Vier Katzenbabys aus dem Auto geworfen

Von: Dirk Müller
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Feuerwehrmann Frank Regenfuß gehört zu den Helfern, die vergeblich das dicht bewachsene Areal Ecke von Rhenania- und Hasencleverstraße nach den vier ausgesetzten Katzenbabys absuchen. Foto: D. Müller

Stolberg. Ein gewissenloser wie dreister Zeitgenosse hat an der Rhenaniastraße am Donnerstag für einen Einsatz von Feuerwehr, Polizei und weiteren Helfern gesorgt. Ein Pkw-Fahrer hatte, aus Richtung Bahnhof kommend, zwischen 15 und 15.30 Uhr unmittelbar hinter der Einmündung Hasencleverstraße am Fahrbahnrand gehalten, vier Katzenbabys aus dem Beifahrerfenster geworfen und war daraufhin davongefahren.

Das sah eine Zeugin des Vorfalls; sie verhinderte zunächst, dass die kleinen Katzen über die vielbefahrene Straße laufen. Dann versuchte die Passantin, mit ihrem Mobiltelefon Hilfe zu verständigen, meldete den ungeheuerlichen Vorfall am helllichten Tag schließlich dem Stolberger Ordnungsamt.

„Wir haben sofort die Feuerwehr alarmiert in der Hoffnung, dass die Kätzchen gerettet werden können“, beschreibt Hans Maassen vom Ordnungsamt. Mit tatkräftiger Unterstützung der Zeugin und speziellen Tierfangköchern ausgerüstet suchten dann zunächst zwei Feuerwehrleute nach den jungen Tieren. Doch das Gelände, an dem die vier Katzenbabys aus einem Auto geworfen wurden, ist unwegsam. Brombeersträucher und wild wachsendes dornenbewehrtes Gestrüpp umgeben die Bäume an der Ecke.

„Wir konnten die Tiere zwar hin und wieder sehen, sie im dichten Unterholz aber nicht einfangen. Sie waren einfach zu verängstigt“, sagt Frank Regenfuß, einer der Feuerwehrleute vor Ort. Die Leitstelle der Feuerwehr nahm indes Kontakt zum Stolberger Tierschutzverein und zur Polizei auf. Zeitgleich trafen drei Polizeibeamte und zwei Mitglieder des Tierschutzvereins an der Rhenaniastraße ein, wo die Zeugin, die zwei Feuerwehrleute und inzwischen auch ein zu Hilfe gekommener Anwohner nach den Kätzchen suchten.

Die Polizeibeamten nahmen erst die Zeugenaussage auf, um „zu prüfen, ob ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz vorliegt“, dann ebenfalls die Suche. Obwohl mittlerweile neun Menschen das Areal nach den Jungtieren durchkämmten, blieb der Versuch, die panischen Katzenbabys einzufangen, erfolglos, und die Suche wurde gegen Abend eingestellt. „Die Mitglieder des Tierschutzvereins versuchen jetzt, die kleinen Katzen in eine Lebendfalle zu locken, damit sie nicht vor Autos laufen oder schlichtweg verhungern“, erklärte Regenfuß.

So abscheulich das Aussetzen der Tiere auch gewesen sei, lobt der Feuerwehrmann das Verhalten der Zeugin und des Anwohners, der die Suchaktion auf seinem Motorroller passiert hatte. „Der Mann fuhr nach Hause, um sich festes Schuhwerk anzuziehen und kam gleich zurück, um sich an der Suche zu beteiligen. Jetzt wird er wechselnd mit den Mitgliedern des Tierschutzvereins auch die Lebendfalle stündlich kontrollieren. Es ist schön zu sehen, dass es auch nette und tierliebe Stolberger gibt“, sagt Regenfuß.

Da er die Katzen beim Blicken durch das Dickicht als sehr verängstigt, aber gesund erachtet habe, bestehe noch Hoffnung, die Jungtiere mit der Lebendfalle retten zu können.

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