Viele Antworten stehen noch aus

Von: Michael Grobusch und Kolja Linden
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Wie geht es weiter mit den Stolberger Schulen? Nicht nur die noch recht unklaren Vorgaben aus Düsseldorf sind verantwortlich dafür, dass diese Frage vorerst unbeantwortet bleibt.

Stolberg. In Düsseldorf gab es am Donnerstag die große Bildungskonferenz. Davon ist man in Stolberg noch weit entfernt.

Weil aber auch auf Landesebene noch nicht klar definiert ist, wie sich die neu ausgerichtete Schulpolitik der rot-grünen Regierung auf die Kommunen auswirken wird, verwundert es nicht, dass sich die hiesige Verwaltung bislang mit öffentlichen Statements zurückhält.

Nur soviel kann Willi Seyffarth, das erklärte er auf Anfrage unserer Zeitung, schon sagen: „Stolbergs Ausgangssituation ist eigentlich ideal, weil gerade jetzt die Fortschreibung des Schulentwicklungsplanes auf dem Programm steht.”

So entpuppt sich ein vermeintliches Ärgernis im Rückblick als Glücksfall: Weil sich die Auftragsvergabe für die von der Politik beschlossene Studie der Bonner „Projektgruppe Bildung und Region” verzögert hat - der Vergabeausschuss gab seine Zustimmung erst am 1. September -, können die externen Spezialisten nun die veränderten Rahmenbedingungen in Nordrhein-Westfalen bei ihrer Arbeit bereits berücksichtigen.

Am Ende eines Prozesses von Datenaufnahme und -Auswertung, der sich nicht nur auf die Schulen, sondern zudem auf die einzelnen Sozialräume im Stadtgebiet beziehen soll, dürfte dann beispielsweise auch eine Antwort auf die derzeit oft gestellte Frage gegeben werden, inwieweit sich die von den Eltern geforderte erste Gesamtschule in Stolberg mit einer möglichen Gemeinschaftsschule in Einklang bringen lässt.

Eingeschränkte Möglichkeiten

Willi Seyffarth sieht derweil die Verwaltung nicht nur wegen des Politikwechsels in Düsseldorf vor großen Herausforderungen. „Wir müssen die Beteiligung von Eltern, Schulen und Nachbarkommunen sicherstellen und es möglichst allen recht machen”, so der Fachbereichsleiter.

Die Stadt alleine könne das kaum leisten - wegen der eingeschränkten personellen Ressourcen, aber auch wegen der fachlichen Anforderungen. „Schulämter waren in erster Linie Verwaltungsämter. Jetzt aber sind wir immer mehr und häufiger konzeptionell und strukturell gefordert.”

Wesentliche Voraussetzung für eine Umgestaltung der Schullandschaft ist für den Fachbereichsleiter die Bereitstellung der erforderlichen Mittel. „Bislang ist ja noch völlig unklar, inwieweit es beispielsweise ein Investitionsförderprogramm des Landes geben wird”, deutet er einen möglichen Weg an, wie trotz der dramatisch schlechten finanziellen Lage vieler Kommunen die Rahmenbedingungen für Schule verändert und verbessert werden könnten. Aussagen über die Finanzierung kann sich Stolberg von der Studie der „Projektgruppe Bildung und Region” nicht erhoffen, wohl aber ein Konzept zum Gebäudemanagement, das mögliche Schulformen in Relation setzt zu den vorhandenen Immobilien und deren Beschaffenheit.

Inhaltlich betrachtet legt Willi Seyffarth viel Wert darauf, dass der sich andeutende Umbruch genutzt wird, um auch das Thema Inklusion in die Schulentwicklungsplanung aufzunehmen. Die Unterrichtung von Kindern mit besonderem Förderbedarf an Regelschulen sollte aus seiner Sicht einen besonderen Schwerpunkt bilden. „Wenn wir die Schullandschaft verändern, dann muss die Inklusion unbedingt berücksichtigt werden.”

Bis zur nächsten Schulausschuss-Sitzung am 15. Dezember erwartet Willi Seyffarth erste Ergebnisse und Erkenntnisse der „Projektgruppe Bildung und Region”. Gut möglich, dass es danach auch in Stolberg eine Bildungskonferenz gegen wird.
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