Viele Blickfänge beim Internationalen Vichter Moped-Treffen

Von: Dirk Müller
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Nach der erst überschaubaren Anzahl von Maschinen sind bald immer mehr sehenswerte Exponate aus vielen Jahrzehnten zu bewundern. Foto: Dirk Müller
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Auf dem großen Teilemarkt des Treffens wird ausgiebig gestöbert, gefeilscht und getauscht, denn viele der Gäste basteln gleichzeitig an mehreren Fahrzeugen. Foto: Dirk Müller

Stolberg-Vicht. Der Blick gen Himmel verhieß zunächst nichts Gutes für die Freunde des Vichter Moped-Treffens: Erst verregnet, dann unbeständig grau in grau gab sich das Wetter. Umso bemerkenswerter war es, dass dennoch zahlreiche Gäste das Areal um die Rumpenstraße aufsuchten, obwohl witterungsbedingt mit wenig Mopeds zu rechnen war.

„Viele Fahrer lassen ihre kostbaren Schätzchen bei solchem Wetter lieber in der Garage. Deshalb sind wir sehr glücklich, dass trotzdem so viele Besucher den Weg zu uns gefunden haben“, sagte Norbert Derichs, Vorsitzender des Vichter Motor-Clubs VMC, am Samstagmittag.

Scharen von Besuchern

Tatsächlich war das Treffen bereits unter grauem Himmel enorm belebt. Scharen von Besuchern aller Generationen bestaunten die überschaubare Anzahl von Zweirädern und vierrädrigen Old- und Youngtimern. „Es ist die neunte Auflage des Treffens, das immer am ersten Samstag im August stattfindet. Die Veranstaltung ist mittlerweile etabliert und hat für viele Gäste einen gesellschaftlichen Stellenwert. Sie kommen auch wegen der Atmosphäre zu uns“, erklärte Derichs. Einen großen Anteil daran hatten nicht nur die rund 15 Ehrenamtler des VMC, die an Grill, Getränkestand und Cafeteria die Besucher versorgten, sondern auch die Händler, die den Moped-Freunden Ersatzteile, Fachliteratur und mehr feilboten.

Auch bei bescheidenem Wetter wurde reichlich begutachtet, gehandelt und getauscht. Die Gäste genossen das äußerst günstige und zudem schmackhafte kulinarische Angebot des VMC, trafen auf Gleichgesinnte, tauschten Anekdoten und Wissen aus. Und schon bald sollte es sich als glücklich erweisen, dass der Vichter Motor-Club mehr Ehrenamtler denn je im Einsatz und im Vorfeld eine rekordverdächtige Anzahl von – auch „vereinsfremden“ – Kuchenspenden verzeichnet hatte. Denn am frühen Nachmittag zeigte sich die Sonne über der Rumpenstraße und damit rasch das Internationale Vichter Moped-Treffen von seiner besten Seite.

Kreidler, Hercules, Zündapp, Puch, NSU, Honda, BMW und Co. rollten zuhauf an. Wobei eine besondere Qualität des Treffens deutlich wurde: Es ist offen. Mofas, Mopeds, Roller, Mokicks, Kleinkrafträder und ausgewachsene Motorräder waren ebenso zu bewundern wie Gespanne und wunderschöne Autos. Oldtimer und Youngtimer trafen auf Custom-Bikes und weitere Neufahrzeuge, der Messerschmitt Kabinenroller fühlte sich zwischen Simsons, Renaults, Citroëns, Trabbis, Ducatis, Yamahas und Vespas gut aufgehoben. Fahrer wie Besucher strömten aus der Region, aber zum Beispiel auch aus Köln und Belgien, dem Ruhrpott und den Niederlanden ins beschauliche Vicht, wo das Moped-Treffen nun pulsierte.

„Es freut mich ungemein, dass schon bei dem schlechten Wetter so viele Leute hier waren, und nun das Treffen richtig brummt“, meinte etwa Rainer Weidlich. Der Mausbacher ist ein treuer Gast beim Vichter Moped-Treffen, denn: „Es ist eine gelungene Veranstaltung, und ich bin froh, dass der VMC sie auf die Beine stellt. Ansonsten hat man in unserer Nähe kaum die Gelegenheit, Gleichgesinnte zu treffen, zu schauen und zu stöbern und zum ausgiebigen Fachsimpeln.“ Weidlich selbst war zum neunten Internationalen Vichter Moped-Treffen wetterbedingt mit dem Auto gefahren. „Normalerweise komme ich mit meiner BMW R100GS Baujahr 1992 zum Treffen“, beschrieb er.

Warum er so gerne die Rumpenstraße besucht, wenn der VMC ruft, liegt daran, dass er einer der vielen anwesenden Enthusiasten ist, der „natürlich“ auch Mopeds besitzt. Fünf Stück an der Zahl, weil „wenn man einmal infiziert ist, bleibt es meistens nicht bei einem Moped“. So schraubt Weidlich in Mausbach an Mopeds, Mokicks und Kleinkrafträdern, namentlich an einer alten Zündapp und an vier Kreidler Floretts. „Meine älteste Kreidler ist aus dem Baujahr 1961, die jüngste aus 1975“, erklärt er, dass seine Mopeds allerdings meist in Garage ständen: „Es sind für mich hauptsächlich Sammel- und Bastelobjekte.“

Ob Liebe am Schrauben, Sammelleidenschaft oder das Fahren der betagten Schätzchen – wie so viele Besucher des Vichter Moped-Treffens ist Weidlich einer vielschichtigen Faszination erlegen. Jugenderinnerungen mischen sich mit der Freude an zeitlosen Formen und Designs, und in unserer hoch technisierten Gegenwart macht es vielen Besitzern der alten Fahrzeuge eine Menge Spaß, selbst Hand anlegen zu können. Ihre Mopeds und Co. eigenständig und ohne Hilfe von Computerspezialisten, sondern lediglich mit mechanischem Werkzeug flott und schön machen zu können, übt auf sie großen Reiz aus. Die Menge und die Begeisterung der Gleichgesinnten scheinen beste Garanten für den Erfolg auch des zehnten Internationalen Vichter Moped-Treffens zu sein.

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