Vielfältige Kultur auf gute Nachbarschaft

Von: Dirk Müller
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Eine beeindruckende Laser-Show gab es an der Burg. Das Lichterspektakel konnten einige nur von unten sehen, weil der Andrang oben so groß war. Die Zuschauer waren gegeistert. Foto: D. Müller
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Bei der Parade am Sonntagnachmittag marschierten auch belgische und niederländische Musikkapellen mit, die für reichlich Stimmung am Straßenrand sorgten. Foto: D. Müller
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Da oben muss doch noch etwas Staub auf dem Hütchen sein: Der Clown wedelte sicherheitshalber nach. Foto: D. Müller

Stolberg. Die Euregio Maas-Rhein ist weit mehr als Gedanke – sie ist gelebte gute Nachbarschaft, ein grenzenloses Miteinander und ein Lebensgefühl. Dieses „Lebensgefühl Euregio“ strahlten die Akteure des Kulturfestivals „Stolberg goes“ aus, und besonders bei der großen Parade erfreuten die vielen Gäste in der Kupferstadt sich ebenso daran wie die Stolberger selbst.

Bei strahlendem Sonnenschein gaben die Gruppen ein buntes Bild ab, und Tausende Zuschauer aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden erlebten ein beeindruckendes Spektakel in strahlendem Sonnenschein und bei sommerlichen Temperaturen.

Zu Pferd und auf Motorrad

Tolle Kostüme, Reiter – zu Pferd oder auf chromblitzenden Motorrädern – ein von belgischen Kaltblütern gezogener Planwagen, in dem 25 Kinder mitfahren durften, und vor allem die zahlreichen unterschiedlichen Musikgruppen machten den Reiz der sehenswerten Parade aus, die sich vom Kaiserplatz in die Altstadt zog, wo noch bis in den Abend gefeiert wurde. Tanz, Musik, Kunst und mehr wurden dort auch am dritten Tag des Festivals geboten.

Von Freitagabend an zeichnete sich ab, dass „Stolberg goes Euregio“ mit einer großen kulturellen Bandbreite punktete. Der Eröffnung in würdigem Rahmen folgten drei Konzerte, die den Facettenreichtum der Veranstaltung erahnen ließen. Im Rittersaal brillierte der Chor „Fortissimo-Euregio“ mit europäischer Literatur in acht Sprachen. Auf dem unteren Burghof spielte die Formation „Graund“ authentischen Rock in niederländischem Dialekt.

Jazz, Gospel, Rock und Klassik

Kulturmanager Max Krieger reagierte flexibel darauf, dass „Graund“ anfänglich auch im Rittersaal zu hören waren, und ließ die Band pausieren, bis der Chor zu Ende konzertiert hatte. Den Alter Markt beschallte die „Gumbo Jazzband“ aus Maastricht mit feinstem New-Orleans-Jazz. Der Samstag offenbarte dann vollends den Unterschied zwischen einem Kulturfestival und einem Stadtfest: Theater, Kabarett, Kunst, Literatur und Musik kamen in der Kupferstadt zusammen. Werke von insgesamt 30 Künstlern aus der Euregio waren rund um die Altstadt zu sehen, 14 namhafte Künstler alleine bei der Artibus-Ausstellung in der Burg-Galerie vertreten.

Musikalisch unterhielten mehrere Formationen die Gäste auf hohem Niveau. Mit Swing und Chansons begeisterte das Quartett „Gypsy‘s Sing“, und „Op Tied Muuj“ erwies sich als stimmungsmachende holländische „Joekskapel“ mit Klasse. Der belgische „Cercle Musical Kelmis“ hatte ein anspruchsvolles Programm ausgewählt, dem das versierte Orchester einmal mehr gerecht wurde.

Ebenfalls aus Belgien stammen die Überraschungsgäste der Band „Kissing Gourami“. Das Trio intonierte fast ausschließlich Eigenkompositionen, die melodisch und hoch ansprechend sind. In stimmigen Arrangements paarte „Kissing Gourami“ Leidenschaft, Spielfreude und Können, intonierte seine Songs einfühlsam und kraftvoll gleichermaßen und präsentierte sich beim Stolberg-Debüt großartig. Die Finkenbergkirche war Schauplatz einer musikalischen Lesung und eines Gospelkonzerts, das erneut viele Zuhörer anlockte. Der „Joyfull Spirit Gospel Chor“ aus Raeren begeisterte die Besucher ebenso wie die „Big Bandits“ mit ihren Gastmusikern.

Repertoire und Qualität der Big Band der euregionalen Solisten Tim Daemen (Posaune), Marc Huynen (Trompete) und der Sängerinnen Nadine Nix und Andrea Porten beeindruckten die Zuhörer. Schon ein „Heimspiel“ absolvierte das Trio „Lagerfeuer“, das die „Konkurrenz Fußball“ in Stolberg offensichtlich überhaupt nicht fürchten muss. Die Partie „Lagerfeuer gegen Pokalfinale“ entschied die Aachener Band klar für sich und versammelte Hunderte Zuhörer, die am Alter Markt zu der Musik des Trios feierten.

Bereichert wurde „Stolberg goes Euregio“ durch das preisgekrönte Kindertheater „Agora“ aus St. Vith und das Kabarett-Duo Achim Konejung und Hubert vom Venn, das die „letzte Ausfahrt Eifel“ amüsant und intelligent darbot. Der Kupferstädter Kulturverein „City Starlights“ inszenierte eine originelle „Euregio-Revue“ für Groß und Klein, und der lange Festivaltag endete mit einer atemberaubenden Laser-Show an der Burg, die am späten Abend sehr viele Zuschauer anzog.

Beim Höhepunkt des Festivals zeigte Stolberg sich von seiner besten Seite. Beste Stimmung herrschte bei der großen Euregio-Parade. Anschließend strömte ein großer Teil der Zuschauer in die Altstadt, um die Musik der „Vlierländer Musikanten“, der „Hurricane Brassband“ im malerischen Kunsthandwerkerhof oder die Samba-Gruppe „Animoso“ in Aktion zu erleben. Auf reges Interesse stießen auch das interdisziplinäre Euregio-Projekt „Der Weg“ des Filmemachers Jo Dautzenberg und des Musikers Heribert Leuchter sowie die Tanzdarbietungen, die unter anderem von der Stolberger Tanzschule „Not just Dancing“ präsentiert wurden.

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