahrens, wenn einem der alte Pass abgenommen wird, um den neuen zu erhalten, könne es möglicherweise Erschwernisse geben.

Generell solle man sich nicht allzu sehr auf Hinweise der Nachbarn verlassen, sondern den Schritt ins Ausländeramt wagen, um faktenbasierte Antworten zu erhalten, lachte Bungarz.

Außerdem ist auf den finanziellen Aspekt zu achten: Die Gebühren für eine Einbürgerung belaufen sich auf 255 Euro pro Person, für ein minderjähriges Kind, das mit der Familie eingebürgert wird, ermäßigt sich die Gebühr auf 51 Euro.

Informa­tionsveranstaltungen wie diese, in denen Ausländer ihre Fragen loswerden können, stellen eine wichtige Basis dar, auf der diese dazu motiviert werden, eigenständig die notwendigen Schritte einzuleiten, um zu erfahren, was für Möglichkeiten sie haben, ihre Zukunft ihren Wünschen entsprechend zu gestalten.

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