Viel Wissenswertes über die Stolberger Burg

Von: Toni Dörflinger
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Die Burg ständig im Blick: Christian Altena erläuterte mit Hilfe von Lichtbildern bauhistorische Details der Burg. Foto: T. Dörflinger

Stolberg. Wiederum hat der Geschichtsverein mit der Auswahl des Referenten eine glückliche Hand bewiesen. Denn Christian Altena gelang es im Kupferhof Rosental, das Publikum über die Baugeschichte der Burg sachkundig und spannend zu informieren.

Der 33-jährige Bauhistoriker aus Stolberg erwies sich als ein Experte, der sein Wissen über die Burg mit Hilfe einer gelungenen Power-Point-Präsentation wiedergab. Dabei nutzte Altena ein umfangreiches Bildmaterial, das sich auf eine eigene Quellenanalyse und ein Studium vor Ort stützt. Im Mittelpunkt des Vortrages stand eine Zeichnung aus dem Jahr 1544, die als erste Abbildung der Burg gilt. Die gezeigten Bauteile – Geschützturm, Palas und Wehrturm – bezeichnete Altena als eine genaue, von Egidius von Walschaple im 16. Jahrhundert erstellte Wiedergabe, die nach seinen Worten den Charakter eines absolut authentischen Bildes besitzt.

Nicht vernachlässigt wurde dabei auch die erste, im 11. Jahrhundert erstellte Burg, die in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts zerstört wurde. „Sie ist archäologisch nicht greifbar und nur auf hypothetischer Basis darstellbar“, versicherte Altena, der zur Untermauerung eine von ihm erstellte Rekonstruktion über das vermeintliche Burgbild im 13. Jahrhundert präsentierte.

Nach diesem kleinen Abstecher in die Vorgeschichte des im 15. Jahrhundert durch Wilhelm von Nesselrode erstellten Neubaus beschäftigte sich der Burgenkundler und Historiker ausführlich mit den Details der zweiten Burg, deren Struktur und Aufbau auch heute noch ansatzweise erkennbar sind. Um diesem Ziel gerecht zu werden, führte der Experte eigene Rekonstruktionszeichnungen vor, die er als Veranschaulichung anhand alter Bildquellen erklärte und begründete. Den Zuhörern gefiel der Vortrag, der über zahlreiche bisher nicht oder nur wenig beachtete architektonische Einzelheiten informierte. Dazu gehören beispielsweise die alte Schildmauer und der mächtige Geschützturm.

Eingehend beschäftigte sich Christian Altena auch mit dem Innenleben der Burg und erläuterte Nutzung und Funktion der Räumlichkeiten im 16. und 17. Jahrhundert. Hierbei nahm er unter anderem den einstigen Wohnbereich in der heutigen Galerie unter die Lupe, stellte die frühere Zweiteilung des Rittersaales vor und widmete sich der historischen, der Verwaltung dienenden Nutzung des schlossartigen Westturmes.

Die Qualität des Vortrages würdigte auch Helmut Schreiber in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Geschichtsvereins. „Der Vortrag war aufschlussreich, brillant und ein wichtiger Baustein in der Darstellung der Burg-Geschichte.“

Altena schloss seine Ausführungen mit der Ankündigung, einen Burgführer veröffentlichen zu wollen, und ging dann auf die Fragen der Zuhörer ein, die sich vorwiegend um die Stollen im Burguntergrund drehten.

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