Viel Geld aus Europa fließt nach Stolberg

Von: Naima Wolfsperger
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Sabine Giesker (2.v.r.) ist Förderlehrerin der Jugendberufshilfe und bereitet Jugendliche in kleinen Gruppen auf Prüfungen und den Hauptschulabschluss vor. Das Projekt wird von der EU mitfinanziert. Foto: N. Wolfsperger

Stolberg. Was hat Stolberg mit der EU zu tun? Gibt es überhaupt Berührungspunkte? Auf der Suche nach der EU in Stolberg wird klar. Die Europäische Union versteckt sich in der Stadt an vielen Ecken und Enden, die finanzielle Hilfe könnte aber mehr genutzt werden.

Mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) wird die Jugendwerkstatt Stolberg im Rahmen von zwei Zielsetzungen unterstützt, eine Stützlehrerstelle sowie das Projekt „Jugend in Arbeit plus“, Programm des Landesministeriums für Arbeit, finanziert. Die Jugendwerkstatt leistet Berufshilfe für Jugendliche und junge Menschen in Stolberg, um ihnen Chancen auf dem ersten Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Wichtig bei EU-Finanzierungen ist, dass Aktivität der Länder, Kommunen und Kreise gefördert werden soll.

In der Folge sind EU-Förderungen Kofinanzierungen, die in etwa 50 Prozent der Investitionssumme leisten. Der Erhalt dieser Mittel setzt also eine Eigenbeteiligung voraus, diese kann aus Landesmitteln bestehen, aber auch von den Kommunen oder von privaten Investoren erbracht werden.

74.200 Euro exklusiv für Stolberg

Ein in Stolberg bekanntes Projekt ist die Treppe am Markusplatz in Mausbach. Der Bau wurde zu 50 Prozent (in diesem Fall 70.200 Euro) aus Leader-Region-Fördermitteln finanziert. Stolberg ist seit 2007 Teil der Leader-Region Eifel. Regionale Zusammenschlüsse müssen sich um die Teilnehmerschaft an diesem Programm bewerben, die Mitgliedschaft zahlt sich aus: Es gibt Geld. Aktive Dorfentwicklungsprogramme werden über Leader zur Hälfte aus Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds für Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) unterstützt.

Auch Vicht konnte für den künftigen „Dorvladen“ von Leader-Mitteln profitieren, 8925 Euro wurden in eine Potenzialberatung investiert, die zu 4000 Euro aus dem ELER-Topf gezahlt wurde. Im Sommer 2013 konnte eine aussagekräftige Bedarfs- und Basisanalyse fertiggestellt werden, „das durch die Potenzialberatung erlangte Fachwissen hat geholfen das Projekt anzustoßen“, erklärt Jochen Emonds.

Bei weiteren Leader-Projekten profitiert Stolberg anteilig nach Bedarf. So fließen Gelder über das Projekt „Kompetenzzentrum Streuobstwiesen“ oder das Forschungsprojekt „Bauen, Planen und Gestalten“. Weitere Programme haben einen touristischen Schwerpunkt, unter anderem „LitEifel“ und das Gedenkjahr zum Weltkriegsende. Gelder für gemeinsame Projekte belaufen sich für die Förderungsperiode 2008 bis 2013 auf 450 000 Euro aus dem ELER-Topf, es wurden entsprechend 900.000 Euro durch Beteiligung von Kommunen und Kreisen und privaten Investoren in die Region investiert.

Das Leader-Projekt war so erfolgreich, dass geplant ist, die Anzahl der Leader-Regionen in NRW von zwölf auf 14 zu erweitern, betont der Leader-Regionalmanager der Region Eifel, Alexander Sobotta. „Wir müssen uns natürlich wieder bewerben, aber wir hoffen auf eine Erhöhung der Gesamtmittel von 1,7 auf 3,11 Millionen Euro für die Förderperiode 2014 bis 2020/22.“ Auch der Stolberger Fachbereichsleiter Andreas Pickhardt denkt bereits an die nächste Förderperiode und erklärt, dass in Zukunft die Leader-Mitgliedschaft genutzt werden soll, um weitere und größere Projekte der Dorfentwicklung anzustoßen.

Hilfe für Medizintechnik

EU-Finanzierung steht auch hinter der Europäischen Förderung für Regionale Entwicklung (EFRE). So geht an elf Forschungsinstitute für Medizintechnik in der Region die Summe von rund 4,5 Millionen Euro. Von denen etwa die Hälfte aus EFRE-Mitteln stammt.

Aus der Kofinanzierung im Rahmen des ESF investieren die EU und das Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes NRW in Bildungsschecks und Beratungsstellen. Ziel ist es, Menschen Qualifizierungsmaßnahmen zur Fachkräfteausbildung zu ermöglichen. Mit Bildungsschecks können Weiterbildungsmaßnahmen zur Hälfte und bis zu einer Höhe von 2000 Euro mitfinanziert werden. Diese Maßnahmen können von Bürgern selbst, aber auch von Unternehmen beantragt werden. In Stolberg wurden zwischen 2008 und 2013 insgesamt 36.750 Euro eingelöst.

Zehn kleine und mittelständische Unternehmen erhielten in der vergangenen Förderperiode Potenzialberatungen im Wert von 43.875 Euro. Zwischen 2009 und 2011 führte das Jugendamt Stolberg 17 Projekte mit ESF-Förderungen zu etwa 145.854 Euro durch. Diese Projekte konzentrierten sich überwiegend auf soziale und berufliche Integration, es wurden aber auch Computerkurse angeboten.

Langfristige Projekte waren das Projekt „Soziale Stadt“ mit Förderungsmaßnahmen für Velau/Auf der Mühle und das ESF-Bundesprogramm „Stärken vor Ort“, mit dem die schulische und berufliche Integration von benachteiligten Jugendlichen und Frauen beim beruflichen Wiedereinstieg gefördert wurde. Zum Aufbau der Fachberatungsstelle Kindertagespflege 2013 gab es ESF-Unterstützung in Höhe von 30.000 Euro.

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