Vogelsangstraße: Altstadtsanierung deutlich zu sehen

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xx Foto: Stadtarchiv. ▶Siehe auch Artikel unten

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xx Foto: Stadtarchiv. ▶Siehe auch Artikel unten

Stolberg. Der historische Blick geht zurück in den Vogelsang. Überragt wird die 1972 entstandene Altstadtszene vor 45 Jahren von der Kirche St. Lucia und dem großen Turm der Burg.

Links war seinerzeit das Eckgebäude des ehemaligen Kupferhofes Fingerhut zu sehen. Nach rechts schweifte der Blick seinerzeit auf eine kleine Parkfläche. Ebenfalls rechts war am Bildrand der Aufgang zum früheren katholischen Friedhof abgelichtet.

Der Kupferhof Fingerhut ist im frühen 17. Jahrhundert entstanden und war eine Gründung der Familie Schleicher. Sie hatte die Altstadt für die Etablierung zahlreicher Messingproduktionsstätten unter ihrer Regie genutzt.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war die alte Hofanlage der Wohnort von Ernst und Heinrich Grüber: Der Lehrer Ernst Grüber gilt als der Verfasser des „Vogelsängerliedes“, und sein Sohn Heinrich hat sich als evangelischer Propst während des Naziregimes um die Rettung und den Schutz verfolgter Juden verdient gemacht.

Von Nazis bedroht

Dr. Heinrich Grüber hatte in Berlin eine nach ihm benannte Organisation gegründet, die die Auswanderung von Juden ermöglichte, die von den Nazis bedroht und verfolgt wurden. Seinem und seines Vaters Wirken ist eine Bodenplatte gewidmet, die sich seit einigen Jahren in der Bushaltestelle am „Pley“ befindet. Mitte der 1980er Jahre wurde anlässlich der Altstadtsanierung die alte Hofanlage abgerissen. An ihrer Stelle entstand ein Neubau, der sich durch seine Gestaltung dem Altstadtcharakter anpasst.

Vergleicht man ein Foto aus dem Jahr 1972 mit dem Bild von heute, ist auf beiden Bildern das Chor der Kirche St. Lucia zu sehen. Dieser Bau entstand Mitte des 19. Jahrhunderts als Pfarrer Roland Ritzefeld ein 20-jähriges Bauprogramm startete, das aus einer kleinen barocken Kirche eine große spätklassizistische Basilika machte. Der Turm der Burg ist um 1890 entstanden.

Bauherr Moritz Kraus und Architekt Carl Wilhelm Schleicher hatten die Überreste eines frühneuzeitlichen Geschützturmes genutzt, um ihm zwei weitere Geschosse hinzuzufügen: Ziel war die Schaffung eines großen, markanten Turmes. Wo auf dem historischen Vergleichsfoto die Parkfläche zu sehen ist, lagen einst zwei Wohnhäuser. Sie sind in den späten 1960er Jahren abgerissen worden. Danach wurde das so entstandene Terrain als Abstellfläche für Personenkraftwagen genutzt.

Neue Wege

Mitte der 1980er Jahre veränderte sich in der Vogelsangstraße das Bild. Auf der Freifläche entstand eine Bushaltestelle. Neu gestaltet wurde damals auch der oberhalb liegende Hang. Er wurde für die Anlegung von Terrassen und Wegen genutzt.

Gemeinsam mit dem oberhalb liegenden alten Friedhof bilden sie heute eine schöne innerstädtische Parkanlage, die von Gästen der Kupferstadt und den Altstadtbewohnern gerne in Anspruch genommen wird. Für städtebauliche, den Altstadtcharakter betonende Akzente sorgte auch die Pflasterung der Vogelsangstraße.

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