Vier Schulen rühren die Werbetrommel

Von: Lukas Franzen
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Rund 70 Eltern kamen in die Br
Rund 70 Eltern kamen in die Breiniger Grundschule, um sich zu den Konzepten der verschiedenen Schulformen zu informieren. Foto: Franzen

Stolberg-Breinig. Welche Schulform ist für das eigene Kind die Beste? Eine verbindliche Antwort auf diese wichtige Frage konnten somit auch die Vertreter von gleich drei unterschiedlichen Schulformen bei einer Informationsveranstaltung der Breiniger Grundschule nicht geben.

Gleichwohl aber konnten sie für ihre Konzepte werben, die Eltern informieren und aufklären. Nicht zuletzt durch die Tatsache, dass sich die Stolberger Schullandschaft im nächsten Jahr gründlich verändert und nach den Vorstellungen der Stadt um gleich zwei neue Schulformen - Gesamtschule und Sekundarschule - erweitert werden soll, war die Resonanz groß: 70 von rund 150 eingeladenen Eltern waren vertreten.

Zu seiner ersten „Amtshandlung” war an diesem Abend Helge Pipoh als kommissarischer Leiter der neuen Stolberger Gesamtschule nach Breinig gekommen. Gemeinsam mit Martin May, dem didaktischen Leiter der Gustav-Heinemann-Gesamtschule Alsdorf, informierte der 52-Jährige die interessierten Eltern über die Eckpunkte der Schulform, deren Realisierung im nächsten Schuljahr an das Erreichen von mindestens 100 Anmeldungen geknüpft ist.

„Vorteile sehe ich vor allem im längeren gemeinsamen Lernen bis zum Ende der zehnten Klasse”, warb Pipoh für sein Schulkonzept und betonte das breite Fächer- und Differenzierungsangebot der Gesamtschule, die wie alle anderen Stolberger Schulen auch für den Ganztagsbetrieb konzipiert ist.

So sieht das Angebot der Gesamtschule neben „normalen” Fächern aus den sprachlichen, mathematischen und naturwissenschaftlichen Bereichen auch Spezialisierungsmöglichkeiten in den Bereichen Technik, Hauswirtschaft oder Literatur vor. Die Betreuung durch zwei Klassenlehrer, die mit ihren Fachbereichen einen Großteil des Unterrichts abdeckten, ermögliche außerdem eine besonders intensive Betreuung der Kinder, so Pipoh.

Die Kapazitätsgrenze der neuen Schule sei in diesem Jahr bei maximal 120 Anmeldungen erreicht. Denn bei den vier neu entstehenden Klassen könnten maximal jeweils 30 Schüler berücksichtigt werden, rechnete der neue Schulleiter vor und nannte konkrete Aufnahmekriterien. „Wir werden Schüler aus allen Leistungsbereichen berücksichtigen. Es wird keinen Schnitt geben”, versprach Pipoh. Weiterhin soll bei der Aufnahme auf einen ausgewogenen Anteil von Mädchen und Jungen geachtet und Schüler aus Stolberg in jedem Fall bevorzugt werden.

Angemeldet werden können die Kinder zwischen dem 13. und dem 15. Februar sowie am 22. und 24. Februar an der alten Gutenberg-Schule. Bewusst wurde eine kürzere Frist gewählt, da davon auszugehen ist, dass aufgrund des großes Ansturms nicht alle Interessenten berücksichtigt werden können. Es bliebe noch Zeit, sich für eine andere Schule zu entscheiden.

Die Planungen für die neue Gesamtschule, die sowohl die Räume der „auslaufenden” Realschulschule 1 als auch der Gutenberg-Förderschule nutzen wird, laufen derweil auf Hochtouren. Denn mit dem Anmeldeverfahren gehen Umbaumaßnahmen, die Einstellung neuer Leherer sowie die Organisation der Klassen einher.

Die Eltern für das Goethe-Gymnasium begeistern wollte Bernd Decker in der Breiniger Sporthalle. Gemeinsam mit Gabi Knoth, der stellvertretenden Schulleiterin des Ritzefeld-Gymnasiums, hob er stattdessen die enge Zusammenarbeit der beiden Stolberger Gymnasien in der Oberstufe hervor. Diese Zusammenarbeit mache ein umfassendes Leistungskursangebot an beiden Schulen möglich. „Goethe”-Schülern ist es etwa möglich, das Spanisch-Angebot des Ritzefeld-Gymnasiums zu nutzen, während die „Ritze”-Schüler die niederländische Sprache am Goethe-Gymnasiums erlernen können. Decker und Knoth hoben den „universitären Charakter” dieser Kooperationen hervor.

Als Vertreter einer gänzlich neuen Schulform war Jörg Klein, Leiter der Kogelhäuserschuwwle, nach Breinig gekommen, um über sein erarbeitetes Konzept der Sekundarschule zu informieren. Mit dem Anspruch, Schülern aller Empfehlungen ein längeres gemeinsames und wohnortsnahes Lernen zu ermöglichen und den Bildungsweg möglichst lange offen zu halten, hat seine Schulform viele Gemeinsamkeiten mit der Gesamtschule und soll nicht als „Hauptschule Plus” verstanden werden. Durch Kooperationen mit der BBS Stolberg und dem Ritzefeld-Gymnasium sollen den Schülern alle denkbaren Abschluss- und Orientierungsmöglichkeiten nach dem 9. beziehungsweise 10. Schuljahr ermöglicht werden.

Dabei setzt Klein auf kleinere Lerngruppen von maximal 25 Schülern. „Durch die Öffnung zum außerschulischen Umfeld wollen wir außerdem die Andockung an das Berufs- und Wirtschaftsleben erreichen”, setzt Klein auf eine enge Zusammenarbeit mit lokalen Betrieben und Institutionen und wirbt für Unterstützung bei der anstehenden Elternbefragung, bei der mindestens 75 Eltern ihr Interesse signalisieren müssen.
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