Viel Licht, aber auch Schatten an den Bahnsteigen

Von: Jürgen Lange
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Die historischen Eisenträger sind zwar saniert, aber für einen Wetterschutz reicht das bei weitem nicht aus, sondern es gibt Minuspunkte für den Hauptbahnhof im Stationsbericht des NVR. Foto: J. Lange

Stolberg. Das große Sorgenkind ist weiterhin der Stolberger Hauptbahnhof. Zumindest für den Bereich, für den die Deutsche Bahn (DB) noch zuständig ist. Und das ist nun einmal der Mittelbahnsteig an der Hauptstrecke zwischen Aachen und Köln, der weder barrierefrei erreichbar ist noch einen ansprechenden Zustand aufweist.

Seine Hoffnungen auf eine Verbesserung setzt in seinem jetzt vorgelegten Bericht über die Stationsqualität 2014 der Zweckverband Nahverkehr Rheinland (NVR) auf das kommende Jahr. Dann will die DB den Mittelbahnsteig modernisieren, und im Kombination mit dem von der Kupferstadt geplanten Parkhaus soll auch die uneingeschränkte Barrierefreiheit erreicht werden.

Wesentlich für die Akzeptanz des Öffentlichen Nahverkehrs auf der Schiene ist aus Sicht des NVR neben der Qualität des Angebotes an Verbindungen auch der Service und der Zustand an den Haltepunkten. Die werden in Form einer Ampel in Stolberg durchweg als akzeptabel (= grün) bewertet. Zwischen 92,0 und 94,8 Prozent rangiert das Ergebnis an den fünf Haltepunkten im Stadtgebiet, wobei die Erhebung ist eine einmalige Momentaufnahme zum Zeitpunkt der Erfassung darstellt. Dies gilt sogar für den Hauptbahnhof, wo die Stolberger Euregio-Verkehrsschienennetz GmbH (EVS) für die Bahnsteige 27, 43 und 44 zeitgemäße Angebote neu geschaffen, das Hauptgebäude renoviert und die Einrichtung eines Servicepunktes unterstützt hat.

Dennoch ist auch hier nicht alles Sonnenschein. Gelbe (= noch akzeptabel) Punkte erntet beim Komfort der Wetterschutz. Er ist bescheiden auf dem Mittelbahnsteig und fehlt aktuell an der Euregioplattform: Die historische Dachkonstruktion aus dem Drei-Kaiser-Jahr 1888 ist zwar restauriert, aber ihr fehlt das Glas. Im kommenden Jahr sollen wettersichere Fakten geschaffen werden auf Basis eines Gestaltungswettbewerbes, denn des Kaisers Stahl hält ohne gravierende Veränderungen heutigen Anforderungen an die Stabilität bei passierenden Schnellzügen kaum noch stand.

Einen deutlichen Sprung zum Besseren gemacht hat im Vergleich zum Vorjahr der Mühlener Bahnhof gemacht, wo insbesondere die Sauberkeit bemängelt worden war. Die EVS hat dort zwar die Reinigungsintervalle verkürzt, kann aber dennoch dem wilden Müll kaum Herr werden. Wegen Verschmutzung im Gleisbett gibt‘s einmal Gelb, und einen roten Punkte (= nicht akzeptabel) für das Erscheinungsbild des Fahrausweisautomaten.

Wegeleitsystem gesucht

Dieser ist auch an der Haltestelle Rathaus ebenso gerade noch akzeptabel wie der Entwerter für Fahrkarten. Während hier zwar ein Aufzug für umfassende Barrierefreiheit sorgt, fällt vor allem dessen Erscheinungsbild negativ auf.

Nur mit Gelb wird die Funktionalität des Bodenbelags am Haltepunkt Schneidmühle sowie dessen Erscheinungsbild am Haltepunkt Altstadt bewertet, wo ebenfalls die Funktionalität des Wetterschutzes nicht die volle Punktzahl erfährt und die Sauberkeit des Abfallbehälters durch das Raster fällt. Doch sonst ist bei Komfort, Information, Sauberkeit und Beleuchtung alles Grün in der Kupferstadt.

Verbesserungsbedarf wird aber weiterhin gesehen. Bei der Barrierefreiheit des Hauptbahnhofes sowieso, aber auch bei den EVS-Haltepunkten wird das Wegleitsystem auf den Bahnsteigen als nicht akzeptabel gewertet. Aber Blindenleitstreifen, Aufmerksamkeitsfelder, Netzplan, Info/Notrufsäulen und Videoüberwachung ist auf den Bahnsteigen vorhanden.

„Viele der festgestellten Mängel sind vandalismusbedingte Schäden an den Ausstattungsmerkmalen“, bilanziert der NVR in seiner Bilanz. Häufig seien es auch Graffiti, die das Erscheinungsbild stören. Partnerschaften mit Polizei und Ordnungsämtern könnten vorbeugend wirken.

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