Vier Tage mit vollem Programm: Dorff hat seinen „Superstar“ gefunden

Von: Dirk Müller
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Im furchterregenden „Todesschlamm“ meistert Schützenkönig Stephan Wollgarten seine letzte Dorffer Dschungelprüfung. Foto: D. Müller
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Bei dem großen Festumzug der St.-Hubertus-Schützenbruderschaft wird das Königspaar Stephan und Janine Wollgarten auf den Straßen von Dorff ausgiebig bewundert.
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Bei dieser „appetitlichen Dschungelprüfung“ ist Durchblick gefragt: Dem Schützenkönig gelingt es, eine Peperoni in der Götterspeise zu finden.
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Bei dieser „Durstlöschübung“ zeigt der Schützenkönig vollen Einsatz, am Ende reichte es aber doch nicht für eine Karriere bei der Feuerwehr.

Stolberg-Dorff. Ein Dorffer Schützenkönig muss nicht nur viel Spaß verstehen, wichtig ist, dass er solchen auch mitmacht, denn am vierten Tag der Schützenkirmes der St. Hubertus-Bruderschaft Dorff steht die kultige, ja schon legendäre Ulkparade an. Bei dieser bewies Schützenkönig Stephan Wollgarten seinen Humor und stellte ebenfalls unter Beweis, dass er nicht zart besaitet ist, da das Spektakel ihm Einiges abverlangte.

Die Dorffer Maijungen und die St.-Hubertus-Schützen hatten die lustigen Abenteuer, die Wollgarten erwarteten, wieder in eine zusammenhängende Handlung gebettet: „Stephan wollte immer schon berühmt werden“, war der Ausgangspunkt der Geschichte.

Das Gefolge des Königs trug T-Shirts mit den Aufschriften „Wir hatten keine Wahl“ und „Wir wurden gezwungen“, was auf dem malerischen Lindenplatz durchaus ein Omen war. Unter den Augen der zahlreichen Zuschauer nahm das Verhängnis für Wollgarten seinen Lauf. Zunächst versuchte der „Schwalbenkönig von Dorff“ sich mit einer Fußballkarriere, absolvierte unter anderem Kopfballtraining – mit Bällen und Wasserbomben. Auch wenn Wollgarten der Titel „bester Greenkeeper und Platzwart Europas“ verliehen wurde, scheiterte sein Traum, Fußballstar zu werden.

Des Schützenkönigs nächste Idee war, als Lebensretter zu Ruhm zu kommen, also bewarb er sich bei der Feuerwehr. Eine „Durst-löschübung“ mit einer Ein-Liter-Dose Bier geriet für ihn zum reinsten Schaumbad, und bei dem Löschen mehrerer kleiner Brandherde wurde auch Wollgartens Gefolge nass. Dennoch war der „Oberbrandwaldmeister“ zufrieden mit dem König – bis dieser die Aufgabe, eine Katzenattrappe aus einer Baumkrone zu retten, nicht bestand. Doch nachdem auch seine Feuerwehrlaufbahn rasch beendet war, steckte Wollgarten nicht auf, sondern bewarb sich beim „Bildungssender RTL“.

Magen wie ein Bär

Mit seinem Gefolge konnte er bei einem Tanzworkshop überzeugen, bewies dann auch Stimme, indem er in Kleid und mit Perücke „Atemlos“ auf dem Lindenplatz schmetterte. Damit war der Schützenkönig für das Dorffer Dschungelcamp qualifiziert, das ähnlich dem TV-Vorbild nicht am „Ekelfaktor“ sparte. Bewundernd attestierten die Macher der Ulkparade Wollgarten „einen Magen wie ein Bär“, nachdem der König Katzenfutter gekostet und sich – freilich fingierte – Speisen wie „Schlangenblut mit pürierten Maden an geraspelten Hufen“ einverleibt hatte, während die Zuschauer sich köstlich amüsierten.

Als Finale Prüfung bezwang Wollgarten den „Todesschlamm“, aus dem er todesmutig Sterne fischte. Dorff hatte eindeutig seinen Superstar gefunden, und dieser humorgeprüfte Schützenkönig wurde im Festzelt noch gefeiert, bis die Schützenkirmes am frühen Abend begraben wurde. Begonnen hatte die viertägige Veranstaltung bereits am Freitagabend unter dem Motto „Frei und locker“. Das große Festzelt am Dorfweiher ähnelte dabei einer Disco und mehrere Generationen feierten tanzend zur flotten Musik von DJ Nick Schuran. Der Samstag begann mit einer Festmesse, anschließendem Gedenken am Ehrenmal und einem Umzug durch den Ort, bevor der festliche Königsball, den die Live-Band „Celebration“ musikalisch gestaltete, eröffnet wurde.

Traditionell stand der Sonntag der Dorffer Schützenkirmes im Zeichen der Familie. Beim Frühschoppen stärkten die Gäste sich mit Speck und Ei, und ab 15 Uhr öffnete im Festzelt die Cafeteria, die besonders bei den älteren Besuchern sehr beliebt war, während gleich nebenan viele Kinder auf dem Spielplatz tobten. Beeindruckend war auch der lautstarke Auftritt der Böllerschützenabteilung der Breiniger St.-Sebastianus-Schützen, die mit ihren Salven die zahlreichen Gäste begeisterten. Sehens- wie hörenswert war der große Festzug durch Dorff. Die St.-Hubertus-Schützenbruderschaft Dorff mit dem Königspaar Stephan und Janine Wollgarten sowie Gefolge, die Dorffer Löschgruppe der Freiwilligen Feuerwehr, die E- und F-Jugend der DJK Sportfreunde Dorff, die St.-Sebastianus-Schützen Breinig mit ihrem König Daniel Freialdenhoven und der Böllerschützenabteilung, die Krauthausener St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft mit ihrer Königin Ingeborg Klemt, der Spielmannszug Grün-Weiß Eschweiler und die Bovenberger Musikanten wurden in den Dorffer Straßen bewundert.

Bei dem anschließenden Kirmesball gaben die Fußballkinder der Sportfreunde „ihrem Stephan“, der in der Jugendarbeit der DJK sehr engagiert ist, ein bezauberndes Ständchen, und Heinz Willms, Brudermeister der Dorffer St.-Hubertus-Schützen zog ein durch und durch positive Fazit der Schützenkirmes: „Wir haben uns im Vergleich zum Vorjahr noch einmal gesteigert und sind sehr zufrieden.“ Das Erfolgsgeheimnis der viertägigen Schützenkirmes im großen Festzelt sei einerseits der große Zuspruch der Gäste, die die Veranstaltungen besuchen, und andererseits die „hervorragende Dorffgemeinschaft“. „Alle Ortsvereine feiern und arbeiten auch gemeinsam bei der Schützenkirmes. Nur so können wir die Schützenkirmes auf diesem Niveau stemmen“, betonte Willms.

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