Viereinhalb Jahre Haft für brutale Vergewaltigung

Von: Wolfgang Schumacher
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Aachen/Stolberg. Das Eifersuchtsdrama, in dessen Verlauf eine Kellnerin aus Stolberg am 5. August 2012 von ihrem Ex-Freund brutal vergewaltigt wurde, endete am Montag mit einer Verurteilung des 33-jährigen Angeklagten Muhammed I. aus Würselen.

Die 6. Großes Strafkammer (Vorsitzender Richter Jürgen Beneking) am Aachener Landgericht sah es als erwiesen an, dass der muskulöse I. an jenem Sonntag rasend vor Eifersucht zu seiner Ex-Freundin fuhr und ihr sexuelle Gewalt antat. Wegen besonders schwerer Vergewaltigung, Nötigung und Körperverletzung wurde I. zu einer Haftstrafe von vier Jahren und sechs Monaten verurteilt.

In der Begründung stellte Richter Beneking vor allem den Einsatz eines Messers, das der Angeklagte bei sich hatte, ins Zentrum. „Jetzt nehme ich mir das, was du mit anderen gemacht hast“, habe er sie unter Vorhalt eines Messer zum Sex gezwungen. Denn der rasend eifersüchtige Ex-Freund war der Meinung, er habe an jenem Sonntag Morgen über ein nicht ausgeschaltetes Handy in der Stolberger Wohnung des späteren Opfers den Sex seiner Angebeteten mit einem anderen mithören können.

Rasend vor Eifersucht, so hatte er am ersten Prozesstag angegeben, sei er zu seiner Ex-Freundin gefahren, um die zur Rede zu stellen. Auch den Mann, den er als Liebhaber in Verdacht hatte, bedrohte I. noch am gleichen Tag auf einem Parkplatz in Stolberg. Danach aber sei es in der Wohnung der Frau wieder zum einvernehmlichen Verkehr gekommen, so wie bereits am Tag zuvor.

Denn nach einer längeren Beziehungspause hatte sie ihn am Tag zuvor nach längerer Zeit wieder erhört. Die Freundin hatte das Geschehen vom Sonntag völlig anders geschildert. Sie habe bei ihrer in nichtöffentlicher Sitzung gemachten Angaben jedoch „keine Belastungstendenzen“ gezeigt. Sie habe das brutale Geschehen sogar zunächst nicht anzeigen wollen, hieß es. Dann aber wurde sie von einer Freundin unterstützt.

Für den Richter war es wichtig anzumerken, dass gerade der Vorhalt des Messers zu einem Tatgeschehen der besonders schweren Vergewaltigung führte, das normalerweise ein Strafmaß „von nicht unter fünf Jahren Haft“ nach sich ziehe. Zugunsten des Angeklagten habe man hier jedoch auf einen „minderschweren Fall“ erkannt, weil die Tat nicht geplant gewesen sei.

Bereits im Vorfeld der Tat hatte Muhammed I. seine Ex-Freundin per SMS, Emails und Anrufen terrorisiert, hatte angedroht, „ich mache dich behindert“ und „ich werde dafür sorgen, dass du stirbst“, weiter folgten sexistische Beschimpfungen, die öffentlich nicht wiederzugeben sind.

Die Staatsanwaltschaft hatte ebenfalls viereinhalb Jahre Haft gefordert.

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